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Berechnung des Unterhalts für volljährige Tochter

| 28.08.2013 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Berechnung des Unterhalts eines Volljährigen, der trotz Schulbesuchs eigene Einkünfte erzielt.

Hallo,
Frage zur Unterhaltsberechnung meiner seit Mitte Mai 18 jährigen Schulpflichtigen Tochter.

Zu meiner Person: Nicht verheiratet, Uneheliche Tochter, Alter 18 Jahre, Steuerklasse 1
Mein Nettoeinkommen Angestellter: p.A.. € 33.800,00.-
(Kann unter Umständen auch € 1.000,00 - € 3.000,00 weniger ausfallen da Präminenabhängig).
D.h. Nicht bereinigtes Nettoeinkommen rund € 2.800,00 - € 2.500,00 im Monat.
Abzüglich aller fixen Kosten (Miete, Nebenkosten, Telefon usw.), bleiben also rund € 1,900,00

Meine Tochter arbeitet (jetzt) nebenher auf € 450,00.- Eur Basis, Nettoverdienst je nach Einteilung der Arbeitszeiten: zwischen € 300,00 - € 400,00 Eur Netto.

Zur Mutter meiner Tochter:
Neuen Partner, Verheiratet, voll Berufstätig. Seinen Verdienst ???. Weitere zwei Kinder in der neuen Beziehung. Wohnhaft im eigenen Haus.
Arbeitet ab September (wieder) auf € 450,00 Basis. Nettoverdienst € 450,00.

Derzeitiger Unterhalt den ich leiste sind: € 380,00 auf das Konto der Mutter.
Kindergelt von € 185,00 behält sich die Mutter vor, meiner Tochter nach Bedarf auszuhändigen wie Beispiel: Taschengeld, Bezahlung der Telefonkarten, Buskarten usw.

Fragen hierzu:

Wichtigste Frage für mich zuerst!
- Wie hoch ist der tatsächliche Betrag den ich nun als Unterhaltszahlung leisten müsste?
- Ist die Kindesmutter grundsätzlich als leistungsfähig(er) anzusehen? Würde hier möglicherweise ein hoheres fiktives Einkommen berücksichtigt werden können? Schließlich wechselt sie von Halbtagsarbeit auf € 450,00 Basis.
- Was hat es mit dem Bedarfskontrollbetrag auf sich?

Nach all den Jahren bin ich meiner Unterhaltspflicht ohne murren per Dauerauftrag nachgekommen. Keinen Monat wurde ausgelassen. Auch während einer 6 monatigen Arbeitslosigkeit wurde der Unterhalt ununterbrochen gezahlt. Nun aber möchte ich, dass die finanziellen Mittel auch meiner Tochter zugute kommen und das ebenso Fair. Die Mutter meiner Tochter möchte gerne, dass das Geld weiterhin auf Ihr Konto gebucht wird genauso auch das Kindergeld von € 185. Irgendwie kann das aber nicht sein!

Nun stellt sich für mich die Frage, ob die Unterhaltszahlungen die ich weiter leisten soll (€ 380,00) nicht zu hoch ausfallen und dem eigentlichem Zweck nicht dienlich sind. Schließlich arbeitet meine Tochter nun auch noch nebenher und ihr sollte eigentlich das Kindergeld in voller Höhe zustehen, was wiederum der Unterhaltszahlung anzurechnen ist.

Die Mutter meiner Tochter hatte ganz schön geschluckt, als ich Sie danach fragte, was Sie denn mit dem ganzen Geld machen würde. Außer das zahlen der Telefonkarten und Bustickets ist Ihr nichts besseres eingefallen. Mir kommt es so vor, als würden die Gelder zur Darlehenstilgung des Hauses dienen. Leider bekomme ich keinerlei Infos darüber, was tatsächlich mit dem Geld passiert. Meine Tochter bekommt von all dem nur 30.- Taschengeld. (So wie Sie mir dies berichtet hat). (Für mich einfach alles nur ein "WITZ").

Bitte um Antwort die ich zur Klärung eines Gesprächs mit der Mutter und dessen neuen Partner auch als „Richtschnur" verwenden kann.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,


unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und Ihres Einsatzes, den Sie trotz der Hinweise zahlreicher Anwälte nicht erhöht haben, möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:


Selbst wenn die Kindesmutter einer weiteren Erwerbstätigkeit nachgehen müsste, was sich ohne Kenntnis aller Umstände nicht beurteilen lässt, verweist die Rechtsprechung volljährige Kinder nicht auf Unterhaltsansprüche aus fiktiven Einkünften des anderen Elternteils. Maßgeblich ist damit Ihr Einkommen und das des Kindes:

Bei einem bereinigten Einkommen von vermutlich 2301 € bis 2700 € und einer Höherstufung, weil Sie nur einen Unterhaltsberechtigten zu versorgen haben, liegt der Bedarf der Tochter bei 586 € abzgl. Kindergeld von 184 €. Auf die verbleibenden 402 € ungedeckten Bedarf muss sich Ihre Tochter allerdings die eigenen Einkünfte teilweise anrechnen lassen. Wegen der überobligatorischen Nebentätigkeit kann hier rund die Hälfte nach Abzug der berufsbedingten Aufwendungen angerechnet werden. Einen Abzug von 150 € hielte ich für angemessen. Es verblieben dann 252 €.

Ich weise darauf hin, dass ein Richter zu einer anderen Wertung bzgl. des anzurechnenden Anteils kommen kann, dies ist stets Ermessensfrage.

Das Kindergeld muss die Mutter nicht weiterleiten, da die Rechtsprechung davon ausgeht, dass sie über das Bezahlen von Wohnraum und Nebenkosten das Geld für das Kind verwendet. Vermutlich kauft auch Ihre Tochter ihr Essen nicht vollständig selber, wenn sie bei der Mutter wohnt.

Ob Sie das Geld an Mutter oder Tochter überweisen, können Sie mit der Tochter frei vereinbaren. Ich weise aber darauf hin, dass Ihre Tochter vermutlich, wenn sie den Unterhalt erhält, zuhause einen Großteil abgeben muss. Letztendlich können Sie Ihrer Tochter die entsprechenden Diskussionen mit der Mutter um Kosten für Wohnen, Nebenkosten, Essen, Wasch- und Putzmittel, Internetanschluss, Telefon usw. ersparen, wenn Sie den errechneten Unterhalt weiterhin an die Mutter zahlen.

Rechtlich gesehen bestehen aber keine Einwände dagegen, die Unterhaltszahlungen unmittelbar an die Tochter zu erbringen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwältin für Familienrecht Anja Holzapfel, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 28.08.2013 | 14:41

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