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Beleidigung durch Jugendlichen in der Öffentlichkeit

| 19.04.2008 17:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich bin Lehrer an einer Hauptschule. Dass die Schüler hier nicht gerade zimperlich miteinander und mit den Lehrern umgehen, ist bekannt, gehört aber eben zum Arbeitsumfeld. Vor einen Tagen ereignete sich jedoch Folgendes: Ich wartete nachmittags an einer Bushaltestelle im Stadtzentrum, an der sich bekanntlich immer viele Schüler aufhalten. Ich hörte plötzlich den sehr lauten Ruf eines Schülers: Herr XXX, das fette Schwein (womit er mich meinte). Ich drehte mich um, und erkannte einen ehemaligen Schüler (17 Jahre alt) unserer Schule, der dann weiterhin diesen Satz laut über den Wartebereich rief.

Ich ignorierte ihn vorerst und stieg einige Minuten später in den Bus, der auch von diesem Schüler benutzt wurde. Schon beim Reingehen in den Bus rief er wieder laut diesen Satz, setzte sich zusammen mit einem Freund auf die hintere Sitzbank (ich saß etwa in der Mitte des Busses). In den nächsten Minuten grölte er wiederholt diesen Satz in den Bus rein, bis ich letztlich aufstand zu ihm ging und sagte: Wenn du nicht sofort damit aufhörst, bekommst du ein Problem.
Seine Antwort war nur der lapidare Satz: was für ein Problem, was für ein Problem?

Ich setzte mich wieder auf meinen Patz. Die Rufe wurden jetzt häufiger und zunehmend lauter. Der Bus war gut besetzt; im Bus saßen auch andere Schüler oder Personen, die mich kennen. Natürlich war diese Situation für mich sehr unangenehm, aber ich blieb nach außen hin ruhig. Nach etwa 10 Minuten Fahrt stieg ich aus, hörte natürlich noch, wie er wieder diesen Satz hinter mir her schrie und entsprechende Grimassen am Fenster machte.

Ich rief dann zuhause bei ihm an und sagte den Eltern, dass ich ihren Sohn anzeigen werde. Dies habe ich auch kurze Zeit später gemacht und Strafantrag gestellt. Bei der Polizei war der (Ex)- Schüler auch bereits mehrfach einschlägig bekannt.

Frage: welche Möglichkeiten habe ich, hier auf Schmerzensgeld zu klagen? Ich gehe davon aus, dass der Schüler über kein eigenes Einkommen verfügt. Macht es unter diesen Umständen überhaupt Sinn, privat zu klagen? Es geht mir in keinster Weise um das Geld, mir geht es darum, hier auch mal „Flagge zu zeigen“, dass man sich nicht alles gefallen lassen kann. Ich bin wahrhaftig viel gewohnt, aber ich bin nicht bereit, mir diese aggressiven Unverschämtheiten in der Öffentlichkeit gefallen zu lassen. Ich fühle mich hier in meiner Ehre stark verletzt. Welches Vorgehen macht Sinn? Benötige ich für einen Privatklage einen Anwalt?

Sehr geehrter Ratsuchender,

aufgrund der massiven und wiederholten Beleidigungen werden Sie eine zivilrechtliche Klage (die neben dem bereits eingeleiteten Strafverfahren gesondert zu betrachten ist) erheben können.

Allerdings werden Sie die Beleidigungen beweisen müssen, so dass diese Überlegungen nur dann Sinn machen, wenn Zeugen zur Verfügung stehen, die im Bestreitensfall durch den Schüler dann vor Gericht Ihre Schilderung bestätigen können.

Kommt es zu einer Verurteilung, hat der Titel 30 Jahre lang Bestand, so dass die derzeitige Einkommenssituation des Täters nicht so interessant ist.

Sie benötigen einen Anwalt zwar nicht zwingend; gleichwohl wäre es ratsam. Denn sollten Sie das Verfahren aus formalen Gründen verlieren, würde dieses sicherlich vom Täter dann gegen Sie verwendet werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 19.04.2008 | 17:44

Danke für Ihre schnelle und fundierte Antwort. Eine Nachfrage noch: Bin ich mit einer evtl. Privatklage an einen zeitlichen Rahmen gebunden,bzw. bis wann muss ich hier eine Privatklage spätestens einreichen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.04.2008 | 17:47

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, wobei Sie aber bedenken sollten, dass dann mögliche Zeugen nicht mehr zur Verfügung sehen. Hier sollten Sie den Ausgang des Strafverfahrens abwarten und dann mit anwaltlicher Hilfe gegen den Täter vorgehen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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