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Beleidigung durch Vorgesetzten


| 20.10.2007 15:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Ich bin beruflich Mitarbeiterin im Housekeeping auf einem Flusskreuzfahrtschiff. Das Klima an Bord ist mies, unser neuer Hotelmanager - gerade mal zwei Wochen an Bord - hat die gesamte Crew bereits auf 180 gebracht.

Gestern hatte ich ein Gespräch mit dem Hotelmanager. Es herrscht Kabinenknappheit für die Crew und sie haben mir mitgeteilt, dass mein Freund aus der Kabine ausziehen muß und zu mir eine Kollegin kommen soll. Mal wieder, denn dies war die gesamte Saison die Regel. Leider ist es so, mein Freund gehört zur Nautik und somit zu einer anderen Firma als wir Hotelcrew und wir sind das einzige Paar, das immer getrennt wird. Alle anderen Pärchen können zusammen wohnen bleiben und somit habe ich angedeutet, dass ich dies als Diskriminierung ansehe und eine andere Lösung vorgeschlagen.

Der Hotelmanager war nicht sehr einsichtig, obwohl nur zwei Wochen an Bord, wollte er sich die Tatsachen gar nicht anhören, er meinte ich mache viel Ärger wegen einer Woche und meine Argumente verpufften einfach. Jedenfalls verlief das Gespräch nicht sehr angenehm und im weiteren Verlauf meinte der Hotelmanager was ich mir dabei denke, ins Office zu kommen und von ihm zu verlangen, dass er seine Kabinenbelegung wieder ändern soll. Dann kam wörtlich: "Ich bin hier der Hotelmanager und Sie sind nur eine kleine Kabinenstewardess!"

Danach war unser Gespräch auch beendet. Was sollte ich noch sagen? Mein Freund war Zeuge dieser Unterhaltung und alle meine Kollegen waren sprachlos und sind der gleichen Auffassung wie ich. Für mich stellt diese Äußerung eine grobe Beleidigung dar. Dies zeigt mir, dass ich ein Niemand bin und meine Arbeit, die ich mache, nichts wert ist. Meine unmittelbare Vorgesetzte, die Hausdame, ist von mir über dieses Gespräch aufgeklärt worden und ich werde diese Worte nicht einfach hinnehmen.

Meine Frage ist, was kann ich dagegen tun? Kann ich bei der Polizei wegen Beleidigung und Verletzung der Menschenwürde Anzeige erstatten oder muß ich diese Worte einfach so hinnehmen?

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Mit der Information Ihrer Vorgesetzten über den Vorfall haben Sie genau das Richtige getan.

Nunmehr obliegt es der Geschäftsleitung, den Hotelmanager bezüglich des Fehlverhaltens zur Rechenschaft zu ziehen. Darauf können Sie aber, solange es zu keiner Wiederholung kommt, keinen Einfluss mehr nehmen.

Hinsichtliche der strafrechtlichen Bewertung der Aussage muss ich Sie darauf hinweisen, dass eine Beleidigung gemäß § 185 StGB voraussetzt, dass der Hotelmanager ein beleidigendes Werturteil gegenüber Ihnen oder einem Dritten gegenüber oder eine ehrenrührige Tatsachen Ihnen gegenüber geäußert hat.

Da der Hotelmanager keine Unwahrheiten äußerte, kann die dritte Variante ausgeschlossen werden.

Der Hotelmanager müsste durch seine Aussage einen Angriff auf Ihre Ehre durch die Kundgabe der eigenen Missachtung oder Nichtachtung verübt haben.

Eine Äußerung bringt dann eine Missachtung oder Nichtachtung zum Ausdruck, wenn Sie dem Betroffenen den elementaren Menschenwert oder seinen ethischen oder sozialen Wert ganz oder teilweise abspricht und dadurch einen grundsätzlichen uneingeschränkten Achtungsanspruch verletzt.

Zwar kann man einen herabwürdigenden Charakter in der Aussage des Hotelmanagers erkennen. Jedoch ist darüber hinaus zu erkennen, dass der Hotelmanager ebenfalls das Kompetenzgefälle im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft darstellen wollte, so dass ein alleinig herabwürdigender Zweck der Aussage nicht unbedingt zu erkennen ist. Dies lässt Zweifel an der Verwirklichung des Beleidigungstatbestandes entstehen.

Außerdem muss ich Sie darauf hinweisen, dass eine große Anzahl der Beleidigungsanzeigen entweder von der Staatsanwaltschaft eingestellt oder auf den Privatklageweg verwiesen wird.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt und diese eine umfassende anwaltliche Begutachtung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt
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"Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Beantwortung meiner Frage. Sie hat mich vor weiteren vielleicht sinnlosen rechtlichen Schritten bewahrt. Und ich bin froh, sagen zu können, dass der Hotelmanager übrigens entlassen worden ist. Vielen Dank und schönen Gruß "
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