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Berechnung Nettoeinkommen Kindesunterhalt


| 08.02.2006 15:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Guten Tag,
ich habe ein Frage wie Konkret Errechnet sich das Nettoeinkommen über alle Einkunftsarten.

Ich habe nämlich erhebliche negative Mieteinkünfte, welche das Jugendamt nicht anerkennt, sich aber Großzügig der kompletten Steuererstattung als positives Einkommen bedient !
Ist dies rechtens ?

Kurz gerundet die Zahlenwerte: Nettoeinkommen aus unselb. Arbeit ca. 2000, €uro
Abzüglich: Aufwendungen Fahrtkosten 250 Euro
Gewerkschaftsbeiträge 30 Euro
negative Mieteinnahmen (ohne Abschreibung) 400 Euro
Steuererstattung 300 Euro

alle Werte auf Monat bezogen
Evtl. Gibt es ja irgendwo eine Position zum Nachlesen über alle Einkunftsarten.
Herzlichen Dank im Voraus

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Sehr geehrter Fragensteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt summarisch beantworten möchte:

In Bezug auf negative Mieteinnahmen:
In der Regel werden nach den unterhaltsrechtlichen Leitlinien Afas (Absetzung für Abnutzungen)nicht vom unterhaltsrelevanten Nettoeinkommen abgezogen. Die negativen Mieteinnahmen zählen somit als Einkommen.

Steuerrückerstattungen, Steuervorteile durch Abschreibungen oder aus Steuerfreibeträgen gehören auch zum unterhaltsrelevanten Einkommen. Gegenüber den Steuervorteilen können auf der anderen Seite Belastungen geltend gemacht werden.

Bei nichtselbständiger Arbeit wird das Jahresnettoeinkommen (inklusive Überstundenvergütung, Weihnachtsgeld etc) durch 12 geteilt, um das Monatsnettogehalt zu ermitteln.

Fahrtkosten und Gewerkschaftsbeiträge fallen unter die berufsbedingten Aufwendungen, hierfür werden i.d.R. 5 % des Nettoeinkommens berechnet, mindestens 60€, aber höchstens 150€.

Beispielsrechnung Nettoeinkommen:

2000-
130+ Berufsbedingte Aufwendungen
400+ Mieteinnahmen
300 Steuererstattungen

2570 €

Die exakte Höhe der Unterhaltsverpflichtung hängt dann natürlich von dem Alter des Kindes, Wohnort etc. ab.

Gut nachzulesen ist dies in Wendl/Staudinger, Das Unterhaltsrecht in der familienrechtlichen Praxis, § 1.

Ich hoffe, die Antwort war Ihnen soweit behilflich.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 09.02.2006 | 07:52

Vielen Dank für die gute Antwort !
Die negativen Mieteinnahmen habe ich glaube nicht klar genug beschrieben. Sie haben in Ihrer Antwort / Beispiel hier positive Einkünfte aufgezählt.
Ich habe aber monatlich lt. Steuererklärung 700 Euro Kosten, wovon 300 Euro Abschreibungen sind, welche nach Ihrer Aussage rechtlich aussen vor zu lassen wären.
In Ihrem Text verstehe ich es so, dass die übrigen Belastungen der Wohnungen abzugsfähig sind, womit dann die Steuererstattung auch mit zum Nettoeinkommen gerechnet werden kann !
Also 2000 Einkommen unselb. Arbeit + 300 Euro Steuererstattung - 400 Euro Belastungen Wohnungen.
Gibt hierzu eine Rechtsgrundlage / Urteile ???
Vielen Dank im Voraus ...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.02.2006 | 16:45

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sind sog. Überschusseinkünfte nach § 2 II Nr. 2 EStG und werden wie Einkünfte aus abhängiger Arbeit durch Abzug der Werbungskosten von den Bruttoeinnahmen ermittelt. Allerdings zählen nicht alle Aufwendungen zu Werbungskosten in Bezug auf die Mietobjekte. Das vermietete oder verpachtete Objekt selbst zählt zum Vermögen. Aufwendungen für den Erwerb des Objektes oder für werterhöhende Maßnahmen können nicht als Werbungskosten abgesetzt werden. Anders ist es mit Zinsen und Finanzierungskosten, die für einen Erwerbskredit aufgenommen worden sind und noch laufend gezahlt werden müssen § 9 I Nr. 1 EStG.
Zum Nachweis können Überschussrechnungen verlangt werden, die eine genaue Aufstellung der Bruttoeinkünfte und aller sie kürzenden Werbungskosten enthalten.

Eine genauere Auflistung der abziehbaren Werbungskosten in Bezug auf Mietobjekte habe ich Ihnen per mail zugesendet.

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