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Beleidigung auf sexueller Grundlage

24.05.2020 19:57 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Es geht um die (sexuelle) Beleidigung, die ein Kombinationstatbestand ist.

Sehr geehrte Damen und Herren
ich wohne in einer Mietwohnung wo vier Parteien Wohnen im Haus gibt es eine ältere Dame ich immer wieder Probleme mit den andern hat.
ich war im Zeitraum vom 04.05.2020 bis 15.05.2020 im Urlaub in dieser Zeit sind mehrer Pakete eine getroffen Frau Wehrhan hatte sie bei der Hausverwaltung beschwert das diese Pakte vor meiner Wohnungstür aufgestapelt sind. als ich aus meinen Urlaub zurückgekommen bin sollte ich mit meiner Vermieterin kontakt aufnehmen sie machte sich sorgen das mir was zugestoßen sei ich habe sie beruhigen können. ich war auf Frau wehrhan sauer weil sie sich beschwert hat ich habe sache gesagt die man nicht sagen sollte welche strafe könnte mir passieren
24.05.2020 | 21:32

Antwort

von


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Gerne zu Ihrer Frage:

"Sie waren sauer, weil sie sich beschwert hat. Sie haben Sachen gesagt die man nicht sagen sollte welche Strafe könnte Ihnen passieren"

Antwort: Generell darf man sich gegen unangemessene "Beschwerden" von Mitmietern wehren. Ggf. auch deutlich und der Artikulation der Beschwerde entsprechend.

Die von Ihnen zitierte Beleidigung auf sexueller Grundlage ist ein Sonderfall der allgemeinen Beleidigung nach § 182 StGB , die demzufolge gem. § 194 StGB nur auf Antrag verfolgt wird. Zudem müsste zuvor noch eine Anzeige vorliegen, um die Verfolgung überhaupt in Gang zu setzten.

Der Tatbestand selbst ist eigentlich eine Kombination aus einer "sexuellen Handlung" UND einer Ehrverletzung durch Kundgabe oder Missachtung bzw. Nichtachtung.
Wenn also der Täter durch die sexuelle Handlung als solche zum Ausdruck bringt, dass der Betroffene einen seine Ehre mindernden Mangel aufweist. Mit dem gewöhnlichen Erscheinungsbild einer sexuellen Handlung ist ein solcher Ehrangriff jedoch zumeist nicht verbunden, (<a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHSt%2036,%20145" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 15.03.1989 - 2 StR 662/88: Voraussetzungen für das Vorliegen einer Vergewaltigung - Anford...">BGHSt 36, 145</a> ).

Ihrer Fallschilderung nach vermag ich jedenfalls diese Kombination so nicht zu erkennen, so dass es sich um eine "einfache" Beleidigung handeln könnte; ggf. aber auch um eine üble Nachrede, die nach § 186 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe, allerdings wie oben auch nur nach Anzeige und Strafantrag.

Bei einem Ersttäter oder bei wechselseitiger Beleidigung (§199 StGB ) kann die Sache auch ohne Strafe eingestellt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Ergänzung vom Anwalt 24.05.2020 | 21:48

Oben muss es anstatt

"Die von Ihnen zitierte Beleidigung auf sexueller Grundlage ist ein Sonderfall der allgemeinen Beleidigung nach § 182 StGB, ...

richtig heißen:

Die von Ihnen zitierte Beleidigung auf sexueller Grundlage ist ein Sonderfall der allgemeinen Beleidigung nach § 185 StGB ...

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