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Bemängelung des Laminatfußbodens nach Auszug durch Vermieter


| 18.02.2006 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 02.02.06 bin ich nach 3 Jahren aus meiner Wohnung ausgezogen.Die Wohnung wurde durch den Vermieter mit einem handgeschriebenen Übergabeprotokoll von ihm abgenommen.Das Fazit lautete:"alles i.o.
bis auf Zimmerdecken in allen Räumen,Bad,tapezierter
Teil oberhalb der Fliesen
-die aufgezählten Wand-und Deckenflächen müssen maler-
mäßig weiß nachgestrichen werden."

Verbleib: Vermieter "läßt o.g.Flächen vom Maler zum Festpreis
brutto 200,-€ vorrichten,Rechnungszahler ist Frau P."

Dieser Auftrag wurde vom Maler erledigt und diese Rechnung werde ich auch bezahlen.Mit dem Vermieter habe ich auch schon einen Termin ausgemacht,bei dem ich diese Rechnung bei ihm bar bezahle und ich dafür mein Sparbuch mit der Mietkaution wiederbekomme.

Am 17.02.06 wurde ich jedoch vom Vermieter telefonisch
benachrichtigt,daß er erst jetzt festgestellt habe,der selbstverlegte Laminatfußboden sei nicht fachmännisch verlegt worden und somit für einen evtl.Nachmieter nicht präsentierbar.

Der Abstand vom Laminatfußboden zur Wand wäre an manchen Stellen etwas größer und kann angeblich nicht durch eine Leiste überdeckt werden.Auch seien die Wandabschlußleisten zu locker angebracht(ist Altbauwohnung und hat schiefe Wände!).

Nun soll auf meine Kosten der ganze Laminatfußboden rausgerissen werden und durch einen neuen Teppichboden ersetzt werden(bei meinem Einzug in diese Wohnung war gebrauchter Teppichboden vorhanden)!!

Ist es denn nun 2 Wochen nach der protokollierten Wohnungsübergabe rechtens,solche Ansprüche zu stellen,die mir auch noch völlig überzogen erscheinen???

Das Laminat ist zwar selber verlegt worden,aber in gutem Zustand.Auch könnte man die "kritischen Stellen" mit einer breiteren Wandabschlußleiste verdecken oder mit einer gleichfarbigen Silikonmasse ausfüllen.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und möchte diese aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt summarisch beantworten:
So wie ich Ihr Zitat aus dem Übergabeprotokoll verstehe, sind dort als einzige Mängel die Stellen, die nachgestrichen werden müssen aufgeführt. Diese Arbeiten sollten vom Vermieter durchgeführt werden, Sie sollten dafür 200,00 EUR zahlen.
Grundsätzlich ist es so, dass von Ihnen durchgeführte Renovierungsarbeiten, wie hier das Verlegen des Laminats, ordnungsgemäß durchgeführt werden müssen. Das heisst, dass Ihr Vermieter, wenn die Mängel tatsächlich bestehen sollten, einen Anspruch darauf hätte, dass die „fehlerhafte“ Arbeit entfernt und durch eine ordnungsgemäße ersetzt wird.
Allerdings hat hier ja schon die Übergabe der Wohnung inklusive Protokoll stattgefunden. Das Übergabeprotokoll, wenn es von beiden Parteien, also Mieter und Vermieter, unterschrieben wurde, dient dazu, vorhandene Mängel endgültig festzustellen. Wenn also in Ihrem Protokoll steht, dass bis auf die konkret benannten Mängel die Wohnung in ordnungsgemäßem Zustand ist, kann Ihr Vermieter keine Forderungen wegen Mängeln mehr gegen sie durchsetzen. Er hätte diese dann in dem Protokoll rügen müssen.

Sollten sich also nicht noch aus Ihrem Mietvertrag bestimmte Verpflichtungen bezüglich des Bodens und dessen Wiederherstellung oder ähnliches ergeben, kann Ihr Vermieter nach Unterzeichnung des Übergabeprotokolls seine nun an sie gestellten forderungen nicht mehr durchsetzen. Ich schlage Ihnen vor, dies Ihrem Vermieter mitzuteilen und, wenn er weiter auf seinem Anspruch besteht, einen Anwalt bzw. eine Anwältin in ihrer Nähe aufzusuchen.
Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der einmaligen Nachfragefunktion gerne weiter zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Nicole Maldonado

Nachfrage vom Fragesteller 18.02.2006 | 15:59

Sehr geehrte RA Maldonado,

vielen Dank für die aufschlußreiche Beantwortung meiner Frage!!

Eine Nachfrage habe ich noch:

Darf mein Vermieter mein Sparbuch mit der Mietkaution behalten,wenn er weiterhin auf seinen Forderungen (neuer Teppichboden )besteht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.02.2006 | 15:42

Zwar kann der Vermieter grundsätzlich die Kaution dafür verwenden, Mängel, die während der Mietzeit aufgetreten sind zu beseitigen. In Ihrem Fall ist es aber nunmal so, dass er das Übergabeprotokoll unterschrieben hat. Die Mängel, die er Ihnen nun zur Last legt, hätte er bei der Wohnungsübergabe auch erkennen können. Insofern kann er die Kaution nicht wegen des Teppichbodens einbehalten.

Ob er dies wegen noch zu erfolgender Nebenkostenabrechnungen etc. könnte, ist eine andere Frage. Den angeblich vorhandenen Mangel des Bodens kann er wegen des Übergabeprotokolls nicht mehr geltend machen. Wenn also sonst keine Hindernisse bestehen muss Ihnen Ihr Vermieter spätestens 6 Monate nach Ende des Mietverhältnisses die kaution zurück geben.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Nicole Maldonado

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