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Berechnung (Hyphotek) Vorfälligkeitsentschädigung bei Neuvertrag bei gleicher Bank

13.11.2012 12:35 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Richard von Vietinghoff-Scheel


Hallo,
wie darf eine Bank folgenden Fall zum Thema VFE berechnen?
Kredit A mit € 128t + KFW € 54t muss noch 4 Jahre laufen, bis die gesetzl. Kündigungsfrist + 6 Monate in Kraft treten würden. Wir lösen jedoch wegen Verkauf der Wohnung Ende 2012 den Kredit aus.
Im selben Zug haben wir einen neuen Kredit B für unser Hauskauf bei der selben Bank mit € 205t plus KFW124 € 55t plus KFW 152 € 45t unterschrieben.
Der Zinssatz ist 1% besser wie bei Kredit A, aber die Kreditsumme deutlich höher.
Kredit A inkl. KFW Zinsbindung 20 Jahre, im März 2006 ausgezahlt.
Kredit B Zinsbindung 20 Jahre, KFW jeweils 10 Jahre.
Meiner Meinung nach hat die Bank mit dem Folgegeschäft ein besseres Geschäft und hat dadurch keinen Nachteil. Die Differenz im Zinssatz würde ich mir als VFE auch noch gefallen lassen.
Die Bank braucht noch um die Berechnung vorzunehmen, da es derzeit bei der Abteilung VFE liegt, diese jedoch keine Info hatten über den Neuvertrag.....danke an unseren Finanzmenschen :)
Ich möchte hier wissen, wie eine korrekte und saubere Abrechnung auszusehen hat.
Gruß Sasa Stimac

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Es gibt letztlich zwei Berechnungsmethoden zur Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung (im folgenden VFE genannt):

1) die Aktiv/Aktiv-Methode
2) die Aktiv/Passiv-Methode.

Die Bank kann die Berechnungsmethode grundsätzlich frei wählen.

Die Aktiv/Aktiv-Methode ermittelt den sogenannten Zinsmargenschaden, d. h. die Differenz zwischen dem vereinbarten Darlehenszins (diese Angabe fehlt mir zu Ihrem aktuellen Fall) und den Refinanzierungskosten der Bank für den bereitzustellenden Darlehensbetrag (d.h. die von der Bank für die Beschaffung der Darlehensvaluta aufgewendeten Zinsen) abzüglich der Bearbeitungskosten und der Risikoprämie (vgl. hierzu: BGH NJW 1991, 1817, 1818). Zu beachten ist, dass sich Ihre Bank dabei ein Ersatzgeschäft grundsätzlich nicht anrechnen lassen müßte (vgl. hierzu: BGH NJW ZIP 1997, 1641, 1644).

Die Aktiv/Passiv-Methode ermittelt hingegen die Differenz zwischen den Zinsen, die Sie unter Berücksichtigung des hypothetischen Tilgungsverlaufes gezahlt hätten(oder zahlen würden), und der Rendite, die sich aus einer laufzeitkonkruenten Wiederanlage der aufgrund der der vorzeitigen Beendigung des Darlehensvertrages freigewordenen Beträge in sichere Kapitalmarkttitel ergibt (vgl. hierzu: BGHZ 146, 5, 11).

Beide Berechnungsmethoden können je nach aktuell geltenden Zinssätzen jedenfalls zu recht unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Beide Berechnungen können aber letztlich nur von einem Experten (also einem Mathematik-Experten) berechnet werden. Ein Anwalt kann Ihnen - jedenfalls im Normalfall - dazu nur sagen, welche Zinssätze anzusetzen sind und in welcher Höhe aktuell die weiteren Faktoren festzusetzen sind. Aus Ihren Angaben kann ich hierfür leider relativ wenig bzw. gar nichts entnehmen. Ich kenne bislang lediglich Ihre Kreditsummen und die Laufzeit bzw. die Zinsbindung. Insbesondere kenne ich leider nicht Ihren Zinssatz, und der wäre Grundvoraussetzung für die Berechnung.

Die Berechnung selber kann in Ihrem Fall dann aber entweder nur ein entsprechend programmierter Computer oder ein Mathematiker vornehmen. Ich kann dies - wie auch die meisten mir bekannten Bankrechtsanwälte - jedenfalls nicht.

Ergo: Sie sollten die Berechnung der Bank abwarten und keine voreiligen Schritte vornehmen. Die Bank hat nun mal einen Anspruch auf die VFE, da kommen Sie nicht darum herum. Wenn Ihnen dann die konkrete Berechnung der Bank vorliegt, dann können Sie zunächst prüfen, ob dort die richtigen Faktoren (s. o.) angesetzt wurden. Sollte das nicht der Fall sein, sollten Sie eine korrigierte Berechnung verlangen. Sollten die Faktoren korrekt berücksichtigt worden sein, heißt das aber noch lange nicht, dass auch die Berechnung korrekt durchgeführt worden ist. Dafür bräuchten Sie aber dann einen Experten (Gutachter), der Ihnen das konkret ausrechnet bzw. ausrechnen lässt. So ein Experte kostet aber für gewöhnlich einige Euro. Das müßten Sie sich dann überlegen, ob Sie die investieren wollen, um die korrekte Durchführung der Berechnung zu überprüfen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Richard von Vietinghoff-Scheel, Rechtsanwalt

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