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Beleidigung/ Drohung? bei web.de/ gmx.de


| 07.12.2012 10:18 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,

vor meiner Fragestellung möchte ich den Fall schildern:
Auf einer Internetseite ist es möglich zu bestimmten Themen seine Meinung zu schreiben. Ein Thema am 07.12.2012 wurde sehr kontrovers und sehr emotional geführt. Es kommt immer mal wieder vor das sich da jemand einloggt um seinen Unmut abzulassen. Solche Benutzer sind durch ihren Benutzernamen und der Tatsache das sie meistens weniger als 50 Beiträge verfasst haben leicht zu erkennen, und in diesem Forum keine Seltenheit.
Ich rate normalerweise deren Kommentare zu ignorieren. Diese Benutzer werden dann relativ schnell gesperrt. Die melden sich dann allerdings oft mit neuem Namen wieder an und sind so ungebetene Dauergäste. Jetzt ist es allerdings das erste mal seit dem ich dort angemeldet bin passiert das mich einer dieser Benutzer persönlich beleidigt hat. Nicht etwa öffentlich im Forum sondern durch das schicken einer persönlichen Nachricht an meine E-Mail Adresse. Die Nachricht ist noch im Original vorhanden, genau so wie mein Beitrag im Forum der wohl zu der Äußerung geführt hat.
Der Benutzer der sich einen sehr vulgären Benutzernamen ausgesucht hat bezeichnet mich in dieser absolut unangemessenen E-Mail als: "Pisse" und "Vollschwein" (entschuldigen Sie bitte die unangebachte Wortwahl), und droht mir indirekt mit Gewalt. Ich bin über diese primitive Beleidigung sehr bestürzt und denke über mögliche Konseqenzen nach.

Meine Fragen:

1. Ist ein strafrechtlich relevanter Tatbestand gegeben?
2. Wie aussichtsreich ist der Rechtsweg? Der Nutzer genießt seine scheinbare Anonymität wahrscheinlich hat er sich nicht unter seinen echten Namen angemeldet eine Strafverfolgung wäre relativ aufwändig, man müsste den Host um die IP bitten und dann schauen ob man auf die Art und Weise etwas herausfindet.
3. Mit welchen Kosten müsste ich rechnen? Ich habe keine Rechtsschutzversicherung und möchte die Sache ersten Kostengünstig halten aber nicht auf sich beruhen lassen.
4. Was würden Sie mir in anbetracht der Punkte 1 bis 3 raten?

Ich hoffe die Auslobung ist dem Aufwand gegenüber angemessen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen,

Jemand der Ihre freundliche Hilfe zu schätzen weiß.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung, desr gebotenenen Vergütung und aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Zunächst einmal zur strafrechtlichen Theorie:

Selbstverständlich liegt hier eine strafrechtlich relevante Beleidigung gemäß § 185 StGB vor. Nach allgemeiner Meinung ist eine "Beleidigung" im Sinne der Norm jeder Angriff auf die Ehre einer anderen Person durch Kundgebung ihrer Mißachtung (BGH 1, 289; 11, 67; 16 63; 36, 148...). Ein solcher Angriff liegt hier vor.

Soviel zur Theorie, nun zur strafrechtlichen Praxis:

Sie sprechen eine Problematik in Ihrer Frage selber an: Die Schwierigkeit wird darin liegen, den Täter zu ermitteln. Dies mag über die IP-Adresse gelingen. Auf Informationen hierzu, insbesonderer auch zu der Frage, wer hinter der IP-Adresse steht, haben Sie indes keinen Anspruch.

Anders sieht es für die Strafverfolgungsbehörden aus. Diese können z.B. nach § 100g der Strafprozessordnung (StPO) vorgehen, um an die Daten zu gelangen.

Fraglich ist allerdings, ob sie dies tun werden. Grundsätzlich gilt nämlich: Der Aufwand der Ermittlung einer Straftat soll in erträglichem Verhältnis zu der Schwere der Tat und den erwarteten Konsequenzen stehen.

Zwar besteht grundsätzlich eine Ermittlungspflicht. Dies hindert die Ermittlungsbehörde jedoch nicht daran, dass Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen.

Insbesondere bei Beleidigungen ist dies leider in aller Regel der Fall.

Nichtdestotrotz bleibt es Ihnen natürlich unbenommen, bei der Polizei einen entsprechenden Strafanzrag, der im Übrigen Voraussetzung für eine Strafverfolgung wäre, zu stellen.

Kosten entstehen Ihnen dabei keine!

Aus diesem Grunde ist wohl ein Ratschlag zu einer bestimmten Vorgehensweise obsolet, da Ihnen durch die Stellung einer Strafanzeige keine Nachteile drohen. Ob diese jedoch sinnvoll ist, und nicht bloße Zeitverschwendung, kann für den Einzelfall nicht beurteilt werden. Letzteres ist aber leider wohl wahrscheinlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Baur, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 09.12.2012 | 12:19


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Noch einmal herzlichen Dank Sie haben mir bei der Wahl der weiteren Vorgehensweise sehr geholfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Jemand der Ihre Hilfe zu schätzen weiß."