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Berechnung Unterhalt volljähriger Sohn

| 10.11.2012 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Hallo,

bin seit ca 5 Jahren geschieden, ich habe eine 13 jährige Tochter und einen 18 jährigen Sohn die beide bei der Mutter leben.
Mein Sohn wird nun 18, er hat die Schule abgebrochen und will wohl auch nicht arbeiten gehen. Es ist auch noch nirgends arbeitsuchend gemeldet.
Der Unterhalt muss nun neu berechnet werden.
Hier mal zu den Daten

Vater 1800 Euro Einkommen + 800 Euro mtl. BG Rente
Mutter 1300 Euro Einkommen
Kindergeld bekommt Ex Frau

Bitte berechnen Sie mir den Unterhalt für meine Kinder.

Wie lange muss ich für meinen Sohn Unterhalt zahlen wenn er sich wirklich nicht um Schule oder Arbeit bemüht ?

Obwohl ich weiss dass ich nun den Unterhalt an meinen Sohn überweisen muss, zahle den gesamten Unterhalt noch an meine Ex - Frau.
Kann mein Sohn den Unterhalt den ich schon an meine Ex geleistet habe auf sein Konto nachfordern ?, wenn ja wiel lange rückwirkend ?, oder muss dann meine Ex meinem Sohn den von mir schon erbrachten Unterhalt nachzahlen ?


besten dank

sanocco
10.11.2012 | 14:20

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Tel: 0163 2916721
Web: http://www.ra-serkankirli.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt:

Die Unterhaltspflicht einem volljährigen Kind gegenüber stellt einen Fall des Verwandtenunterhalts dar, auf den § 1602 I BGB anwendbar ist, worin es heißt, dass nur derjenige unterhaltsberechtigt ist, der außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Dies ist auch bei volljährigen Kindern in der Regel bis zum Abschluss einer ersten Ausbildung der Fall.

Der Anspruch des Unterhaltsberechtigten (also Ihres Sohnes) kann jedoch durch sein Verhalten verwirkt sein. Ein volljähriges Kind, das nach Abschluss seiner allgemeinen Schulausbildung weder eine Ausbildung beginnt noch hinreichende Bemühungen um einen Ausbildungsplatz nachweist, verletzt nachhaltig seine Ausbildungsobliegenheit. In so einem Fall muss der Volljährige dann seinen Lebensunterhalt selbst verdienen und seine Arbeitskraft dabei nach ähnlich strengen Maßstäben nutzen wie Eltern, die minderjährigen Kindern gegenüber unterhaltspflichtig sind (OLG Düsseldorf FamRZ 2004, 1890).

Nach Ihren Angaben hat Ihr Sohn die Schulbildung sogar abgebrochen und hat weder eine Ausbildung angefangen, noch übt er eine Erwerbstätigkeit aus.

Zumal ist aufgrund mangelnder Qualifikation Ihres Sohnes und seiner Haltung auch nicht in absehbarer Zeit zu erwarten, dass er schnell einen Ausbildungsplatz finden wird. Von daher müsste er eine Erwerbstätigkeit suchen. Doch auch dem scheint er nicht nach gehen zu wollen.

Aus diesem Grunde hätte Ihr Sohn seinen Anspruch auf Kindesunterhalt ab Vollendung der Volljährigkeit verwirkt.

Gehen wir von der Konstellation aus, dass Sie Ihrem (bald) volljährigen Sohn gegenüber zu keinem Unterhalt verplichtet sind, besteht eine Unterhaltspflicht nur Ihrer Tochter gegenüber.

So würde sich folgende ungefähre Berechnung ergeben:

Das Kindergeld in Höhe von 184,00 € wird demjenigen Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind auch tatsächlich lebt. Bei minderjährigen Kindern ist das Kindergeld hälftig anzurechnen.

Gehen wir von einem unterhaltsrelevanten Einkommen in Höhe von 2.600,00 € aus, das Kind ist 13 Jahre alt und lebt bei der Kindesmutter. Grundsätzlich wären Sie als Kindesvater in die 4. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle einzuordnen (2301 - 2700 EUR). Da Sie aber nur einer Person gegenüber unterhaltspflichtig sind, sind Sie eine Gehaltsgruppe höher einzustufen. Aus der Tabelle ergibt sich dann in der 5. Gehaltsgruppe ein Betrag für den Kindesunterhalt von 512,00 €. Der Zahlbetrag beläuft sich dann auf 420,00 € (512,00 € - 92,00 €).

Ihre Ex-Frau müsste sich an diesem Betrag nicht anteilig beteiligen, dass gemäß § 1606 Abs.3 BGB Ihre Ex-Frau ihre Verpflichtung zum Unterhalt des Kindes beizutragen, schon in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes erfüllt.

Ihrem Sohn steht es (auch ab der Volljährigkeit) nicht zu, den von Ihnen an Ihre Ex-Frau gezahlten Kindesunterhalt zurück zu verlangen. Aus diesem Grunde hat er auch keinen rückwirkenden Anspruch gegen seine Mutter. Jedoch steht fest, dass er selber, also in Person, einen Anspruch auf den Kindesunterhalt ab Volljährigkeit hat, wenn er denn seinen Unterhaltsanspruch nicht verwirken würde bzw. verwikt hätte.

Ich hoffe, dass ich Ihnen behilflich sein konnte.

Abschliessend weise ich Sie darauf hin, dass die hiesige Online-Beratung den Besuch bei einem Rechtsanwaltskollegen vor Ort nicht ersetzen kann, sondern lediglich dazu dient, dem Mandanten eine erste grobe rechtliche Einschätzung zu verleihen.

Das Weglassen und bzw. oder Hinzufügen von relevanten Angaben kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2012 | 23:15

Sehr geehrter Herr Kirli,

erstmal danke für Ihre überaus schnelle und ausführliche Antwort, dennoch wüsste ich gerne wie der Unterhalt denn aussähe falls sich mein Sohn doch entschliest wieder zur Schule zu gehen.

Besten Dank im voraus

sanocco

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.11.2012 | 10:48

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nachfrage, welche ich wie folgt beantworte:

Im Hinblick auf die Unterhaltshöhe bedarf es einer Korrektur. Natürlich darf der Selbstbehalt und das Einkommen der Ex-Frau nicht unberücksichtigt bleiben. Dies darf aber nicht dazu führen, dass Sie mehr zahlen, als wenn nur Ihr Einkommen berücksichtigt wird.


I. (Unterhalt an beide Kinder)
Für den Fall, dass Ihr Sohn die Schule weiter besucht und weiterhin einen Unterhaltsanspruch gegen Sie hat wären Sie gegenüber zwei Kindern zum Unterhalt verpflichtet.


Das wäre dann der Normalfall.

Ihr Einkommmen: 2.600 €
Einkommen der Ex-Fra: 1.300 €
= 3.900

Für Ihre Tochter: 580 - 92 = 478 €
Für Ihren Sohn: 664 - 184 = 480 €
Gesamt = 958 €

Dieser Unterhalt ist dann auf beide Elternteile zu teilen. Jedoch entsprechend der Quote.

Die Höhe des Selbstbehaltes liegt bei 770 €. Keineswegs ist es etwa so, dass jeder Elternteil die Hälfte schuldet.

Dies ergibt folgende Berechnung:

Für Sie: 2600 - 770 = 1830
Für Ihre Ex-Frau: 1300 - 770 = 530


Sie haften also für den Unterhalt im Verhältnis 1830 zu 530. Addiert man diese Restbträge so ergibt sich ein Betrag in Höhe von 2360.

Mit anderen Worten:

1830 / 2360 x 958 = 742,85 €

530 / 2360 x 958 = 215,14 €

742,82 € ist dann die Höhe, die Sie zahlen müssten, und 215,14 € Ihre Ex-Frau.





II. (Unterhalt nur an die Tochter)
Im Falle der Unterhaltspflicht nur gegnüber der Tochter kommt eine andere Berechnung zustande.

Gesamteinkommen der Eltern: 3.900 €

Da Sie dann jedoch nur einem Kind gegenüber zum Unterhalt verpflichtet sind, werden Sie im Rahmen der Düsseldorfer Tabelle eine Stufe niedriger angesetzt.

Also liegt der Bedarf bei 546 €.
546 - 92 = 454 €

Der Umstand, dass Ihre Ex-Frau naturalunterhalt gewährt darf Ihnen jedoch nicht zum Nachteil werden,

2600 - 770 = 1830

1300 - 770 = 530

1830 addiert 530 = 2360

1830 / 2360 x 454 = 352,04 €
530 / 2360 x 454 = 101,95 €

Sie müssten für Ihre Tochter 352,04 € und Ihre Ex-Frau 101,95 € zahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Hinweis:
Die in der Düsseldorfer Tabelle gemachten Angaben stellen lediglich eine Richtlinie dar und sind nicht bindend, so dass es in der Praxis durchaus zu Abweichungen kommen kann.


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