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Berechnung des Pflichtteilanspruchs unter Anrechnung von Schenkungen

30.06.2008 11:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Der Vater V vererbt durch Erbvertrag sein Vermögen hälftig an seine Ehefrau F und seinen Sohn S1. Sohn S2 wurde enterbt und erhält somit nur seinen Pflichtteil, also 1/8. Sein Enkel E erhält ein Vermächtnis in Höhe von 30T€, belastet ist der gesamte Nachlass (bleibt bei Pflichtteilsberechnung unberücksichtigt?).
Zu Lebzeiten sind folgende Schenkungen geflossen:

An Sohn S1:
1. Schenkung 50T€ (innerhalb 10 Jahresfrist)
2. Schenkung ½ elterliches Haus Anteil Vater (auf Vater und Mutter eingetragen) 45T€
Grundlage: Verkehrswert 180T€ Gesamtwert (davon auf Vater entfallend 90T€)
Ebenfalls innerhalb 10 Jahresfrist
WICHTIG: Im Schenkungsvertrag ist Niessbrauchrecht und die Anrechung auf den Pflichtteil vereinbart.

An Sohn S2(Enterbter):
Dieselben Schenkungen also

1. Schenkung 50T€ (innerhalb 10 Jahresfrist)
2. Schenkung ½ elterliches Haus Anteil Vater (auf Vater und Mutter eingetragen) 45T€

Für die Pflichtteilsberechnung mit Pflichteilergänzungsanspruch ergibt sich somit:

Nachlassbilanzwert: 550.000 €
Schenkung an S1
Aktiendepot(innerhalb 10 Jahre): +50.000 €
Haushälfte (innerhalb 10 Jahre) Anteil Vater: +45.000 €

Schenkung an S2 (Enterbter)
Aktiendepot(innerhalb 10 Jahre): +50.000 €
Haushälfte (innerhalb 10 Jahre) Anteil Vater: +45.000 €
Nachlasswert Gesamt: 645.000 €
davon Pflichtteil 1/8: 80.625 €
abzgl. Schenkung Aktiendepot(§ 2327):-50.000 €
abzgl. Schenkung Haushälfte (§ 2315):-45.000 €
Pflichtteilanspruch:- 14.375 €

Da der Betrag negativ ist, ist der Pflichtteilsanspruch 0.

Ist diese Berechnung richtig?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Im Ergebnis steht dem S 2 kein Pflichtteilsergänzungsanspruch zu.

Bei einem Nachlass von EUR 550.000,00 und einer Pflichtteilsquote des S 2 von 1/8 beträgt der Pflichtteilsanspruch EUR 68.750,00. Bei berücksichtigungsfähigen lebzeitigen Zuwendungen von EUR 95.000,00, errechnet sich ein fiktiver Gesamtnachlass von EUR 645.000,00 und hieraus ein Pflichtteilsbetrag von EUR 80.625,00.
Der Differenzbetrag von EUR 11.875,00 (EUR 80.625,00 - EUR 68.750,00) bildet den Pflichtteilsergänzungsanspruch. Unter Anrechnung der Schenkungen (Depot und Haushälfte) beträgt der Pflichtteilsergänzungsanspruch EUR 0,00.

Ihre Berechnung ist insoweit richtig.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2008
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 30.06.2008 | 14:07

Sehr geehrter Herr Roth,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Nur nochmals zur Klarstellung:
Das bedeutet also, das der Pflichtteilsberechtigte Sohn S2 leer ausgeht, also keine Ansprüche hat, da Pflichtteil und Pflichtteilergänzungsanspruch für ihn zusammen berechnet wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.06.2008 | 23:44

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

S 2 ist ja nicht leer augegangen, da er im Wege der Schenkung Zuwendungen erhalten hat, die er sich aber bei der Berechnung des Pflichtteils- bzw. Pflichtteilsergänzungsanspruchs anrechnen lassen muss.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechdtsanwalt -

info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

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