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Berechnung des Gegenstandwert (Nettoeinkommen) bei Scheidung

| 30.11.2006 20:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Der Gegenstandswert bei einer Scheidung berechnet sich ja 3x addiertes Monatsnettoeinkommen der beiden Ehepartner.
Meine Anwältin hat in der Rechnung einen Gegenstandswert zugrunde gelegt, der zwar für den Zeitpunkt der Trennung in etwa korrekt war, sich zum heutigen Zeitpunkt allerdings ganz anders darstellt.

Meine Fragen:
Welcher Zeitpunkt gilt für die Berechnung des Gegenstandwertes und wie wird bei Selbstständigen verfahren?
In welcher Form müsste ich meiner Anwältin die Höhe meines Einkommens und insbesondere das meines Mannes belegen?

Hintergrund: ich habe den Job ca. 6 Monate nach der Trennung gewechselt, womit sich auch mein Einkommen verändert hat. Mein Noch-Mann ist selbstständig (sehr unregelmäßige Einnahmen) und hat im Jahr der Trennung deutlich mehr verdient als im Jahr danach.

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Gegenstandswert des Scheidungsverfahrens errechnet sich aus dem in den letzten drei Monaten vor Einreichung des Scheidungsantrages erzielten Nettoeinkommen beider Ehegatten zuzüglich eines Zuschlages für den Versorgungsausgleich. Der Gegenstandswert beträgt mindestens 2.000 € und höchstens 1 Million €.

Dieser Gegenstandswert gilt jedoch nur für die Scheidung selbst. Für jede weitere Angelegenheit, die vor Gericht oder außergerichtlich geregelt wird, gibt es einen eigenen Gegenstandswert und damit eigene Gebühren und Kosten.

Das Nettoeinkommen des Selbständigen muß im Zweifel der Steuerberater ermitteln.

Mit freundlichem Gruß

Wundke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2006 | 21:08

Danke schon mal!

Nachfrage:
Bitte konkretisieren Sie Ihre Angabe:
Wird bei einem Selbstständigen dann tatsächlich das Einkommen aus z.B. Mai, Juni und Juli zugrunde gelegt oder handelt es sich um eine Mittelung des Jahreseinkommens, das ja z.B. im Steuerbescheid zu sehen ist?

Welche Grundlage hat meine Anwältin für ihre Berechnungen? (Liegen ihr Daten von meinem Noch-Mann vor oder stützt sie sich auf meine ungefähren Angaben aus dem ersten Beratungsgespräch?)

Was heißt: Das Nettoeinkommen des Selbständigen muß "im Zweifel" der Steuerberater ermitteln? Reicht der Steuerbescheid nicht aus?

Was raten Sie mir: Wie soll ich mit der jetzt vorliegenden Rechnung verfahren? (Die Anhörung hat stattgefunden, der Abschlußtermin (und die Endabrechnung mit meiner Anwältein) steht noch aus.)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2006 | 21:34

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Durchschnittseinkommen eines Selbständigen zu ermitteln. Auch der letzte Steuerbescheid kann reichen.

Letztendlich wird zum Abschluß des Verfahrens das Gericht den Streitwert förmlich durch Beschluß festlegen. Dann wird sich zeigen, ob Ihre Anwältin richtig lag. Dann können Sie von Ihrer Anwältin zudem eine Abschlußkostenrechnung unter Zugrundelegung des gerichtlich festgesetzten Streitwertes verlangen. Eine eventuelle Überzahlung ist vom Rechtsbeistand zurückzuzahlen.

Bisher haben Sie nur eine Vorschußkostenrechnung der Anwältin vorliegen. Diese müssen Sie zunächst in jedem Fall bedienen.

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Es wäre schön, wenn die verschiedenen Möglichkeiten (z.B. Nachweis des Einkommens bei Selbstständigen) gleich konkreter und präziser beschrieben werden würden, nicht erst auf Nachfrage. "
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