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Berechnung Vorausvermächtnisse


| 30.04.2006 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



Sehr geehrte Anwälte,

Sachverhalt: lt. Testament unseres Vaters, erhält meine Schwester 10%,mein Bruder 25%, u. ich 65% des geschätzten Wertes der Doppelhaushälfte (Erbbaurecht), welches ich jetzt bewohne. Zu Lebzeiten unseres Vaters hat jedes Kind, wie im Testament erwähnt, Vorausvermächtnisse (zu verzinsen mit 1%/Jahr)erhalten, insbesondere in hohen Maße meine Schwester. Wie im Testament erwähnt, möchte unser Vater damit eine gleichmäßige Verteilung bewirken. Aus dem "Topf" Geld soll jeder1/3 erhalten, die Vorausverm. sollen voll angerechnet werden.
Lt. einer Bspl.Rechnung unseres Vaters sollen die Vermächtn. inkl. Zinsen mit den noch vorhandenen Geldwert, nach Abzug der Verbindllichkeiten addiert werden. Diese werden dann durch 3 geteilt, = "Betrag 1"
Zu dem fiktiven Schätzwert des Hauses sollen die Vermächtn. addiert werden, ="Betrag 2". Von diesem "Betrag 2" werden dann die 10%,25%,65% Anteile berechnet = "Betrag 3"/je Kind.
Betrag 1 + Betrag 3 = Summe 4/je Kind
Summe 4 abzgl. den schon erhaltenen Vorausverm. = Auszahlungsbetrag/je Kind.
Frage: Ist diese Berechnung richtig, oder dürfen die Vorausverm. auf den Schätzwert des Hauses -nicht- hinzugerechnet werden, bei der anschl. Weiterberechnung?
Danke vor ab, für die Beantwortung.

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

die "Vorausvermächtnisse" (im juristischen Sinne wird es sich nicht um Vorausvermächtnisse handeln, sondern um sog. Zuwendungen unter Lebenden auf den Todesfall handeln) dürfen auf den Schätzwert des Hauses nicht noch einmal hinzugerechnet werden, da dann sowohl in Betrag 1 als auch in Betrag 3 die "Vorausvermächtnisse" enthalten wären, also doppelt, im letzten Rechenschritt aber die "Vorausvermächtnisse" nur einmal abgezogen werden. Bei Ihrer Berechnung würde also durch die doppelte Berücksichtigung der "Vorausvermächtnisse" Vermögenswerte verteilt werden, die gar nicht im Nachlass vorhanden sind.

Meines Erachtens führt die in Ihrer Frage angegebene Beispielrechnung so oder so aber ohnehin vermutlich nicht zu einer gleichmäßigen Verteilung des Nachlasses einschließlich des Wertes der "Vorausvermächtnisse" unter den Kindern. Im allerletzten Rechenschritt werden die "Vorausvermächtnisse" jeweils nochmals in voller Höhe von dem Auszahlungsbetrag des jeweiligen Kindes abgezogen, obwohl die unterschiedlich hohen "Vorausvermächtnisse" ja offenbar bereits durch die unterschiedlich hohen Prozentwerte berücksichtigt wurden.

Ich hoffe, ich habe Ihnen hiermit eine hilfreiche erste rechtliche Orientierung gegeben.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2006 | 20:53

Sehr geehrte Frau Haeske,
danke für die prompte Antwort,diese hat mir ein wenig geholfen,
jedoch wirft es natürlich die Frage auf, wie berechnet man das dann richtig.
um mit konkreten Zahlen zu hantieren,
mein Bruder hat Zuwendungen von 3.000€, meine Schwester 60.000€, ich 6.000€ erhalten. Barvermögen noch vorhanden 40.000€ Zinsen außer Acht gelassen. Schätzwert des Hauses 200.000€
Anteile lt. Testament wie schon erwähnt.

Für eine Nachantwort bin ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen, H.S.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.05.2006 | 13:13

Sehr geehrter Fragesteller,

eine völlig gleichmäßige Verteilung der Vermögenswerte an die drei Geschwister unter voller Berücksichtigung und Anrechnung der Vorausvermächtnisse wäre nach folgender Berechnung zu erreichen (die Anteile lt. Testament werden hierbei aber nicht berücksichtigt):
69.000,-- Euro Gesamtwert der drei Vorausvermächtnisse + 200.000,-- Euro Schätzwert Haus + 40.000,-- Euro Barvermögen = insgesamt 309.000,-- Euro "Verteilungsmasse"
309.000,-- Euro "Verteilungsmasse" geteilt durch 3 (Anzahl d. Geschwister) = 103.000,-- Euro Anteil der Verteilungsmasse für jedes Kind
Bruder -> 103.000,-- Euro Anteil minus bereits erhaltener 3.000,-- Euro = 100.000,-- Euro Zahlbetrag
Schwester -> 103.000,-- Euro Anteil minus bereits erhaltener 60.000,-- Euro = 43.000,-- Euro Zahlbetrag
Sie selbst -> 103.000,-- Euro Anteil minus bereits erhaltener 6.000,-- Euro = 97.000,-- Euro Zahlbetrag
Gegenprobe --> 100.000,-- Euro Zahlbetrag Schwester + 43.000,-- Euro Zahlbetrag Bruder + 97.000,-- Euro Zahlbetrag Sie selbst = 240.000,-- Euro (also genau der Wert, der jetzt noch zu verteilen ist, Barvermögen und Schätzwert des Hauses).

Wie bereits erwähnt, berücksichtigt diese Lösung aber nicht die vom Erblasser festgelegten Anteile lt. Testament. Ohne Kenntnis des vollständigen Testaments kann ich leider nicht sagen, ob der obige Rechenweg auch der richtige Rechenweg im Sinne des Testamentes sein kann oder wie die danach richtige Berechnung aussieht, da dies nicht zuletzt auch eine Frage der Testamentsauslegung ist. Vielleicht könnten Sie mir das Testament einmal per Post, Fax oder als eingescannte Datei per E-Mail zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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