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Beleidigung durch Vermieter

27.10.2008 23:06 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz schildere ich den Sachverhalt:

Ich wurde heute von den Vermietern meiner Lebensgefährtin auf sehr krasse Art und Weise beleidigt. Ich sei ein dreckiges A****** und ähnliche Dinge sind gefallen. Vorausgehend ist ein länger anhaltender Streit, der dadurch begründet ist, dass die Kinder meiner Lebensgefährtin angeblich extrem viel Lärm machen. Wobei erwähnt sein muss, dass sich dieser angebliche Lärm ausschließlich zwischen 06.00 und 19.00 ereignet.

Betreffend der Beleidigung (ich wurde schonmal im August von den Vermietern mit gleicher Wortwahl beleidigt), habe ich umgehend Strafanzeige bei der hiesigen Polizeibehörde gestellt.

Da nur meine Lebenspartnerin und die Frau des Vermieters anwesend waren, wird es wahrscheinlich Aussage gegen Aussage stehen.

Wie gross sind die Chancen, dass er dennoch wegen Beleidigung einen Strafe erhält? Macht es Sinn, vertreten durch einen juristischen Beistand, der Anzeige nachdruck zu verleihen?

ich bitte um schnelle Beantwortung, gerne auch dahingehend mein Mandat von Ihnen wahrnehmen zu lassen.

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst danke ich für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Einleitend ist festzustellen, dass es ich bei der von Ihnen geschilderten Ausdrucksweise des Vermieters Ihrer Lebensgefährtin in der Tat um eine Beleidigung im Sinne des § 185 StGB handelt.

Ich gehe jedoch davon aus, dass die Staatsanwaltschaft hier kein Ermittlungsverfahren einleiten, sondern Sie mangels öffentlichem Interesse auf den Privatklageweg verweisen wird. Dies ist ein Strafverfahren mit dem Ziel, gegen den Beschuldigten eine Strafe zu verhängen. Es richtet sich grundsätzlich nach den gleichen Regeln wie die öffentliche Klage, jedoch tragen Sie als Geschädigter und Privatkläger das Prozesskostenrisiko, sollte der Angeklagte freigesprochen werden.

Im Falle einer Beleidigung wird ein öffentliches Interesse nur dann bejaht, wenn die Ehrkränkung erheblich ist. Aufgrund der Überlastung der Strafverfolgungsbehörden wird der Begriff der Erheblichkeit eng ausgelegt. Auch hinsichtlich der zweiten Beleidigung erscheint mir eine Verweisung auf den Privatklageweg denkbar, wenngleich hier natürlich hinsichtlich des öffentlichen Interesses die Tatsache einer Wiederholung durchaus erheblich sein könnte.

Im Übrigen können Sie bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht auch die Privatklage erheben, ohne den Vorfall vorher bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt zu haben.

Ich sehe im Falle einer Anklage durchaus Chancen für eine Verurteilung. Möglicherweise wird die Frau Ihres Vermieters vor Gericht auch von Ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, da Sie sich bei einer wahrheitswidrigen Zeugenaussage selbst strafbar machen würde.

Für Ihren Fall würde ich Ihnen aber ungeachtet der Möglichkeit einer Privatklage zunächst zu einer weiteren Strafanzeige raten. Hier kann man unter Umständen darauf abstellen, dass sich das Verhalten Ihres Vermieters nicht nur auf eine Beleidigung beschränkt, sondern – aufgrund der Wiederholung - Sie letztlich auch zu einem anderen Verhalten im Umgang mit den Kindern nötigen soll. Eine Verweisung auf den Privatklageweg wäre im Falle einer Nötigung nicht ohne weiteres möglich. Anhand der zur Verfügung gestellten Informationen kann ich diese Option jedoch nicht abschließend beurteilen.

Die Einschaltung eines Rechtsanwalts im Rahmen der Strafanzeige ist in der Regel vorteilhaft. Zum einen hebt es Ihre Anzeige unter den unzähligen schriftlich oder mündliche bei Polizei oder Staatsanwaltschaft eingehenden Strafanzeigen hervor. Zum anderen wird sich der zuständige Sachbearbeiter zu einem genaueren Arbeiten veranlasst sehen.

Sollte es dennoch nicht zu einer (öffentlichen) Anklage kommen, so verbleibt immer noch die Möglichkeit einer Privatklage.

Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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