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Berechnung Höhe Unterhalt für in Schweit lebende Tochter

19.03.2012 18:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Guten Tag,

meine Tochter (fast 17 Jahre alt) lebt bei ihrem Vater in der Schweiz/Kanton St. Gallen.Ich in Deutschland. Ich lebe ohne weitere Kinder in einer eheähnlichen Gemeinschaft. Mein Exmann ist verheiratet und 2 weitere Kinder (2Jahre alt, seine Frau ist Hausfrau).
Bitte berechnen Sie die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts für meine Tochter.
Mein mtl. Nettoeinkommen 1.650,00 Euro, Fahrkarte zur Arbeit mtl. 150,00, eigene Miete warm 450,00, Altesrvorsorge 100,00. Oder findet hier die 17 %Regel Anwendung? Sprich der von mir zu zahlende Unterhalt beträgt mtl. Euro 280,00?
Ab August beginnt meine Tochter eine Ausbildung und verdient mtl. 800 CHF? Wie hoch ist dann der Unterhalt? Es möge bitte jemand antworten, der sich explizit mit dem schweizer Unterhaltsrecht auskennt, denn ich habe schon einmal hier eine falsche Auskunft erhalten! Vielen Dank!

Sehr geehrte Fragestellerin,


Ihre Frage lässt sich leider nicht mit einer konkreten Zahl bzw. Berechnung beantworten, da das Unterhaltsrecht in der Schweiz völlig anderen Grundsätzen folgt als in Deutschland.

Nach deutschem Recht müsste man davon ausgehen, dass der Vater seine Unterhaltsverpflichtung durch Naturalunterhalt erfüllt, wohingegen Sie Barunterhalt zahlen müssten, der sich ausschließlich nach Ihrem Einkommen richtet, ohne Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Vaters. Der Unterhalt wäre dann nach der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen.

In der Schweiz hingegen wird der Unterhalt nach dem Bedarf des Kindes berechnet. Das Einkommen der Eltern wird nachrangig berücksichtigt, indem zunächst der Bedarf des Kindes anhand der Grundsätze der vom Jugendamt des Kantons Zürich (gilt auch außerhalb des Kantons Zürich) entwickelten Berechnung ermittelt wird. Der daraus zu berechnende Unterhalt wird dann auf die Eltern nach ihren jeweiligen Einkommensverhältnissen verteilt. Hierfür kommt es also auf die konkreten Lebensumstände aller Beteiligten an.

Nach dem Protokoll vom 23. November 2007 über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht (eine Ergänzung des entsprechenden Haager Übereinkommens), welches sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz gilt, ist für Unterhaltspflichten das Recht des Staates maßgebend, in dem der Berechtigte wohnt, in Ihrem Fall also das Recht der Schweiz.
Der früher in Deutschland geltende Art 18 Abs.5 EGBGB, der deutsches Recht vorsah für den Fall, dass alle Beteiligten deutsche Staatsangehörige waren und der Verpflichtete seinen Wohnsitz im Inland hatte, wurde aufgehoben.

Grundsätzlich sind die Unterhaltsbeträge in der Schweiz – im Vergleich zu Deutschland – sehr hoch, oft ab 1.000 CHF aufwärts.

Ich empfehle Ihnen, abzuwarten, welchen konkreten Unterhalt Ihre Tochter verlangt, danach kann man sich mit ihrer Berechnung auseinandersetzen.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2012 | 09:58

mein Exmann fordert mtl. 420,00 Euro für die nächsten 3 Jahre. Wieso kann ich nicht 17 % vom Nettoeinkommen nehmen?vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.03.2012 | 10:52

Sehr geehrte Fragestellerin,

es gibt in der Schweiz grundsätzlich zwei Ansätze zur Berechnung des Unterhalts, nämlich den bereits erwähnten konkreten Ansatz anhand des Bedarf und der Zürcher Tabelle. Der Bedarf eines Kindes im Alter von 13 bis 17 Jahren beträgt beim Einzelkind 2115 CHF, bei einem Kind mit zwei Geschwistern 1675 CHF. Hierin sind die auch die Wohnkosten und sonstigen Kosten pauschal enthalten. Die Verteilung dieses Betrages auf die Eltern erfolgt anhand des beiderseitigen Einkommens.

Der andere Ansatz geht von einem pauschalierten Prozentsatz aus. Allerdings wird dies in Ihrem Fall nicht sachgerecht sein, da Sie für Schweizer Verhältnisse ein sehr niedriges Einkommen haben und der Prozentsatz von 15-17% für Einkünfte auf Schweizer Niveau gilt.

Sie müssen deshalb damit rechnen, dass ein Gericht in der Schweiz eine konkrete Berechnung vornimmt, die zu einem Ergebnis deutlich oberhalb der 17% kommt.

Da der Unterhalt in der Schweiz nicht so strikt pauschaliert berechnet wird wie in Deutschland, ist eine konkretere Aussage leider nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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