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Berchnung eines Grundstücks nach Erbe, Scheidung Zugewinn

06.12.2018 14:29 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo an Alle,

ich habe im Jahr 1998 von meinen Eltern ein Baugrundstück erhalten, welches mir im Erbausgleich auf 100000 DM angerechnet wurde. hierfür wurde auch bei der Überschreibung, vom Notar der Wert von 100000 € angesetzt.
Danach wurde geheiratet und natürlich das Grundstück bebaut. Hier blieb ich aber Alleineigentümer.
Auch bin ich heute Alleineigentümer der Immobilie und behalte die noch vorhandenen Schulden.

Nun nach fast 20 Jahren ist die Ehe gescheitert und es geht an die Berechnung des Zugewinnes.
Der Anwalt meiner Frau ist der Meinung, dass hier lediglich der Verkehrswert des Grundstückes aus 1998 zählt, nicht aber die Angabe des Wertes durch den Notar, welcher ja hier aber für den Erbausgleich angerechnet wurde.
Meine Schwester hat im Gegenzug einen Teil des Elterlichen Wohnhauses erhalten, ebenfalls mit 100000 DM angerechnet.
Für den weiteren Verlauf des noch folgenden Erbe war dies nun für uns alle geregelt und auch in der Familie festgesetzt, nicht aber Notariell. Beim Erben des Restlichen Vermögens, wird meine Schwester das Haus ganz erhalten und den Restwert an mich auszahlen, dies ist auch mit den Eltern und der Schwester so vereinbart und wird auch keine Probleme mit sich bringen.
Nun wurde der Wert nach einem Bodenrichtwert von 1998, von der Gegenseite auf 75000 DM gesetzt, was mein Anfangsvermögen dadurch ja auch wieder schmälert und die Erbanrechnung ebenfalls in Frage stellt.

Nun meine Frage.
Darf es sein das hier nach 20 Jahren ein Erbe anders berechnet wird als dieses unter Geschwistern angerechnet wurde?
Welcher Wert des Grundstückes wird hier heute als Anfangsvermögen berechnet?
Der Bodenrichtwert aus 1998 oder der Wert welchen der Notar festgelegt hatte?

Hier wäre jetzt eine angerechnete Erbschaft durch den gegnerischen Anwalt in Frage gestellt.

Ich hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen und bedanke mich schon mal für die Hilfe.

Sehr geehrter Ratsuchender,


leider kann nicht der vom Notar zugrunde gelegte Wert auch im Anfangsvermögen Berücksichtigung finden.

Die Bewertung von Grundstücken im Rahmen des Zugewinnausgleichs für das Anfangsvermögen und das Endvermögen erfolgt nach grundsätzlichen von der Rechtsprechung anzuwendenden Bewertungsverfahren.

In Ihrem Fall handelt es sich um ein unbebautes Grundstück. Unter Anwendung der Immobilienwertermittlungsverordnung ( ImmoWertV ) ist für eine Bewertung der Verkehrswert zu ermitteln. Dieser wird, je nach Grundstück, ob bebaut oder nichtbebaut, ob eigengenutzt oder als Renditeobjekt genutzt, nach bestimmten Verfahren bestimmt.

Im Falle der unbebauten Grundstücke ist dieses das sogenannte Vergleichswertverfahren (§§ 15,16 ImmoWertV). Nach § 15 ImmoWertV erfolgt die Wertermittlung wie folgt:

„Im Vergleichswertverfahren wird der Vergleichswert aus einer ausreichenden Zahl von Vergleichspreisen ermittelt…."

Demgemäß müsste ein Gutachter den Wert ermitteln. Das wäre das zutreffende Vorgehen.

§ 16 ImmonWertV bietet aber auch die Möglichkeit auf Bodenrichtwerte zurückzugreifen, wenn sich der Wert nicht im Vergleichsverfahren ermitteln lässt.

Den Bodenrichtwert heranzuziehen, ist natürlich einfacher, ob auch in Ihrem Fall geeignet muss individuell geklärt werden.

Es wird demnach weder der Wert, den der Notar angenommen hat, noch der Wert, der der Erbauseinandersetzung zu Grunde gelegt wurde. Für die Erbanrechnung kann der ursprüngliche Eert gewählt werden, da dieses unter den Familienangehörigen auch individuell vereinbart werden.

Im Rahmen des Zugewinns gibt es aber entsprechende Vorgaben, wenn die Parteien über die Werte nicht einig sind.

Leider kann ich Ihnen keine andere Auskunft geben.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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