Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Berechnung Ehegattenunterhalt bei Wiederheirat und weiteren Kindern


16.04.2006 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit längerer Zeit muss ich Unterhalt an die Exfrau und an meine beiden Kinder aus erster Ehe bezahlen.

Da sich nun meine Lebenssituation massiv geändert hat, bitte ich aufgrund meiner hohen finanziellen Belastung um Ihren Rat.

Nachfolgend Erläuterungen zu meiner derzeitigen Lage:

Derzeit zahle ich an die Exfrau und an meine beiden Kinder aus erster Ehe, welche bei der Mutter leben, Unterhalt in folgender Höhe:

Exfrau: 533,88 Euro/Monat
Tochter geb. im Mai 1993: 307,00 Euro/Monat
Tochter geb. im Februar 2001: 192,00 Euro/Monat

Die Berechnung bezog sich auf mein damaliges Einkommen und wurde im Scheidungsurteil von November 2004 verankert.

Seit Januar 2006 bin ich mit meiner neuen Frau glücklich verheiratet und wir haben seit Februar 2006 ein gemeinsames Kind. Meine jetzige Frau hat zwei schulpflichtige Kinder aus erster Ehe (geb. im August 1990 und Oktober 1998), welche bei uns leben. Unser Haushalt besteht somit derzeit aus 5 Personen. Meine Lohnsteuerklasse wurde von 1/1 auf 3/3 geändert.

Meine zwei Kinder aus erster Ehe besuchen uns ca. alle 14 Tage, meist übers Wochenende. Wir wohnen seit Februar in einem Haus, welche meinen Eltern gehört. Ab Mai 2006 müssen wir ca. 500 Euro Monatsmiete an meine Eltern bezahlen.

Mein derzeitiges Bruttoeinkommen im Jahr beträgt ca. 56.000 Euro. Meine Frau ist Hausfrau und betreut die drei Kinder. Vor unserer Ehe bekam Sie Arbeitslosengeld 2. Für ihre Kinder erhielt sie neben Kindergeld zusätzlich Unterhaltsgeld vom Jugendamt, da seitens des im Ausland (nicht EU) wohnenden Vaters keine Zahlungen geleistet wurden. Nach unserer Hochzeit bzw. ihres Umzuges von Augsburg nach München im Februar 2006 sind sämtliche Leistungen an sie eingestellt worden. Somit steht uns derzeit, nebst üblicher Zahlungen für die Kinder, nur mein Nettoeinkommen abzüglich der Unterhaltszahlungen zur Verfügung.

Die Bescheinigung für Erhalt von Kindergeld in Höhe von je 154 Euro für die drei bei uns im Haushalt lebenden Kindern bekamen wir zugeschickt; die Bewilligung von Erziehungsgeld für unser Baby liegt noch nicht vor.

Die Exfrau geht derzeit mehreren Teilzeitbeschäftigungen nach und verdient im Jahr geschätzte 12.000 Euro brutto. Sie wohnt in einem Haus, welches ihrer Mutter gehört. Seit über einem Jahr hat sie einen festen Partner der schon seit längerer Zeit bei ihr und den Kindern lebt, aber noch nicht offiziell angemeldet ist (laut ihrer Aussage ist dies geplant).

Nun meine Fragen:

1.) Wie werden sich künftig meine Unterhaltszahlungen an die Exfrau bzw. die beiden Kinder aus erster Ehe gestalten?

Für meine beiden Kinder gelten sicherlich die Regeln laut Düsseldorfer Tabelle, wobei es hier keinerlei Grund zu Diskussionen gibt. Einzig und allein geht es um die Zahlungen für die Exfrau.


2.) Haben wir die Möglichkeit ggf. Unterstützungen zu erhalten (Kindergeldzuschuss, Wohngeld, Unterhaltszahlungen etc.)?


Ich bitte Sie die Anfrage vertraulich zu behandeln und bedanke mich für die Beantwortung der Fragen im Voraus.


Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Kindesunterhalt
Für den Unterhalt Ihrer ersten Ehefrau und der gemeinsamen Kinder kommt es auf Ihren durchschnittlichen monatlichen Nettolohn an. Hierzu haben Sie leider keine Angaben gemacht . Vorausgesetzt Sie haben zwei Kinder auf Ihrer Steuerkarte eingetragen und zahlen Kirchensteuer in Höhe von 9% errechnet sich bei einem Bruttolohn von 56.000 EUR ein monatliches Nettoeinkommen von 3.871,56 (www.steuer.niedersachsen.de/Service/LSt2006Script.htm). Abzgl. einer Pauschale für berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von 5% (193,55 EUR) verbleibt ein bereinigtes Nettoeinkommen von 3.677,45 EUR.

Nach den Richtwerten der Düsseldorfer Tabelle ergeben sich somit folgende Beträge für den aktuellen Kindesunterhalt:

Kind 1 (geb. 05/93) (495,00 – 77,00) = 418,00 EUR
Kind2 (geb. 02/01) (347,00 –77,00) = 270,00 EUR

Da die Richtwerte der Tabelle von drei Unterhaltsschuldnern (Frau, 2 Kinder ) ausgehen, Sie aber zusätzlich auch Ihrer neuen Familie Unterhalt schulden, ist die Eingruppierung um eine Stufe zu korrigieren (zu Ihren Gunsten). Die Hälfte der jeweiligen Kindergeldbeträge sind auf die Unterhaltsbeträge anzurechnen.

Ehegattenunterhalt
Bis zum Eintritt Ihres jüngsten Kindes aus erster Ehe in die 3. Schulklasse haben Sie Ihrer Ehefrau den vollen Betreuungsunterhalt zu leisten. D.h. bis zu diesem Zeitpunkt ist es Ihrer Ex-Frau nicht zuzumuten, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Einkünfte die Sie dennoch erzielt werden als sog. „überobligatorische Einnahmen“ nur zur Hälfte angerechnet. Weiterhin ist die ersparte Miete bei Ihrer Ehefrau als Einkommen hinzuzurechnen, falls Sie für das Haus der Mutter keine Miete zahlt. Zu dem maßgeblichen Betrag kann ich mangels der erforderlichen Kenntnisse über die Wohnung keine Angaben machen. Für die Höhe des Ehegattenunterhalts kommt es auf die ehelichen Verhältnisse an. Hierzu haben Sie keine Angaben gemacht. Eine überschlägige Berechnung können Sie wie folgt vornehmen:

(mtl. Netto-Eink. Ehemann – Kindesunterhalt ) – (mtl. Netto-Eink.Ehefrau x ½ ) x 3/7.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die steuerlichen Vorteile aus Ihrer erneuten Heirat und dem weiteren Kind nicht Ihrer Ex-Frau zugute kommen. Die Berechnung Ihres Netto-Einkommens müsste also auf Basis der Lohnsteuerklasse 3 (1 Kind) erfolgen und ergäbe einen Betrag in Höhe von 3.357,20 EUR/Monat. Anhand der oben aufgeführten Berechnung würde der Ehegattenunterhalt somit ca. 930 EUR betragen. Die seinerzeitige Festsetzung eines erheblich niedrigeren Unterhalts dürfte auf der Anrechnung des Mietvorteils bei Ihrer Ehefrau beruhen.

Nach Abzug von Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt verbliebe Ihnen bei einer aktuellen Unterhaltsberechnung also monatlich ein Betrag in Höhe von ca. 2.253,00 EUR.

Über die genannten Umstände hinaus wird Ihre neue Familie bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt. Insbesondere die Kinder aus der ersten Ehe Ihrer neuen Frau spielen in Bezug auf den von Ihnen geschuldeten Kindes- und Ehegattenunterhalt keine Rolle, da Sie diesen Kindern keinen Unterhalt schulden.

In absehbarer Zeit werden sich die Grundlagen der Unterhaltsberechnungen erheblich ändern und zwar zugunsten der neuen Familien geschiedener Ehegatten. Eine entsprechende Gesetzesvorlage ist bereits vom Bundeskabinett beschlossen worden. Ob und inwieweit sich die geplanten Änderungen dann auf Ihre konkrete Situation auswirkt, sollten Sie durch einen Fachmann vor Ort überprüfen lassen, dem dann auch alle für eine exakte Berechnung erforderlichen Details vorliegen.

Einen Anspruch auf staatliche Zuschüsse zum Unterhalt Ihrer neuen Familie könnten Sie erhalten, wenn das aktuelle Familieneinkommen, abzgl. Ihrer Unterhaltszahlungen, nicht ausreicht, um den Mindestbedarf zu decken. Für eine exakte Berechnung müssten sämtliche Einnahme (Kindergeld, Gehälter) von beiden Ehegatten und sämtliche Ausgaben (Wohnkosten, Schulden, etc.) herangezogen werden. Diese Angaben liegen mir nicht vor. Entsprechende Auskünfte erhalten Sie bei ihrem zuständigen Ortsamt bzw. dem Sozialamt.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER