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Beleidigung im Straßenverkehr

27.01.2008 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


17:34
Ich bin auf dem Heimweg und auf einer 4 spurigen Straße. Vor mir sind zwei Ampel mit einem Abstand von 50m und dann 100m danach gibt es eine Verengung auf eine Fahrspur für jede Richtung. Ich komme also mit normaler Geschwindigkeit von hinten (60-70km/h bei erlaubten 60km/h) und laufe auf der linken Spur in mitte der beiden Ampeln auf ein Fahrzeug auf. Setze den blinker und will ganz normal an dem Fahrzeug auf der Rechten Spur vorbeifahren.

Dies fand der Herr wohl nicht rechtens und hat beschleunigt. Und wollte mich trotz Reissverschlusssystem (ich war circa 3/4 Wagenlänge vorraus) nicht reinlassen. Ich hätte also verdammt hart in die Eisen steigen müssen und wollte auch ungern ein Auffahrunfall verursachen da noch andere Fahrzeuge hinter uns fahren. Also hab ich etwas mehr Gas gegeben und bin vorrausgefahren.

Das hat meinem Hintermann wohl garnicht gepasst und hat wild mit Lichthupe und der normalen Hupe seinen Frust rausgelassen.

In dem Moment ist mir allerdings auch der Kragen geplatz. Nicht nur weil er jetzt noch Lichthupe gegeben hat, obwohl ich im Recht war, sondern auch weil er mir mein Auto fast zu schrott gefahren hätte. Unüberlegter Weise und dank dem offenen Dach ist mir leider meine "hand" entglitten und ich habe eine Stinkefinger gezeigt.


Nungut, die Vorladung liegt jetzt auf dem Tisch. Ich denk mal er hat einen Zeugen (bin mir nicht ganz sicher wieviele Personen in dem Fahrzeug waren). Ein Kollege war jedenfalls mit bei mir im Fahrzeug.

Was kann passieren?
Was sollte ich tun bzw aussagen?
Kann sich das auf meine Probezeit auswirken? (endet in 2 Wochen)

Ich hab mir übrigens noch nie etwas zu Schulden kommen lassen, keine Punkte in Flensburg oder Vorstrafen.

Vielen Dank für Antworten :)
27.01.2008 | 16:51

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

1. Zunächst einmal vorweg: Da Sie bislang noch keine Punkte in Flensburg haben und auch nicht vorbestraft sind, hat Ihr Verhalten keine negativen Auswirkungen auf Ihre Fahrerlaubnis. Selbst wenn Sie wegen der Beleidigung verurteilt würden, würde es sich um einen sog. „B-Verstoß“ handeln. Nur zwei B-Verstöße innerhalb der Probezeit hätten Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis. Sie sollten sich aber in den nächsten zwei Wochen keinen weiteren B-Verstoß (z.B. Punkte in Flensburg) zu Schulden kommen lassen.

2. Wie Sie nun auf die Vorladung zur Vernehmung bei der Polizei reagieren, hängt davon ab, ob Sie einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen wollen oder nicht. Beauftragen Sie einen Anwalt, dann wird dieser zunächst Akteneinsicht beantragen und der Polizei gleichzeitig mitteilen, dass Sie zu der Anhörung nicht erscheinen werden, sondern von Ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen (dies hat keinerlei negative Folgen für Sie – im Gegenteil!). Nach Erhalt der Akten wird der Anwalt dann mit Ihnen die Sache besprechen und kann aufgrund des konkreten Vorwurfs und den Ausführungen der Gegenseite eine konkrete Einlassung mit Ihnen erarbeiten.

3. Ohne Anwalt erhalten Sie keine Akteneinsicht. Sie müssen dann unabhängig davon entscheiden, wie Sie sich einlassen möchten. Wenn Sie befürchten, dass der Anzeigende einen Zeugen im Auto hat, der den Vorfall bestätigen kann, spricht einiges dafür, dass Sie den Vorfall zugeben sollten. Beschreiben Sie dann ausführlich, wie es zu der Sache gekommen ist und (wichtig!) zeigen Sie, dass Ihnen Ihr Verhalten Leid tut. Weisen Sie außerdem daraufhin, dass Sie bislang keinerlei Vorstrafen haben und auch keinerlei Einträge in Ihrem Verkehrszentralregister. Meines Erachtens sollten Sie (ohne Anwalt) besser zu der Vernehmung erscheinen, um Ihre Version der Tat zu erläutern.

4. Eine Beleidigung kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden. In Ihrem Fall kommt sicherlich nur eine Geldstrafe in Betracht. Wenn es zu einer Verurteilung kommt, haben Sie mit einer Strafe zwischen 20 und 50 Tagessätzen zu rechnen (ein TS entspricht Ihrem monatlichen Nettoeinkommen geteilt durch 30). Wenn Sie zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt waren, kann auch Jugendstrafrecht angewendet werden. Dann hätten Sie mit Erziehungsmaßregeln zu rechnen (z.B. gemeinnützige Arbeit).

5. Eine Einstellung des Verfahrens liegt in Ihrem Fall im Bereich des Möglichen. Bitten Sie die Polizei darum, das Verfahren gegen Sie einzustellen. Die Polizei wird dann einen Vermerk machen und die Staatsanwaltschaft entscheidet über die Einstellung. Mit Anwalt sind die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens etwas höher.

6. Wenn das Verfahren gegen Sie nicht eingestellt wird, wird entweder Anklage zum Jugendrichter erhoben (wenn Jugendstrafrecht angewendet wird). Wird kein Jugendstrafrecht angewendet, wird wahrscheinlich ein Strafbefehl ergehen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte.
Bei Bedarf können Sie gerne eine kostenlose Nachfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 27.01.2008 | 17:24

Erstmal möchte ich mich für Ihre Antwort bedanken.

Wie sehen sie die Chancen bei Ihrer Ausführung ohne Anwalt?

Würde Sich eine Anzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr lohnen? Immerhin habe ich dafür auch einen Zeugen. Allerdings möchte ich auch nicht mehr Stress verursachen als Nötig, ich würde es nur in Betracht ziehen wenn es mir hilft bzw einen Vorteil verschafft.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.01.2008 | 17:34

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die Chancen auf eine Einstellung ohne Anwalt sehe ich bei 50:50 wenn Sie Angaben bei der Polizei machen. Mit Anwalt sind die Chancen größer (viell. 80:20). Dies ist natürlich nur eine grobe Schätzung.

Ich würde Ihnen raten, auf eine Anzeige Ihrerseits wegen Nötigung zu verzichten. Das sieht immer aus wie eine Retourkutsche. Ich würde aber das verkehrswidrige Verhalten des Anzeigenerstatters deutlich ansprechen (bei der Polizei). Machen Sie aber deutlich, dass Ihnen nicht an einer Anzeige gelegen ist, weil Sie die Sache nicht unnötig aufblähen wollen. Dies dürfte meines Erachtens bei der Polizei einen guten Eindruck machen(weniger Arbeit, positives Bild von Ihnen). Außerdem zeigen Sie durch einen Verzicht auf eine Anzeige Ihrerseits, dass Sie nicht nachtragend sind. Geben Sie bei der Polizei außerdem an, dass Sie einen Zeugen haben, der Ihre Tatversion bestätigen kann, wenn dies nötig sein sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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