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Berechnung Trennungsunterhalt und Kindesunterhalt zweier Studenten

01.06.2009 10:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


(verwendete Abkürzungen: Kindesvater: KV, Kindesmutter: KM, Kinder: K1 und K2)
Fakten:

KV und KM sind verheiratet und leben seit 6 Monaten getrennt.

K1 ist 22 Jahre alt und lebt noch bei der KM. Sie studiert, bekommt Bafög in Höhe von 84€ und hat Nebenjobs die zusammen 236€ monatlich erbringen.

K2 ist 20 Jahre alt, studiert, hat eine eigene Wohnung und bekommt 182€ Bafög. Keine weiteren Einkünfte.

KM arbeitet halbtags und hat Brutto 929€, netto mit Steuerklasse V 563€. Sie bewohnt mit K1 das gemeinsame Haus, wobei die Schulden KV weiter abträgt. Mietwert ca. 700€ kalt oder etwas mehr. Es werden von mir derzeit 300€ Mietvorteil für KM angenommen.Sie erhält das Kindergeld für K1.

KV arbeitet auch und hat Steuerklasse 3 /2. Er hat 3653€ Brutto (darin 95€ Familienzulage für ein Kind) Er bekommt für K2 das Kindergeld in Höhe von 164€. und hat netto 3419€ (darin sind jährliche Sonderzahlungen enthalten und 164 Kindergeld).

KV zahlt gemeinsame Schulden von 507€ monatlich zurück. KV zahlt 102€ monatlich an das Finanzamt an Steuervorauszahlung. KV zahlt für K1 und K2 die Studiengebühren anteilig im Jahr insgesamt 1000€.
KV zahlt KM monatlich 160€ als Steuerausgleich wegen III zu V als Steuerklasse.

KV zahlt derzeit Unterhalt für beide Kinder und Trennungsunterhalt. Die Beträge werden derzeit alle an die KM ausgezahlt.
Eie getrennte Auszahlung und K 1, K 2 und KM ist derzeit in Planung.

Es wird vorrangig zunächst der Unterhalt für K1 und K2 berechnet. Dabei fehlt mir die genau Berechnung sowie der Zahlbetrag an beide Kinder. Muß ich das Bafög abziehen, muß ich die Einkünfte der Kinder abziehen und muß ich das Kindergeld an K2 auszahlen.
Ich frage nach dem muß, da eine genaue Berechnung des Kindesunterhaltes Auswirkungen auf den Trennungsunterhalt hat.
Mir ist derzeit noch nicht klar, wie ich mein Netto errechne um in der Düsseldorfer Tabelle die Stufe zu finden.

Nach der Berechnung des Kindesunterhalts kann man wohl jetzt den Trennungsunterhalt berechnen.
Auch hierbei bin ich mir unsicher was nunmehr mein Netto ist, was davon abgezogen wird und in welcher Höhe - nach welcher Berechnungsmethode - der Trennungsunterhalt berechnet wird. 3/7 und die Hälfte von dem Unterschiedsbetrag?
Ist von meinem Netto von 3419€ das Kindergeld rauszurechnen und was ist mit der Familienzulage von 95€ brutto ?

Wäre es richtig, wenn ich die Unterhaltsbeträge an K1, 2 und KM gesondert an jeden auszahle?

Mein letztes Problem.
Ich erhalte eine Familienzulage von 111€, wenn ich mindestens 111€ an Trennungsunterhalt zahle. Dadurch, dass ich die Raten bezahle könnte es sein, dass der Trennungsunterhalt weniger ist als tatsächlich, wenn die KM die Raten zahlen würde. Kann man gegenüber Behörden diesen Umstand mit der Ratenzahlung erklären ?
Fazit: zahle ich die Raten, bekommt die KM weniger Unterhalt. Zahlt KM die Raten, steigt ihr Unterhalt in Höhe der Raten.

Ich würde gerne verstehen wie sich die Sachen genau zusammen setzen, da ich bei Änderung der Steuerklassen das ja erneut berechnen muß. Zudem will K1 wohl auch noch ausziehen, wobei ich dann wieder das Kindergeld plus 95 mehr an Familienzulage bekomme.


Sehr geehrter Ratsuchender,

bei der Beantwortung ihrer Fragen ist zunächst einmal eine Grundlage vorauszuschicken.

Sie müssen bei der Berechnung die Rangfolge der Unterhaltsberechtigten beachten. Diese richtet sich nach § 1609 BGB. Wenn Sie sich diese Vorschrift ansehen, können Sie erkennen, dass der Unterhalt für die Kinder nicht als erstes berechnet wird, sondern zunächst der Trennungsunterhalt von KM. K! und K2 sind dem vierten Rang zuzuordnen, während die KM in den dritten Rang fällt.

Das bedeutet für eine korrekte Berechnung, dass als erstes der Unterhaltsanspruch der KM zu berechnen ist und erst im Anschluss daran, der Unterhalt von K1 und K2.

Zur Berechnung des Trennungsunterhaltes wird zunächst Ihr unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen ermittelt. Zunächst wird das Kindergeld dabei herausgerechnet, so dass ich nach Ihren Angaben von 3.255,00 EUR ausgehe. Davon in Abzug zu bringen sind die Schulden und der Ausgleich für die Steuerklassenwahl. Unter Umständen wären noch weitere Abzüge vorzunehmen. Dazu gehören Beiträge zur Krankenversicherung, Pfllegeversicherung, Altersvorsorgeaufwendungen im angemessenen Rahmen und unter Umständen noch erhöhte Fahrtkosten.

Ausgehend von den genannten 3.255,00 EUR verbleiben nach Abzug der sogenannten 5%igen Berufspauschale in Höhe von 150,00 EUR, den Schulden in Höhe von 507,00 EUR und dem Steuerausgleich 2.446,00 EUR. KM verfügt über Einnahmen in Höhe von 563,00 EUR, 102,00 EUR und dem angenommen Wohnvorteil von Ihnen mit 300,00 EUR., mithin insgesamt über 965,00 EUR. Von der Differenz stehen der KM 3/7 zu, mithin 651,86 EUR.

Somit liegt ein Trennungsunterhaltsanspruch vorbehaltlich einer genauen Berechnung bereits weit über 111,00 EUR.

Richtigerweise errechnet man erst jetzt den Unterhalt von K1 und K2.

Zuächst wird jetzt von Ihrem Einkommen, dass ich zunächst mit 2.446,00 EUR angneommen hatte, der Unterhalt für KM abgezogen, so dass 1.794,14 EUR verbleiben.

In Anbetracht der Tatsache, dass ab Volljährigkeit beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet sind, ergeben sich derzeit bei K1undK2 zwei unterschiedliche Berechungen.

K1 lebt noch bei KM. Der Unterhaltsbedarf folgt nach der sich aus der Summe beider Einkommen ergebenden Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle. Die Summe der Einkommen beträgt 2,759,00 EUR. Nach Gruppe der Düsseldorfer Tabelle beträgt der Bedarf derzeit noch 519,00 EUR. Darauf sind in voller Höhe das Kindergeld, die BaföG und die eigenen Einkünfte anzurechenen. Danach ergibt sich ein sogenannter ungedeckter Bedarf von 35,00 EUR, für den beide Elternteile anteilig nach ihrem Einkommen aufkommen müssten. Zu berücksichtigen ist aber nur das Einkommen der Eltern, das 1.100,00 EUR ( dem Selbstbehalt ) übersteigt . KM verfügt nicht über ein Einkommen über 1.100,00 EUR, so dass KV die 35,00 allein zu tragen hätte.

Die Berechnung für K2 ist grundsätzlich die gleiche, nur dass der Bedarf wegen der eigenen Haushaltsführung mit 640,00 EUR anzunhemen ist. Auch darauf sind das Kindergeld und die BaföG Leistungen in voller Höhe anzurechenen. Es bleibt dann ein ungedeckter Bedarf in Höhe von 294,00 EUR. Da KM aber nicht leistungsfähig ist, wäre auch dieser Betrag von KV zu zahlen.

Da Kindergeld auf den Bedarf des Volljährigen anzurechnen ist, ist es auch an diesen auszuzahlen. Die Familienzulage wird als Einkommen berücksichtigt.

Abschließend darf ich darauf aufmerksam machen, das ich davon ausgehen, dass sich die Berechnung noch ändern wird, für den Fall, dass die von mir genannten Abzüge noch vorzunehmen sind. Dann wird auf Seiten KV ein geringes Einkommen zugrunde gelegt werden müssen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle




Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2009 | 13:31

Muß KM an K1 die 164 Kindergeld auszahlen oder kann sie dies mit der Unterbringung verrechnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.06.2009 | 14:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich ist das Kindergeld auszuzahlen.

Für die Aufwendungen, die KM aber unzweifelhaft erbringt, steht dieser zwar kein familiärer Ausgleichsanspruch zu. Dennoch wird überwiegend die Regelung getroffen, dass sich auch das volljährige Kind mit eigenen Einkünften an diesen Aufwendungen beteiligt; Stichwort: Kostgeld. Im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung kann auf die Auszahlung des Kindergeldes verzichtet werden, um dieses mit dem Anteil an den laufenden Kosten zu verrechnen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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