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Berechnung Planungsleistung trotz fehlerhafter Kostenschätzung

| 02.10.2019 18:26 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Auf Grundlage einer ersten Kostenschätzung wurde ein Planungsbüro mit der Genehmigungsplanung für ein Einfamilienhaus beauftragt. Das Haus sollte letztendlich schlüsselfertig übergeben werden. Als Kostenschätzung erhielt der Bauherr eine Kostengruppentabelle nach DIN 267, in der jedoch einige Kostengruppen nicht ausgefüllt waren (u.A. Fenster und Türen). Zusätzlich erhielt der Bauherr jedoch auch ein Anschreiben, in dem die Gewerke aufgezählt wurden, die in der Kostenschätzung enthalten sein sollten. Dort wurden Fenster, Türen und Aussenputz explizit aufgeführt. Der Bauherr ging daher davon aus, dass die Kostenschätzung alle relevanten Posten enthält.

Zur Unterzeichnung der Bauantragsunterlagen wurde durch das Planungsbüro eine neue Kostenschätzung bzw. -berechnung vorgelegt und es stellte sich heraus, dass Fenster, Türen und Aussenputz in der ersten Kostenschätzung doch nicht enthalten waren. Dadurch entstanden plötzlich Mehrkosten in Höhe von 51200€ brutto. Da dadurch das schlüsselfertige Haus deutlich teurer geworden wäre als ein vergleichbares Haus eines anderen Anbieters, wurde der Planungsvertrag durch den Bauherren gekündigt.

Das Planungsbüro stellte daraufhin eine Rechnung über die Leistungsphasen 1-4 nach HOAI.

Wäre die Kostenschätzung aus Leistungsphase 2 ohne Berechnungsfehler gewesen, wäre es aus Kostengründen nie zur Beauftragung der Leistungsphasen 3 und 4 gekommen. Weiterhin könnte man dem Planungsbüro ja sogar unterstellen, dass die erste Kostenschätzung durch "Vergessen" der genannten Punkte bewusst niedrig gehalten wurde, um an den Planungsauftrag zu kommen. Es gab bis zur Unterzeichnung des Bauantrages auch keine Information des Planungsbüros über den Berechnungsfehler und die damit einhergehenden gestiegenen Baukosten.

Die erstellte Genehmigungsplanung ist für den neuen Baupartner nicht nutzbar, da sich die Hausabmessungen aufgrund des abweichenden Bausystems unterscheiden. Daher muss beim neuen Baupartner die Planung nochmals erstellt und auch bezahlt werden.

Frage:
Ist es berechtigt, dass durch das Planungsbüro trotz der fehlerhaften Kostenschätzung die Leistungsphasen 1-4 kpl. in Rechnung gestellt werden?

02.10.2019 | 20:30

Antwort

von


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53125 Bonn
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Sehr geehrter Fragensteller,

basierend auf "Zusätzlich erhielt der Bauherr jedoch auch ein Anschreiben, in dem die Gewerke aufgezählt wurden, die in der Kostenschätzung enthalten sein sollten. Dort wurden Fenster, Türen und Aussenputz explizit aufgeführt. Der Bauherr ging daher davon aus, dass die Kostenschätzung alle relevanten Posten enthält." ist es so, dass man durchaus vertreten kann, dass ein gesonderter Hinweis auf den Nichtenthalt der Posten entgegen des Anschreibes hätte erfolgen müssen.

Insofern ist eine Verweigerung der Zahlung der Phasen 3 bis 4 durchaus erfolgversprechend. In der Tat.

Mit freundlichen Grüßen
RA Saeger


Rückfrage vom Fragesteller 02.10.2019 | 21:30

Haben Sie Vielen Dank für die schnelle Antwort. Folgendes würde ich gerne dazu noch wissen:

Ist das "Vergessen" der betreffenden Posten in der Kostenermittlung trotz anders lautender Angaben auf dem zugehörigen Anschreiben als grober Fehler bzw. Berechnungsfehler zu werten?
Ausschlaggebend für die Kündigung des Planungsvertrages sind die gestiegenen Baukosten aufgrund der nicht mit eingerechneten Posten. Kann sich der Planer ggf. auf einen Toleranzrahmen bei der Kostenermittlung berufen oder wird das durch die sachlich falsche Berechnung hinfällig?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.10.2019 | 10:00

Sehr geehrter Fragensteller,

"Ist das "Vergessen" der betreffenden Posten in der Kostenermittlung trotz anders lautender Angaben auf dem zugehörigen Anschreiben als grober Fehler bzw. Berechnungsfehler zu werten? "

Ich würde es als Beratungsfehler und Pflichtverletzung im Sinne des § 280 BGB: Schadensersatz wegen Pflichtverletzung bewerten. Schließlich ist ja im Begleitschreiben der Eindruck erweckt worden, die Posten seien enthalten.

"Ausschlaggebend für die Kündigung des Planungsvertrages sind die gestiegenen Baukosten aufgrund der nicht mit eingerechneten Posten. Kann sich der Planer ggf. auf einen Toleranzrahmen bei der Kostenermittlung berufen oder wird das durch die sachlich falsche Berechnung hinfällig?"

Für mich ist die fehlerhafte Beratung ausschlaggebend. Schließlich wurde nicht im Rahmen der 120 € Grenze ein korrekter Voranschlag überschritten, sondern schon gar kein korrekter erstellt.

MfG Daniel Saeger

Bewertung des Fragestellers 05.10.2019 | 19:34

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