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Beleidigung per E-Mail

06.02.2013 00:34 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich habe kürzlich eine Kontaktanzeige im Internet aufgegeben, auf die ein von zunehmender Aggressivität geprägter E-Mail-Schriftwechsel zwischen mir und einem Interessenten folgte.
Jener Interessent meinte nun, eine Anzeige gegen mich aufgegeben zu haben. Ich würde gern erfahren, inwieweit ich eigentlich gegen das Recht verstoßen habe. Ich selbst sehe nur in dem Wort "doof" eine wirkliche Beleidigung - der Interessent spricht aber schon von Beleidigung und Unterstellung, bevor dieses Wort fiel.
Mit welcher Strafe oder welchem Fortgang des Geschehens muss ich rechnen?
Und wäre es Erfolg versprechend, wenn ich mich rechtlich gegen die Anschuldigung der Oberflächlichkeit und die Unterstellungen gegen meine Person (z. B., keinen Mann zu suchen oder nicht lesen zu können) zur Wehr setzen würde?

Mit freundlichen Grüßen




Im folgenden finden Sie den Schriftwechsel zwischen mir und dem Interessenten meiner Kontaktanzeige.



"[Name des Interessenten]

hallo unbekannte

also kurz mal was über mich

ich gehe gerne schwimmen,spazieren Kino tanzen usw

bin 48 jahre alt m 178 m groß solo keine kinder

würde mich freuen von dir zu hören"

und

"schade das man keine antowrt erhält vondir
gruß aus [Wohnort]".

Ich daraufhin:

"Hallo [Name],

ich antworte eigentlich nur Interessenten, an deren Zuschriften eine gemeinsame Basis für eine Freundschaft oder mehr abzusehen ist. Zwischen uns beiden scheint es nicht viele Parallelen zu geben. Wärst du mir ähnlich, dann hättest du womöglich einen sehr langen, stilistisch ausgefeilten oder zumindest tiefsinnigen Text verfasst. Neben deinen Hobbys hättest du Fragen erörtert, die sich dir während der Lektüre meiner Anzeige stellten: wie Realitätsbewusstsein zu Tagträumen führt, wie du dir selbst dein Leben vor Augen führst (als eine Karikatur oder eher ein Fotoalbum in Sepiatönen) und ob meine Metapher mit den Kieselsteinen tatsächlich als eine Anspielung auf ein bestimmtes Grimm'sches Märchen zu lesen ist. Deine E-Mail erweckt jedoch den Eindruck einer unkomplizierten, bodenständigen Person. Ich bezweifle, dass du mit einer "abgehobenen Philosophin" wie mir etwas anfangen könntest.

Viele Grüße
von [mein Name]"

er:

"ja danke [mein Name] das sehe ich nicht so
und was soll der angriff den
mit den langen Text zu fordern meinst du man schreibt gleich Romane rum wenn der andere noch nicht ein kontakt hergestellt hat
und manche können besser reden als nur rumzuschreiben und nicht wie du es getan hast gleich oberflächig in ein Schubkasten geworfen zu werden
danke dafür nun
du suchst hier angeblich einen tiefsinge Beziehung
aber da du vorschnell nur Urteils über andere was ich nicht so Doll finde
anscheinen suchst du nur Brief Beziehung ich schon mehr Realbeziehung

g [Name]"

ich:
"Ui, und da dachte ich immer, ich sei nicht kritikfähig ... Meine Zeilen waren nicht als ein Angriff auf dich gemeint und ich denke, ich habe mich dir gegenüber auch nicht aggressiv oder herablassend ausgedrückt. Es ist einfach so, wie ich es sagte: dein Brief ist förmlich schlicht gehalten und von nüchternen Fakten anstatt "abgehobenen" Theorien beherrscht. Das ist generell nicht schlimm, ganz im Gegenteil, gibt es doch viele Menschen, die bodenständige und praktisch orientierte Zeitgenossen schätzen. Ich habe ebenfalls nichts gegen solche Leute einzuwenden, nur kann ich mich eben nicht mit ihnen identifizieren.

Was deinen Gedanken zur Schreiblust meiner Interessenten betrifft - ich gehe davon aus, dass meine potenziellen Gefährten sich im bestmöglichsten Licht und zugleich genau so darzustellen versuchen, wie sie in Wirklichkeit sind. Sprich: eine verspielte, künstlerische, grüblerische Person wird nach der Lektüre meines Anzeigentextes von zig Theorien heimgesucht werden und nicht eher ruhen, bis sie diese in stilistisch wertvoller Form auf den Bildschirm gebracht hat - um mir zu zeigen, dass sie meiner Forderung nach Ähnlichkeit gerecht wird. Denn ich suche ja laut Text nach jemandem, der mir sehr ähnelt. Dass deine Antwort so knapp geraten ist, verweist auf zweierlei Möglichkeiten: erstens eine fehlende Motivation und zweitens ein Desinteresse an Schriftsprache. Ich suche zwar, wie du auch, nach einer Beziehung in der realen Welt, aber Literatur nimmt einen hohen Stellenwert in meinem Leben ein und minimalistische E-Mails (am besten noch voller Rechtschreibfehler) schrecken mich eher ab. Ich bin eben ein Ästhet, wie er im Buche steht; ich liebe schöne Worte, schöne Bilder, verschnörkelte Häuser und dergleichen. Wer da nicht mithalten kann, der hat bei mir schon verloren.

Dennoch Grüße und einen erholsamen Abend
wünscht [mein Name]"

er: "ja danke [mein Name] das du Menschen mit lrs dich abschrecken
so dazu und denkst du ich lesen nicht sehr viel
denke lesen tue ich sehr viel aber darüber nur rumschreiben ist mir zu wieder , und wenn ich einen Partnerin habe da rüber Mus man keinen Aufsätze schreiben ,wenn man einen Mund hat zu m reden
das sollte du dir auch mal überlegen willst du nur ein Mann haben der nur liest in Bücher und dann darüber Abhandlung schreibt oder eine Mann auch haben der auch liest in Bücher und mir dir darüber auch reden kann

? dir auch einen schönen abend
[Name]"

ich: "Wie willst du im Internet, einer an Schriftsprache gebundene Welt, eine Partnerin finden, wenn du keine "Aufsätze" über dich und deine Vorlieben verfassen magst? Wie sollen dich die Nutzer des Netzes denn beurteilen, wenn nicht anhand deiner geschriebenen Worte? Wie sollen sie entscheiden, ob sich die Kontaktaufnahme zu dir lohnt? Oder erwartest du allen Ernstes, dass ich zum Beispiel mich mit einer wildfremden Person treffe, mit der ich nur drei, vier magere Briefbrocken ausgetauscht habe?

Schreiben oder Sprechen? Mir wäre es recht, wenn mein Zukünftiger und meine Freunde beides könnten. Sie würden meine eigene schriftstellerische Ader sonst nicht verstehen.

Und was die LRS betrifft - ich werde dir in Bezug darauf nicht mit konstruktiver Kritik begegnen, ganz einfach weil du daran nicht viel ändern kannst. Meine frühere Aussage war nicht als ein Ansporn zur Verbesserung gemeint, sondern lediglich ein grundehrlicher Fakt: ich mag keine unästhetischen Texte. Und ich bezweifle, dass sich jemals eine Person mit LRS in meinem engeren Freundeskreis befinden wird, nicht weil mich solche Menschen im Gesamten abschrecken (dies ist nicht der Fall), sondern weil sie sich mit meinem Lieblingshobby, dem Schreiben, kaum identifizieren könnten. Nur wer einmal selbst die metaphorische Feder geschwungen hat, der kennt den Rausch, den der Besitzer eines selbst verfassten Werks voller schöner Worte erfährt.

Also [Name], ich glaube nicht, dass das mit uns beiden etwas wird. Und bevor wir wirklich mit Beleidigungen um uns werfen (denn du klingst gereizt in deinen Mails und scheinst einige meiner Zeilen auf die negativste Art zu missdeuten) - schlage ich vor, dass wir den Kontakt hiermit beenden."

er: "ja hast du gerade getan mit einer beleidigst und du wirfst jemand ein Krankheit an den kopf

und auch Unterstellung getan hast

und zu dein Satz"Wie willst du im Internet, einer an Schriftsprache gebundene Welt, eine Partnerin finden, wenn du keine "Aufsätze" über dich und deine Vorlieben verfassen magst? Wie sollen dich die Nutzer des Netzes denn beurteilen, wenn nicht anhand deiner geschriebenen Worte" das ist so Oberfläche verhalten von dir

du Urteils nur über das Schireben einen Menschen
wirfst ihn eine Krankheit an den kopf nur die er hat
und sehe das du nur schriebt Freund finden willst machst mir nur vorwürfe
man siehst ja es anscheint wenn du jemannnd im Rollstuhl auch kennenlernst lernst du en auch ab nur wie er im Stuhl sitzt
das zeigt mir dein oberfläschiges verhalten nun du gehst aus das man mit nur schrieben einen Mann finde und nicht mal im real leben was nicht im netzt nur speilt aber bei dir ist es leider so das du nur auf geschrieben Worten werk legst mehr auch nicht nicht mal reden nur netzkontakte mehr kannst du anschien nicht
man sie es ja nun da du meinen Text nicht mal gelesen hast bei deinen antworten gerade"

ich: "[Name] ... was genau an "Kontakt beenden" hast du nicht verstanden? Du füllst mein Postfach weiterhin mit Mails, obwohl ich dir schon zweimal höflich zu verstehen gegeben habe, dass ich mit dir nichts zu tun haben will. Sollte ich noch eine weitere Nachricht von dir vorfinden, so werde ich dies als Belästigung werten und eventuell rechtliche Schritte gegen dich vornehmen.

Ein kleiner Tipp noch: wenn du nicht möchtest, dass man auf das Thema LRS eingeht, dann erwähne es selbst auch nicht. Und wenn du vermeiden willst, dass jemand eine LRS bei dir selbst vermutet dank der Form deiner Texte und der Tatsache, dass du das Thema aufgegriffen hast, dann stelle vorher klar, dass du nicht an dieser Krankheit leidest.

Und wie kann es oberflächlich sein, eine sich im Netz darstellende Person anhand ihrer Worte zu beurteilen? Auf Ebay Kleinanzeigen sieht man nun einmal nicht mehr als einen Text, bestenfalls ein Foto noch. Da kann man Menschen nicht auf andere Art bewerten. Ich suche, wie ich schon schrieb und wie du wohl überlesen hast, nach Real-Kontakten, aber ich bin nicht geneigt, einer Person ohne den vorherigen Austausch von langen Briefen voller wichtiger persönlicher Fakten entgegenzutreten. Ich habe einmal ein Date mit einem Fremden gewagt und das ist gründlich nach hinten losgegangen, denn es endete meinerseits mit Tränen. Diese Erfahrung möchte ich nicht wiederholen. Deswegen die Kontaktsuche über das Netz - hier kann man HALBWEGS vorher absehen, mit welchem Typ Mensch man es zu tun hat.

Auf die Schönheit des geschriebenen Wortes lege ich Wert, nicht AUSSCHLIEßLICH darauf, jedoch in hohem Maße. Das ist keine Oberflächlichkeit, sondern einfach eine Vorliebe. Manche Leute werden bei dunkelhaarigen Typen schwach, andere haben einen Fußfetisch oder reagieren sehr sensibel auf den Klang einer Stimme. Bei mir sind es die Stimme und der verbale Ausdruck in Textform. Und, was ist so schlimm daran? Derartige Vorlieben werden nie die einzigen Gründe für eine Beziehung sein, Charaktereigenschaften und Prinzipien spielen selbstverständlich auch eine Rolle, aber "Äußerlichkeiten" sind genauso wichtig - denn man kann sich nicht ständig die Augen und Ohren zuhalten in der Gegenwart des Partners. Ich kann mir hundertmal versichern, was für ein toller Mensch du vielleicht bist, wenn du keine schönen Texte schreibst oder keine mir angenehme Stimme besitzt, dann werde ich dich bestenfalls respektieren, nicht aber lieben. Und nach Liebe oder einer liebevollen Freundschaft suchen wir doch beide, oder? Oberflächlich wäre ich, wenn ich meine Vorlieben nicht kennen oder ignorieren würde, um mich blind in eine Partnerschaft zu stürzen und später zu bemerken, dass sich auf meiner Seite höchstens negative Gefühle entwickeln, weil mich bestimmte Eigenschaften an meinem Partner abstoßen. Solch eine dumme Handlung würde nur zu verletzten Gefühlen führen, weil mein Partner sich vielleicht in mich verliebt hat und ihm die Trennung schwer fallen könnte. Klug und tiefsinnig ist, wer seine Vorlieben erforscht, wer sich selbst kennt und seinen Erkenntnissen entsprechend handelt. Ich hoffe, du verstehst dies. Ich weiß nicht, wie ich es dir noch besser erklären könnte.

Und nun ein letztes Mal, um Missverständnisse auszuschließen: ich erachte unseren Kontakt als BEENDET. Sollte ich eine weitere DEINER Mails in MEINEM Postfach finden, so könnte es sein, dass ich die Höflichkeit in den Wind schlage und dir in Gossensprache antworte, oder eben rechtliche Schritte einleite."

er: "ja einen drohen wenn ich dir mehrmals gesagt habe alles diese Beleidigung
ja ja nur bla mehr auch ncith vondir
so lernst du keien man wirklcih kennnen
sollte nun wieterhin mir gedroht werden und auch wiedrhold beleidig t werden vondir geht einen anzeige nun raus"

ich: "Du willst Beleidigungen hören? Gut. Hier bitte: deine Herangehensweise an das Thema Kontaktanzeigen ist schlichtweg doof.

1. Du antwortest einem langen, künstlerisch angehauchten Gesuch mit knappen Fakten, obwohl jenes Gesuch nach ÄHNLICHKEIT fordert. Lang ist nicht gleich knapp, künstlerisch ist nicht gleich faktisch und explizit. A UNÄHNLICH B. So weit klar?

2. Du hast offensichtlich Probleme, dich schriftlich zu formulieren und antwortest auf einen stilistisch ausgefeilten Text. Findest du es nicht logisch, dass die Verfasserin des Textes Wert auf guten Ausdruck legt, wenn sie so viel Mühe in ihre eigene Kleinanzeige investierte? Warum setzt du dich mit einer Person in Kontakt, deren Wertvorstellungen du wahrscheinlich nicht genügen wirst?

3. Du erhältst aus verständlichen Gründen keine Antwort, worauf du versuchst, den Anbieter zum Antworten zu nötigen ("schade das man keine antowrt erhält vondir").

3. Besagter Anbieter gibt dir ausdrücklich zu verstehen, dass er keinen Briefverkehr mit dir wünscht - was du zum Anlass nimmst, ihm mit umso mehr deines wirren Geschreibsels auf die Nerven zu gehen.

4. Und wirr sind deine Texte wirklich, aber dies hält dich nicht davon ab, hundertprozentiges Verstehen vom Leser zu verlangen.

5. Du siehst in allem eine Beleidigung und verhältst dich selbst absolut unsachlich. Dein Tonfall wirkt gereizt und du unterstellst deinem sachlichen (!!) Gesprächspartner das Beleidigen deiner Person. Reißt jenem Gesprächspartner der Geduldsfaden und droht er dir berechtigterweise mit einer Klage, so beschwerst du dich auch darüber noch.

Ganz ehrlich, du stellst mich vor ein Rätsel.
Läufst du generell Frauen nach, die nicht zu dir passen und die du nicht haben kannst?
Hat deine Mama dich nicht die Bedeutung des Wortes "nein" gelehrt?
Ist es deine Art, wildfremde Leute als Zielscheibe für die Aggressionen zu benutzen, die sich in dir aufgestaut haben?

Such dir einen Psychologen oder mach Kampfsport.

Und wenn du nächstes Mal auf Ebay Kleinanzeigen vorbeischaust, dann konzentriere dich auf die dreizeiligen Gesuche voller Tippfehler, denn hinter denen werden sich Menschen verbergen, die das Schreiben ebenso wenig mögen wie du. Oder verzichte am besten ganz auf das von Schriftsprache regierte Medium Internet bei deiner Suche nach deiner Partnerin.

Gute Besserung!"

er: "danke anzeige ist nun raus

lassen mich von dir nicht weiterhin beleidigen"

ich: "Aber du findest es korrekt, mich als oberflächlich und meine Texte als "bla" zu bezeichnen? Und mir Nachricht um Nachricht zu schreiben, obwohl ich keinen Kontakt mit dir wünsche?

Kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen, BITTE?

Was soll dieser Nervenkrieg?

Meine Zeilen aus der letzten Mail waren durchaus ernst und gut gemeint: treibe Sport oder mache irgendetwas anderes, um dich abzureagieren, aber lasse mich bitte in Frieden!

Ich kann dich ja nicht einmal über web.de sperren und bin genötigt, jedesmal deine Mails zu öffnen und zu lesen. Verstehst du wirklich nicht, dass mich das belastet?"

er: "ja dann klasse doch die Andauer beleidigen du suchst keinen Mann
ende für mich habe dir mehrmals gesagt unterlasse diese Beleidigung
hast du nicht getan
also nun anzeige gegen dich
so findest du keinen man
wenn wei du andere nur beleidigst
und was ist daran nicht zu verstehen da ich dir mehrmals gesagt habe
unterlasse das mit den Beleidigung

lesen bist du nicht machte

du beleidigst hier andere Menschen mehr kannst du nicht nicht mal dich entschuldigen

unter lasse das mir nochmal anzuschreiben"



(Die letzte Zeile war in einer enorm großen Schriftgröße gehalten, was ich persönlich als aufdringlich empfinde.)

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Es liegt hier kein strafrechtlich relevantes Verhalten Ihrerseits vor. Insbesondere die Passage "deine Herangehensweise an das Thema Kontaktanzeigen ist schlichtweg doof" ist nicht als Beleidigung zu werten, da es nicht um eine Herabwürdigung der anderen Person geht, sondern um eine - immer noch - sachliche Kritik. Auch die Ankündigung im Falle weiterer Nachrichten ggf. rechtliche Schritte einzuleiten, ist nicht als Drohung im Sinne des Straftatbestandes der Nötigung zu werten.

Ich rate Ihnen, zunächst gelassen abzuwarten, ob hier tatsächlich überhaupt Anzeige erhoben wurde. Sollte dies der Fall sein und sollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich auch Ermittlungen aufnehmen - was durchaus bezweifelt werden kann, weil schon die Annahme eines Anfangsverdachts einer Straftat eher fern liegt - rate ich Ihnen dazu, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der Akteneinsicht bei der Polizei beantragen kann. Nur so erfährt man nämlich, welche konkreten Tatsachen der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung vorliegen. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang nämlich auch, dass der "Geschädigte" bewusst falsche Angaben macht, um Sie vorsätzlich falsch zu belasten. Wenn der Akteninhalt bekannt ist, kann sodann eine geeignete Verteidigungsstrategie entworfen und ggf. sogar eine Gegenanzeige wegen falscher Verdächtigung auf den Weg gebracht werden. Aber nochmal: Ein strafbares Verhalten ist hier nicht gegeben und eine Verfahrenseinstellung im Falle einer Ermittlungsaufnahme wäre hier das einzig realistische Ergebnis.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

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