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Berechnung Trennungsunterhalt (inkl. Kindesunterhalt, Darlehen und Wohnvorteil)

10.05.2020 13:31 |
Preis: 58,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Trennung möchte ich gerne die Berechnung des Trennungsunterhalts nachprüfen.

Vorliegende Eckdaten liegen vor:

Nettoeinkommen Ehemann: 7.400
Nettoeinkommen Ehefrau: derzeit 0
Kinder: 3
Zinsen und Tilgung Haus (in welchem die Ehefrau und Kinder verblieben sind): 1.686

Ich selber habe eine Wohnung gemietet (Warmmiete 1950 p.M.) und zudem ein zusätzliches Kinderzimmer/Schlafzimmer eingerichtet.

Wie wäre unter o.g. Eckdaten eine Berechnung vorzunehmen? Insb. die Übernahme von Zinsen+Tilgung von meiner Seite - aber auch Berücksichtigung eines Wohnvorteils der Ehefrau?

Ich selber komme auf folgende Rechnung:

Basis Nettoeinkommen: 7400€
abzgl. 5% Pauschbetrag, max 150: -150€
abzgl. Selbstbehalt: -1200€
abzgl. Kindesunterhalt: -1640€
abzgl. Darlehen Haus (Zins+Tilgung): -1.686€
---------------------------------------------------------------
Basis zur Berechnung: 2724€
---------------------------------------------------------------
Trennungsunterhalt (3/7): 1167.43€

Somit wäre laut meiner Rechnung der Ehefrau zu zahlen:

1640 (Kinder) + 1686 (Haus) + 1167.43 (Trennungsunterhalt) = 4.493.43€
sowie das Kindergeld in Höhe von 618€

Fragen:
- Stimmt meine o.g. Rechnung bzw. Rechenweg?
- Wird hier jetzt der Wohnvorteil abgezogen (z.B. 1400€ übliche Kaltmiete für das Haus)?
- Findet das von meiner Seite zusätzlich gemietete Zimmer in meiner Wohnung Anrechnung (da ich für die Kinder alle 2 Wochen ja ein Zimmer mit Bett benötige)?
- Wird für die Berechnung des Trennungsgeldes im Monat Mai das (voraussichtliche) Maigehalt oder das Aprilgehalt verwendet (in welchem Bspw. noch Bonis für das erste Quartal sein können)?

Besten Dank

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Von Ihrem Nettoeinkommen wird nur dann eine Pauschale abgezogen, wenn Sie Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit beziehen. Bei Selbständigen werden bei der Einkommensermittlung alle Positionen in Rahmen der Bilanz oder Einnahme-Überschuss-Rechnung berücksichtigt, so dass es keine zusätzliche Pauschale gibt.

Der Selbstbehalt ist keine Abzugsposition. Erst nach erfolgter Berechnung wird überprüft, ob der Selbstbehalt gewahrt wird. Das gilt auch für die Berechnung des Kindesunterhalts.

Zins und Tilgung können im Trennungsjahr im Regelfall komplett abgezogen werden. Der Wohnvorteil wird bei dem Ehepartner, der in der Immobilie lebt, als Einkommen angerechnet. Im Trennungsjahr wird hier allerdings nicht die erzielbare Kaltmiete, sondern die Kaltmiete einer „angemessenen" Wohnung angesetzt. Damit soll verhindert werden, dass bei einer sehr großen Immobilie ein zu hoher Betrag auf die Wohnkosten angerechnet wird.

Bei Ihren verhältnismäßig hohen Einkünften würde das zusätzlich Zimmer In Ihrer Mietwohnung voraussichtlich nicht als Abzugsposition anerkannt.

Als Grundlage für die Unterhaltsberechnung werden üblicherweise die Einkünfte der vergangenen zwölf Monate herangezogen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 10.05.2020 | 15:01

Liebe Frau Holzapfel,

besten Dank für die schnelle Antwort.

Sofern Bonuszahlungen stark schwanken (und aufgrund der Folgen der derzeitigen Coronakrise auch schnell wegfallen können) wäre es aus Ihrer Sicht legitim, auf die Istwerte (Ist-Netto) statt Durchschnittswerte (Nettogehälter der vergangenen 12 Monate) als Berechnungsgrundlage zu wechseln?

Zur Info: Mein variabler Anteil macht ca. 40% des Einkommens aus ...

Besten Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.05.2020 | 15:10

Sehr geehrter Fragesteller,


wie in der letzten Antwort vor zwei Wochen bereits mitgeteilt: Die Rechtsprechung berücksichtigt Veränderungen erst dann, wenn sie auch wirklich eintreten. Also wäre mit dem Bonus jetzt in voller Höhe zu rechnen. Wenn sich im zweiten Quartal ein geringerer Bonus ergibt, kann eine Anpassung erfolgen.

Einvernehmlich können Sie vieles vereinbaren. Allerdings ist darauf zu achten, dass der gezahlte Trennungsunterhalt vom gesetzlich geschuldeten nicht zu sehr nach unten abweicht, weil Sie sonst riskieren, dass die ganze Vereinbarung unwirksam ist. Die Grenze liegt hier bei einer Abweichung um ca. 20 %. Wenn der Bonus 40 % Ihres Einkommens beträgt und Sie diesen „herausrechnen", könnte die Vereinbarung insgesamt unwirksam sein, so dass Sie im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung den vollen geschuldeten Unterhalt nachzahlen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

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