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Berechnung ALG (Rückkehr aus der Schweiz)

21.03.2017 07:24 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Zusammenfassung: Bei Auslandsrückkehrern ist vor der ALG I Beantragung ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis in Deutschland nötig, um die Anspruchszeiten aus dem Ausland mitzunehmen. Allerdings wird nur das Entgelt aus dem deutschen Arbeitsverhältnis als Bemessungsgrundlage herangezogen.

Guten Tag

Ich habe 10 Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet. Bin zurück nach Deutschland und habe bis Mitte März Erziehungsgeld bekommen.

ALG wurde abgelehnt und die Dame meint ich bräuchte nur eine kurzfristige sozialversicherungspflichtige Anstellung mind. 15 Stunden 451 €, dann würde alles angerechnet. Das habe ich jetzt.

Wie wird dann aber das ALG berechnet? Gibt es wie Mischrechnung mit der Schweiz oder nehmen die dann nur 451 € als Grundlage?

Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider habe ich keine guten Nachrichten für sie.

Die Auskunft des Jobcenters war erst mal korrekt. Für Menschen, die im Ausland gearbeitet haben und dort steuer- und versicherungspflichtig waren, muss nach der Rückkehr ein (deutsches) sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingegangen werden. Die Dauer ist gesetzlich nicht geregelt, so dass auch ein kurzfristiger Arbeistvertrag ( Z.B. 3 Monate) ausreicht. Unter die Sozialversicherungspflicht fallen alle Arbeitsverhältnisse mit einer Entlohnung über 450,00 € also ab 451 € und einer Arbeitszeit ab 15 Stunden. Nach Beendigung dieses Arbeitsverhältnisses kann AlG I beantragt werden.

Zum Nachweis ihrer Arbeitstätigkeit in der Schweiz benötigen sie das Dokument PD U1, dies wird in der Schweiz ausgestellt.

Die Berechnung richtet sich nach "normalen" Grundregeln ( Bemmesungszeitraum sind die letzten 12 Monatsgehälter im Durchschnitt, Minderungen aufgrund Teilzeit wegen Erziehungsurlaub bleiben außer Betracht) allerdings mit einer Ausnahme: Es wird nur das zuletzt in Deutschland gezahlte Einkommen als Bemessungsgrundlage verwendet. Das Schweizer Einkommen findet nur bei Grenzgängern Berücksichtigung.

Fazit:
Da ALG I mit Kind nur bei 67 % des letzten Verdienstes ( dann ja 451 €) liegt ist ihnen also mit einer gering entlohnten Tätigkeit nicht wirklich geholfen, sie müssten mit ALG II ( Hartz IV) aufstocken. Folglich hilft ihnen nur ein Anstellungsverhältnis mit einem besseren Verdienst. Auch hier spielt natürlich keine Rolle, wie lange dieses währt, denn ihre Anwartschaftszeit haben sie in der Schweiz erfüllt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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