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Berechnung ALG1 nach Elternzeit

30.11.2017 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich werde nach der Elternzeit am 31.12.2017 arbeitslos sein (betriebsbedingte Kündigung). Wie wird dann ALG1 berechnet werden?
Bei meinem aktuellen Arbeitgeber arbeite ich seit 2015 in Teilzeit und dass 4 Tage die Woche (wg. Kinder). Am 28.8.2016 bekam ich Beschäftigungsverbot aufgrund Schwangerschaftsprobleme bis zu Beginn des Mutterschutzes am 9.11.2016. Die Mutterschutzzeit endete 8 Wochen nach der Geburt 22.2.2017. Anschließend begann meine Elternzeit. Die Elternzeit endet am 31.12.2017 und damit beginnt meine Arbeitslosigkeit. Wird hier ALG1 berechnet? Wie wird der Zeitraum - Beschäftigungsverbot - und - Mutterschutz - einbezogen bzw. auch das Krankengeld und das Mutterschutzgeld?

30.11.2017 | 19:46

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mit Kindern beträgt das Arbeitslosengeld 67% vom sogenannten Leistungsentgelt. Als Leistungsentgelt gilt ein pauschaliertes Nettoentgelt.

Für die Berechnung des pauschalierten Nettoentgelts kommt es auf Ihre Bruttoeinkünfte an, die Sie in dem Jahr vor Beginn der Arbeitslosigkeit verdient haben. Dieser Bemessungsrahmen wird durch Rückrechnung bestimmt und läuft nach einem Jahr gem. § 150 SGB III: Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen I SGB III ab. Zum Arbeitseinkommen zählen alle steuer- und beitragspflichtigen Einnahmen. Hierzu zählt das monatliche Gehalt und auch Sonderzahlungen wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Wenn Sie in dem Jahr vor der Arbeitslosigkeit keine 150 Tage Arbeitsentgelt erzielt haben, wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre erweitert gem. § 150 SGB III: Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen . Sofern Sie sich also in dem Jahr vor der Arbeitslosigkeit in Elternzeit befunden und keine Einnahmen erzielt haben, wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre erweitert.

Bei nur einem Jahr Elternzeit, wird somit Ihr Arbeitseinkommen zu Grunde gelegt, dass Sie in dem Jahr vor der Babypause erzielt haben. Es wird dabei immer von dem Tag der Arbeitslosigkeit zwei Jahre zurück gerechnet und geschaut, ob Sie in den letzten zwei Jahren wenigstens 150 Tage Arbeitsentgelt bezogen haben.

Weder das Elterngeld noch das Mutterschaftsgeld oder der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber können bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes berücksichtigt werden. Hierbei handelt es sich nicht um beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.

Die Mutterschutzzeit und die Elternzeit werden nur bei dem Anspruch auf das Arbeitslosengeld als anwartschaftsbegründend berücksichtigt, nicht jedoch bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen



Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

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