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Benachteiligung durch Verleumdung im Berufsleben

03.02.2016 13:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


16:40

Sehr Damen und Herren,
ich habe eine Frage zu einem betrieblichen Vorgang, der mehr als 10 Jahre zurückliegt und mich seither beschäftigt und aktuell eine Arbeitsunfähigkeit mit Depression verursacht.
Ich bin mein gesamtes Berufsleben, mehr als 30 Jahre, als Ingenieur in einem großen Konzern beschäftigt, meine Arbeit wurde stets geschätzt und ich befand mich überwiegend auf herausragenden Arbeitsplätzen, als Fachmann hatte ich ein hohes Ansehen. Auch im kollegialen Bereich war ich angesehen, ich war seinerzeit der Sprecher (außerhalb der betrieblichen Mitbestimmung, die hier eher argwöhnisch war) meiner Arbeitsgruppe. Ich befinde mich in einem außertariflichen Arbeitsverhältnis.
In 2002 erfolgten durch politische Veränderungen in unserer Firma große Veränderungen. Insbesondere mein Arbeitsplatz, ein Arbeitsplatz mit besonders großem Einfluss und Verantwortung, gab es in der Form danach nicht mehr.
Im Unternehmen gab es eine Arbeitsplatzgarantie. Ich ging im Sommer 2002 von meinem ursprünglichen Arbeitsplatz in den Urlaub, in der Gewissheit, dass der Arbeitsplatz danach nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Während meines Urlaubs stand ich kontinuierlich in Kontakt mit meinem damaligen Prokuristen, der noch während des Urlaubes andeutete, dass ich eine zu meiner bisherigen Tätigkeit artverwandte Aufgabe als Führungsaufgabe annehmen könnte. Man einigte sich seinerzeit auf weitere Gespräche nach meinem Urlaub.
Am Tage meiner Rückkehr aus dem Urlaub, wurde ich zum Geschäftsführer/Vorstand meines Unternehmens gebeten. Dort wurden mir drei mögliche Arbeitsgebiete vorgeschlagen. Das von meinem Prokuristen angesprochene Gebiet war nicht dabei. Anstelle wurde mir ein Schreiben aus dem Bereich vorgelesen, den ich als Führungskraft hätte übernehmen sollen. Wobei es diesbezüglich keinerlei offizielle Verlautbarung gab und die Information über meinen Einsatz daher ausschließlich auf Hörensagen aufbauen konnte.
In dem Schreiben, dass ich selbst nicht zu Gesicht bekam, wurden schwere Angriffe gegen meine Person gerichtet. Auf diese Angriffe reagierte ich zunächst gelassen, da mir die Verfasser des Schreibens kaum bekannt waren und diese mich demzufolge auch nur wenig kennen konnten. Ich teilte meinem Geschäftsführer mit, dass der Inhalt des Schreibens haltlos sei. Daraufhin wurde erwidert, dass das Schreiben von 16 Mitarbeitern unterzeichnet und daher nach Auffassung der Geschäftsleitung inhaltlich nicht zu beanstanden war .
Ich habe damals versucht das Schreiben zu erhalten, um ggf. auch die Verfasser direkt anzusprechen. Dies wurde mir auch mit Hinzuziehung der Personalabteilung und des Betriebsrates verweigert. Die damalige Situation hat mich schwer erschüttert, sodass ich damals für einige Zeit erkrankte und auch 6 Wochen in stationärer Behandlung wegen psychischer Leiden war. Als Folge des Vorgangs leide ich seither unter völligem Vertrauensverlust zu anderen Menschen, insbesondere Kollegen. Seit dieser Zeit habe ich keine betriebliche Veranstaltung, wie Betriebsversammlung, Betriebs- und Weihnachtsfeier oder „Kamin"-Gespräche mit der Geschäftsführung mehr besucht, aus Angst auf die Verfasser des Schreibens zu treffen und einem generellen Misstrauen gegenüber allen Anwesenden. Die beruflichen Auswirkungen waren erheblich, so wurde ich in 2002 einem Bereich zugeordnet, in dem ich meine ingenieursfachliche Ausbildung nicht anwenden konnte und somit zunächst beruflich weiter in die Defensive geriet.
Im Laufe der Jahre konnte ich mich, auch ohne fachliche Ausbildung, in diesem Bereich wieder etablieren und 2012 wurde mir wieder eine Führungsaufgabe zugeteilt.
Im Februar 2015 wurde mir anonym das Schreiben erstmalig zugänglich gemacht. Aus dem Schreiben kann ich neben den Namen der Verfasser auch entnehmen, dass der damalige Leiter des Bereiches angeschrieben wurde und die Weiterleitung an die Geschäftsleitung veranlasst hat. Möglicherweise ist es nie die Absicht der Verfasser gewesen, das Schreiben der GF zugänglich zu machen. Es war mir damals vom Hörensagen bekannt, dass der Leiter mich nicht in seinem Bereich wegen meiner höheren fachlichen Kompetenz im Aufgabengebiet aufnehmen wollte.
Die konkrete Kenntnis von dem Schreiben hat mich abermals in eine schwere Krise gestoßen, die seit Mai 2015 bis jetzt eine Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hat. Im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung wurde diese schwere Kränkung, die ich in 2002/2015 erfahren hatte, als eine Krankheitsursache erkannt und soll nach Möglichkeit aufgearbeitet werden, damit ich meine innere Ruhe wiederfinden kann.
Ich habe die Frage, ob es nach dieser langen Zeit für mich Möglichkeiten gibt Schadensersatz zu verlangen. Ein Schaden ist zum einen, dass meine berufliche Entwicklung vermutlich ungünstiger verlaufen ist, als ohne dieses Schreiben (nicht beweisbar). Zum anderen hat der Vorgang meine Gesundheit beschädigt. Die Frage ist auch, wer belangt werden kann. Ist es das Unternehmen, das mich schutzlos zurückgelassen hat, der damalige Leiter, der das Schreiben an die GF weitergegeben hat und vermutlich nach damaligen Recherchen die Mitarbeiter aufgefordert hat das Schreiben zu verfassen (nicht beweisbar) oder sind es die Verfasser des Schreibens?
Einen Rechtstreit gegen meine Firma zu führen wird nicht einfach sein, da das Unternehmen einen erheblichen politischen Schutz genießt und bei zahlreichen Arbeitsgerichtsprozessen, auch durch eine gute Vernetzung der beauftragten Kanzleien, gut dabei weg kommt. Ich weiß wovon ich rede, denn ich vertrete mein Unternehmen häufig bei Prozessen und erlebe, wie unsere Anwälte erfolgreiche Gespräche mit Richtern hinter den Kulissen führen.
Was raten Sie mir? Eine Beteiligung/Information des Betriebsrates kommt nicht in Betracht, weil dort nach wie vor die gleichen Personen zuständig sind, die in 2002 die Vertuschung mit der GF betrieben haben. Außerdem bin ich außertariflicher Mitarbeiter, während die Verfasser dem Tarif angehören, sodass auch aus diesem Grunde die gewerkschaftlich orientierten BR-Mitglieder befangen sind.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.

03.02.2016 | 13:43

Antwort

von


(1172)
Hallestr. 101
53125 Bonn
Tel: 0228 629 46 462
Tel: 0179 4822457
E-Mail:

Sehr geehrter Fragensteller,

die Verjährung von Schadensersatzansprüchen richtet sich nach denn §§ 195 ff BGB . Sie beträgt in der Regel und beginnt soweit nicht ein anderer Verjährungsbeginn bestimmt ist, mit dem Schluss des Jahres, in dem
1.
der Anspruch entstanden ist und
2.
der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Anknüpfungspunkt ist hier aber nicht der Erhalt des Schreibens aus 2002 im Jahr 2015. Vielmehr beginnt die Verjährung ab dem Jahr 2002 zu laufen, in dem man vom Arbeitgeber die Aushändigung des Schreibens hätte verlangen können im Rahme eines Auskunftsanspruches.

Auch strafrechtlich ist nach § 78 StGB die Verjährung eingetreten.

Anknüpfen können Sie im Grundsatz nur noch an neue Sachverhalte ab dem Jahr 2013, nicht das alte aus dem Jahr 2002 stammende Schreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -


Rückfrage vom Fragesteller 04.02.2016 | 16:28

Sehr geehrter Herr Saeger,
vielen Dank für Ihre Antwort. Nun verhält es sich so, dass seinerzeit die Herausgabe des Schreibens verlangt wurde. Dies wurde abgelehnt, weil das Schreiben angeblich vernichtet worden war. An einen Rechtstreit war damals aus Gründen der weiteren Zusammenarbeit nicht zu denken, auch konnte niemand ahnen, dass dieser Vorgang im Laufe der Jahre schwere psychosomatische Folgen haben würde. Mir ist bekannt, dass damals Gespräche mit den Verfassern und dem Bereichsleiter über das angewandte Verfahren geführt wurden. An diesen Gesprächen wurde ich nicht beteiligt und konnte auch nur vermuten, wer möglicherweise unterschrieben hatte. Die Sichtweise, der Inhalt des Schreibens wäre richtig, weil es sehr viele Unterzeichner hatte, wurde nie widerrufen, es fand also keine Rehabilitation statt. Noch in 2004 wurde mir der Vorgang von meinem GF vorgehalten. Wenn jetzt das Schreiben auftaucht, ohne dass ich die Quelle kenne, zeigt, dass die damalige Ablehnung der Herausgabe unter falschen Voraussetzungen erfolgte. Ich konnte die mündliche Aussage des damaligen Personalchefs nicht überprüfen, sondern nur auf seine Angaben vertrauen. In meiner Personalakte hat das Schreiben übrigens nie gelegen.
Im Rahmen meiner psychotherapeutischen Behandlung lautet die Empfehlung, die Angelegenheit zu klären. Ergibt dieser ergänzende Sachverhalt einen Ansatz für ein juristisches Vorgehen?
Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.02.2016 | 16:40

Sehr geehrter Fragensteller,

der Sachverhalt bietet leider keinen Anlass zum weiteren Vorgehen gegen den Arbeitgeber.

Denn die Behauptung das Schreiben sei vernichtet worden, "hinkte" ja bereits 2002 ungemein. Zumal es sich um rein mündliche Behauptungen zu handeln scheint.

Sie können sich sicher sein, dass eine Beweisführung in dem Punkt schwierig bis bis unmöglich wird.

Man kann es probieren. Aber der Erfolg der Einrede der Verjährung ist zu erwarten, selbst wenn man den Sachverhalt beweisen könnte.

Die Empfehlung des Therapeuten erscheint juristisch sinnlos.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger

ANTWORT VON

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