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Berechnung Kindsunterhalt und Betreeungsunterhalt

10.07.2014 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,
ich würde mir gerne den Kindsunterhalt für meinen Minderjährigen Sohn und den Betreuungsunterhalt für mich als Kindsmutter errechnen lassen.

Ich bin seit kurzem von dem Kindsvater meines 4 Monate alten Sohnes getrennt. Wir haben zwei Jahre lang zusammen gelebt, waren aber nicht verheiratet.
Die Vaterschaftsanerkennung liegt vor, wir haben geteiltes Sorgerecht.

Er ist Beamter hat ein durschnittliches monatliches Nettoeinkommen von 2278,- (wir haben die letzten 12 Monate genommen plus Einmalzahlung und Zuschläge)
Zusätzlich bewohnt und besitzt er ein abbezahltes Eigenheim ohne Belastung, in dem wir eine 90 qm gro0e Wohnung bewohnt haben (Mietwert nach örtlichem Mietspiegel 450,- Kaltmiete) Er hat Fahrtkosten zu Arbeit von 117,- und einen Privatkredit für seinen PKW von 350,- (Ab August sind es aber nur noch 6 km zur Arbeit und 8 km um seinen Sohn zu sehen) Kosten für Areitskeidung und Material fallen eigentlich nicht an, da der Arbeitgeber beides stellt.

Ich bin ausgezogen, bekomme 412,- Elterngeld (eigentlich 825,- es ist aber aufgeplittet auf 24 Monate, also 412,- pro Monat) und beziehe Kindergeld 184,-
Ich habe ebenfalls eine Privatkredit fürs Auto über 330,- und eine monatliche Kaltmiete von 250,-. Vor der Schwangerschaft war ich festangestellt und bekamm einen monatlichen Lohn von 2000 Brutto (1360,- netto)

Ich wüsste gern wie hoch der Kindunterhalt ist, wie hoch der Betreuungunterhalt, ob er den PKW Kredit mit in die Rechnung einfließen lassen darf und ob es auf die Dauer und Höhe des Betreuungsunterhaltes auswirkungen hat wenn ich mit einem neuen Partner zusammenziehe.
Mfg

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihnen steht wegen der Pflege und Erziehung des Kindes mindestens bis zu 3 Jahren nach der Geburt Betreuungsunterhalt nach § 1615 l Abs. 2 Satz 2–5 BGB zu.

Die Höhe des zu gewährenden Unterhalts bestimmt sich, anders als bei Ehegatten, wo der Halbteilungsgrundsatz gilt, nach Ihrer eigenen bisherigen Lebensstellung.

Maßgeblich für Ihre Unterhaltsanspruch ist also nicht der Lebensstandard wie er in der nichtehelichen Lebensgemeinschaft vorhanden war. Es ist also auf das von Ihnen vor der Geburt des Kindes nachhaltig erzielte Einkommen aus Erwerbstätigkeit abzustellen. Das waren netto 1360 Euro.

Auf dieses Einkommen ist Ihr Elterngeld in Höhe von (412 Euro - 150 Euro) = 262 Euro bedarfsmindernd abzuziehen. Das bestimmt § 11 BEEG i.V.m. § 6 BEEG, weil Sie 24 Monate Elterngeld beziehen und somit anstatt 300 Euro nur 150 Euro anrechnungsfrei bleiben. Ihr Bedarf beläuft sich somit auf (1360 Euro - 262 Euro) = 1098 Euro.

Der Kindesunterhalt bemisst sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Der Kindsvater hat ein Einkommen von 2278 Euro. Davon sind seine berufsbedingten Aufwendungen in Höhe von 117 Euro abzugsfähig, so dass ein unterhaltsrelevantes Einkommen von 2161 Euro verbleiben. Sein Autokredit und der Wohnwert sind nicht zu berücksichtigen.
Ihr Kind hat somit einen Unterhaltsanspruch nach Rang 2 der Stufe 1 der DT in Höhe von 349 Euro, abzüglich des hälftigen Kindergeldes (92 Euro). Somit hat der Kindsvater einen Betrag in Höhe von 257 Euro zu leisten.

Dass sich seine berufsbedingten Aufwendungen ab August verringern, ist insofern irrelevant, als dass er auch eine Pauschale von 5 % des Nettoeinkommens ansetzen könnte, es sei denn, er hat überhaupt keinerlei solcher Aufwendungen.

Zur Berechnung Ihres Unterhaltsanspruchs wird der PKW-Kredit berücksichtigt, da er den bisherigen Lebensstandard bestimmte. Der Wohnvorteil ist ebenfalls zuzurechnen.

Nettoeinkommen: 2278 Euro
- 117 Euro b.A.
- 257 Euro Kind
- 350 Euro Kredit

= 1554 Euro
- 222 Euro Bonus 1/7
= 1332 Euro
+ 450 Euro Wohnvorteil

= 1782 Euro

Von diesem bereinigten Nettoeinkommen verbleibt ihm ein Selbstbehalt von 1100 Euro, so dass er in Höhe von (1782 Euro - 1100 Euro) = 682 Euro Ihnen zur Unterhaltszahlung verpflichtet ist. Um Ihren Bedarf von 1098 Euro zu decken, ist er nicht leistungsfähig.

Wenn Sie mit einem neuen Partner zusammenziehen, wirkt sich das nicht auf seine Unterhaltsverpflichtung aus. Eine Verwirkung richtet sich nur nach § 1611 BGB, nicht nach § 1579 Nr. 2 BGB, der eine Versagung des Unterhalt wegen einer verfestigten Lebensgemeinschaft versagen kann. Letzterer ist auf den Unterhaltsanspruch der nichtehelichen Mutter auch nich entsprechend anwendbar.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2014 | 19:36

Entschuldigen sie wenn ich nochmals nachfragen muss, was genau ist der verrechnete 1/7 Bonus? Und könnten sie mir einfach nochmal aufschreiben wieviel als Betreuungsunterhalt an mich zusätzlich zum Kindsunterhalt zahlen muss. Habe ich das richtig verstanden, dass es 257,- für meinen Sohn und zusätzlich 682,- für mich sind? also ein Zahlung von 932,- von ihm an mich?
mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2014 | 20:20

Zu Ihrer Nachfrage:
Damit ist der Erwerbstätigenbonus gemeint. Wenn eine Ehe geschieden wird, gilt der sog. Halbteilungsgrundsatz bei der Verteilung des Einkommens für Ehegatten. Derjenige, der jedoch arbeitet bzw. unterhaltspflichtig ist, darf als eine Art Arbeitsanreiz/Anerkennung den sog. Erwerbstätigenbonus in Höhe von 1/7 (14,29 %) von seinem bereinigten Nettoeinkommens abziehen. Dies gilt auch für nichtverheiratete Paare, da sie nicht besser gestellt werden sollen als Verheiratete.
Manche Oberlandesgerichte berücksichtigen diesen Bonus auch nur mit 10 %. (Leitlinien SüdL).

Ja, der zu zahlende Unterhalt beträgt:
257,- plus 682,- = 939,- (und das Kindergeld).

MfG

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