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Berechnung Kündigungsfrist in Probezeit, Arbeitsantritt zum 15. Mai

| 07.08.2018 10:26 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Gibt es für die Probezeit eine gesonderte Kündigungsfrist, dann kann bis zum letzten Tag der Probezeit mit der dafür vorgesehenen Frist gekündigt werden. Eine Kündigung mit der Frist für die Probezeit muss nicht so erfolgen, dass das Ende der Kündigungsfrist mit dem Ende der Probezeit zusammenfällt.

Ich habe zum 15. Mai 2018 eine Stelle begonnen. Meine Probezeit wurde vertraglich auf 6 Monate festgelegt. Ich habe eine vertragliche Kündigungsfrist in der Probezeit von einem Monat zum Monatsende. Danach kann ich mit 3 Monaten zum Quartal kündigen. Der 31.03. ist jedoch ausgeschlossen.
Meine Frage:
Meine 6-monatige Probezeit beginnt am 15.05.2018 und läuft bis 15.11.2018 (=6 Monate). Kann ich zum 14.11.2018 (also noch innerhalb der Probezeit) auf den 31.12.2018 kündigen obwohl ein Monat zum Monatsende vertraglich geregelt wurde? In meinem Fall würde ich ja dann bereits 6 Wochen vorher zum Monatsende kündigen. Kann ich also auch länger als ein Monat vorher kündigen? Heißt ein Monat zum Monatsende wenigstens ein Monat oder eben auch länger?
07.08.2018 | 10:57

Antwort

von


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Ihre Einschätzung ist richtig. Bis zum letzten Tag der Probezeit können Sie mit der für die Probezeit gültigen Frist kündigen. Wenn Sie also Ihre Kündigung wie von Ihnen vorgesehen aussprechen, dann wirkt dies wegen der Frist von einem Monat zum Ende eines Monats erst zum 31. Dezember 2018.

Sie müssen nicht so kündigen, dass zum Ende der Probezeit auch das Arbeitsverhältnis beendet wird.

Eine Kündigungsfrist bedeutet immer, dass diese Frist mindestens eingehalten werden muss. Man darf aber auch mit einer längeren Frist kündigen, muss dann aber deutlich machen zu welchem Zeitpunkt die Kündigung wirken soll.

Eine Frist von einem Monat zum Monatsende bedeutet nicht, dass man immer nur am Ende eines Monats kündigen kann. Das kann sogar länger sein als die von Ihnen beschriebenen sechs Wochen, wenn Sie nämlich beispielsweise am 2. November kündigen, wirkt diese Kündigung trotzdem erst zum 31. Dezember, weil nur so die Frist von (mindestens) einem Monat zum Ende eines Monats eingehalten werden kann. Das nächste Monatsende zu dem der Abstand mindestens einen Monat ist, ist nämlich dann einfach der 31. Dezember.

Um die kürzere Frist von einem Monat zum Monatsende ausnutzen zu können muss Ihre Kündigung aber innerhalb der Probezeit erfolgen. Würden Sie erst am 16. November kündigen, dann wäre das außerhalb der Probezeit mit der Folge dass dann schon die Frist von drei Monaten zum Quartal gelten würde.


Rechtsanwalt Jörg Klepsch
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Familienrecht


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