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Benachteiligung durch ausländischen Namen, Namensänderung möglich?


26.04.2005 11:40 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich fühlte mich wegen meinem ausländischen Namen immer wieder benachteiligt. Jetzt besonders: nach einer Kündigung habe ich mich selbständig gemacht. Als IT-Freiberufler bin ich auf der Suche nach Aufträgen. Viele Kontakte kommen erst gar nicht zu Stande, weil ich von vorherein einer bestimmten Klasse zugeordnet werde. Würde mein Name deutsch klingen, wäre damit eine große Hürde überwunden. Die weiteren Verhandlungs-Schritte sind nicht so problematisch, letztendlich bin ich nach 19 Jahren gut in der Gesellschaft integriert (wir kamen im Juni 1986 als Spätaussiedler nach Deutschland).

Nach der Änderung gäbe es folgende Probleme auch nicht mehr (für die Behörden wäre es auch vorteilhaft): Schreibfehler, Verwechslung von Nachnamen mit dem Vornamen und Verwechslung des Geschlechts.

Die Probleme treffen zum größten Teil sowohl bei meiner Frau, als auch bei unserem Sohn zu.

Die Zuständige Behörde hat mich darauf hingewiesen, dass wir keine Chancen haben. Die Antrags-Formulare wurden nur auf meinen Druck ausgehändigt. Desweiteren wurde angemerkt, dass es nicht bewilligt wird und dass es uns viel kosten kann. Auf die Frage, wer die Entscheidung trifft, kam die Antwort: "Ich persönlich".

Der Vorfall bei der zuständigen Behörde hat mich sehr mitgenommen. Erstens wegen der angeblich geringen Erfolgsaussichten, zweitens wegen dem Verhalten des Beamten.

Auf jeden Fall gebe ich nicht deswegen auf und suche nach weiteren Möglichkeiten unsere Chancen zu erhöhen. Als erstes Frage ich hiermit den Anwalt, der sicher mit ähnlichen Fällen Erfahrungen hat:

- Sind die Erfolgsaussichten wirklich so schlecht ?
- Wie könnte man diese erhöhen ?
- Trifft die Entscheidung wirklich der Beamte alleine, der den Atrag entgegen nimmt ?
- Was wäre dann die nächste Instanz für ev. Widerspruch ?
- Wenn eine einfache Absage schon viel kosten kann, was würde dann die nächste Instanz kosten ?

Für die Antworten bedanke ich mich im Voraus.
26.04.2005 | 13:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

die Namensführung einer Person (Familienname und Vorname) richtet sich nach bürgerlichem Recht.
Danach ist eine beliebige Namensänderung nicht möglich, sondern nur in bestimmten Ausnahmefällen.

Die Namensänderung kann entweder durch eine namensgestaltende Erklärung oder durch eine Verfügung des Vormundschaftsgerichts erreicht werden. Auskünfte über diese vorgesehenen Möglichkeiten erteilen die Standesämter in den Bezirksverwaltungsstellen.

Über diese Möglichkeit hinaus ist eine Namensänderung grundsätzlich nicht zu erreichen.

Hat eine Person mit ihrem bestehenden Namen Schwierigkeiten, die hinzunehmen nicht zugemutet werden können, so besteht nach dem Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen die Möglichkeit, den Namen zu ändern nur dann, wenn ein sogenannter "wichtiger Grund" geltend gemacht werden kann.
Der wichtige Grund ist vom Antragsteller darzulegen.
Diese Gründe können vielseitiger Art sein, z.B. dass der Familienname keine Unterscheidungskraft hat - etwa Schmidt Müller, Koch (sogenannte Sammelnamen)oder der Name lächerlich oder anstößig klingt. Ferner liegt ein wichtiger Grund vor, wenn der Name schwer auszusprechen oder zu schreiben ist.

Vor einer schriftlichen Antragstellung kann sich der Antragsteller mündlich beim beraten lassen. Diese Beratung ist kostenlos.

In Ihrem Fall müssen Sie also wichtige Gründe vorbringen, um eine Namensänderung zu erreichen. Schildern Sie in allen Einzelheiten, warum Ihnen nicht zugemutet werden kann, den Namen zu tragen. Schildern Sie die ständigen Diskriminierungen.

Gegen einen ablehnenden Bescheid des zuständigen Amtes wäre der Widerspruch zulässig. Insoweit entscheidet zunächst der zuständige Sachbearbeiter.

Die Kosten im Verwaltungsverfahren richten sich nach dem einschlägigen Recht des jeweiligen Bundeslandes. Eine genaue Aussage kann ich daher nicht treffen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

F.Sachse
Rechtsanwalt


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