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Beleidigung durch Vorgesetzten (Geschäftsleitung)

| 05.09.2018 11:34 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,
ich bin seit knapp 15 Monaten als Junior Projektleiter in einem produzierendem Unternehmen angestellt.
Mein Chef - sprich: die Geschäftsleitung hat mich damals eingestellt. Aber seit der Einstellung kein einziges Mal miteinander was zu tun gehabt.

Folgendes Szenario:
Seit einigen Monaten wurde mir die Verantwortung für ein wichtiges Projekt gegeben.
An einem Tag war er sehr frustriert über das Gesamtprojekt gewesen und im Großraumbüro neben meinen Kollegen negative Kritik an die Projektorganisation gesprochen. Anschließend führte er mit meinem Kollegen ein kurzes Dialog. Aber Ich saß neben meinem Kollegen. Mein Vorgesetzter (Geschäftsleitung) unterhielt sich mit ihm und dann benutzte er das Wort "Drecks- ****Land". Obwohl er genau weiß, dass meine Wurzeln aus diesem Land kommen und Ich neben meinem Kollegen sitze und alles mithöre, hatte ich das Gefühl, dass er mit Absicht gesagt hat um mich "rauszuekeln"... In dem Moment habe ich mich angesprochen gefühlt und das volle Vertrauen verloren. In einem internationalen Umfeld möchte ich sowas nicht zulassen und hab daher auch keine Motivation mehr mit Ihm zu arbeiten.

Sie haben mir einen Aufhebungsvertrag angeboten, welches ich abgelehnt habe.
Steht mir eine Entschädigung sowie eine Freistellung zu? Mein monatliches Bruttogehalt liegt aktuell bei knapp 4500 EUR

Vielen Dank
05.09.2018 | 12:14

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Wenn der Vorgesetzte diesen Ausdruck gezielt an Sie gerichtet gesagt hat, würde dies eine Beleidigung im Sinne von § 185 StGB darstellen. Diese ist nicht nur strafrechlich relevant, sondern kann auch Schadensersatzansprüche in Form eines Schmerzensgeldes nach sich ziehen. Für solche Beleidigungen sprechen Gerichte in der Regel Beträge um 500 EUR zu. Es dürfte aber nicht ganz leicht werden zu beweisen, dass der Vorgesetzte dies bewusst gesagt hat, um Sie zu beleidigen. Ein Indiz dafür wäre, wenn es schon öfters zu solchen Vorfällen gekommen ist.

Eine Freistellung steht Ihnen jedoch nicht zu. Ich sehe in der einmaligen Äußerung, die zudem nicht direkt Ihnen gegenüber gesagt wurde, auch keinen wichtigen Grund für eine fristlose Kündigung. Die Rechtsprechung erwartet hier, dass man vorab den Betriebsrat einschaltet, falls dieser besteht oder aber ein klärendes Gespräch mit dem Chef sucht. Bei wiederholter Äußerung wäre dies aber möglich. Die Höhe des Schadens würde sich dann nach dem Einkommen bis Ablauf der Kündigungsfrist richten. Beispiel: Kündigungsfrist: 3 Monate, dann stehen Ihnen 13.500 EUR (3 Bruttogehälter zu).


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt


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