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Berechnung Erbanteil


19.01.2007 12:26 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling



Sehr geehrte/er Anwalt/Anwältin,
durch den Tod des Vaters (er war seit 15 Jahren getrenntlebend), muss das Vermögen an Noch-Ehefrau, 2 Söhnen und 1 Tochter verteilt werden. Angestrebt wird von den beiden Söhnen eine gerechte Aufteilung. Die Tochter hat im Laufe der Jahre immer wieder größere Geldbeträge von ihrem Vater erhalten (teils mit erpresserischen Methoden: Du siehst sonst deine Enkel nicht mehr) und will davon heute nichts mehr wissen. Diese Geldbeträge sollen bei ihrem Erbanteil abgezogen werden (was sie gar nicht einsieht).
Außerdem hat sie vor 15 Jahren auf das elterliche Haus eine Grundschuld 1. Ranges i.H.v. 100.000 DM eintragen lassen, diese Eintragung besteht heute noch. Das bedeutete, dass ihre Brüder nicht den Vorteil einer günstigen Finanzierung ihrer Eigenheime hatten, im Gegensatz zur Schwester.

Auch wurde das elterliche Haus im vergangenen Jahr mit großem finanziellen Aufwand des Vaters u. der monatelangen, unentgeltlichen Hilfe eines Sohnes umgebaut, so dass eine enorme Wertsteigerung erfolgte.

Sollte die Mutter (woran sie seit 15 Jahren keinerlei Interesse hatte) das Haus nun verkaufen, welcher Wert steht ihr zu? Der Wert von vor 15 Jahren, oder der heutige Wert?

Können die Brüder diese Grundbucheintragung irgendwie finanziell geltend machen? Gibt es einen gerechten Ausgleich in irgendeiner Form?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Für den Ausgleich des Grundstückes ist der Wert dieses zum Zeitpunkt des Erbfalles maßgebliche. Dabei ist es unbeachtlich, ob ein Getrenntleben längere Zeit vorlag.

Eine Anrechnung der Geldbeträge und der Grundbucheintragung auf den Erbteil der Schwester kann dann erfolgen, wenn dies vom Erblasser gewollt war, dass im Erbfall ein Ausgleich erfolgen soll. (§ 2050 Abs.3 BGB)

Ein Ausgleich hat ebenso zu erfolgen, wenn die Leistung als Ausstattung gedacht war, d.h. zur Verheiratung. (§ 2050 Abs. 1 BGB i.V.m. § 1624 BGB). Auch bei Leistungen für die Vorbildung zu einem Beruf sind diese insoweit zu Ausgleich zu bringen, wie sie die Vermögensverhältnisse des Erblassers übersteigen (§2050 Abs. 2 BGB).

Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen finden Sie als Anhang.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.


Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich gern für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats.


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel.: 0351/2 69 93 94
Fax: 0351/2 69 93 95
e-mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de


§ 1624 Ausstattung aus dem Elternvermögen

(1) Was einem Kind mit Rücksicht auf seine Verheiratung oder auf die Erlangung einer selbständigen Lebensstellung zur Begründung oder zur Erhaltung der Wirtschaft oder der Lebensstellung von dem Vater oder der Mutter zugewendet wird (Ausstattung), gilt, auch wenn eine Verpflichtung nicht besteht, nur insoweit als Schenkung, als die Ausstattung das den Umständen, insbesondere den Vermögensverhältnissen des Vaters oder der Mutter, entsprechende Maß übersteigt.

(2) Die Verpflichtung des Ausstattenden zur Gewährleistung wegen eines Mangels im Recht oder wegen eines Fehlers der Sache bestimmt sich, auch soweit die Ausstattung nicht als Schenkung gilt, nach den für die Gewährleistungspflicht des Schenkers geltenden Vorschriften.

§ 2050 Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gesetzliche Erben

(1) Abkömmlinge, die als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen, sind verpflichtet, dasjenige, was sie von dem Erblasser bei dessen Lebzeiten als Ausstattung erhalten haben, bei der Auseinandersetzung untereinander zur Ausgleichung zu bringen, soweit nicht der Erblasser bei der Zuwendung ein anderes angeordnet hat.

(2) Zuschüsse, die zu dem Zwecke gegeben worden sind, als Einkünfte verwendet zu werden, sowie Aufwendungen für die Vorbildung zu einem Beruf sind insoweit zur Ausgleichung zu bringen, als sie das den Vermögensverhältnissen des Erblassers entsprechende Maß überstiegen haben.

(3) Andere Zuwendungen unter Lebenden sind zur Ausgleichung zu bringen, wenn der Erblasser bei der Zuwendung die Ausgleichung angeordnet hat.

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