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Belästigung am Arbeitslatz

21.03.2011 06:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich hab eine Bekannte die an Ihrem Arbeitsplatz in einem großen Chemie Konzern durch Ihren ehemaligen Chef (zumindest war er das mal für kurz Zeit) einen Hr. Doktor der Chemie belästgt wird. Sie selbst ist Labrohelferin. Der gute Mann ist Rentner (ca. 25 Jahre älter) und hat aber durch Anrechnung der Altersteilzeit immer noch Zugang zum Betriebsgelaände das durch Keycardeingänge und Werkschutz geschützt ist. Nun taucht Hr. Doktor in regelmäßigen Abständen bei Ihr am Arbeitsplatz auf und labert sie voll (Privatbesuche und Telefonate sind durch Ihren derzeitigen Chef verboten), zuhause hat er auch bei ihr angerufen aber da erkennt sie die Nummer und hebt einfach nicht mehr ab, im Betrieb kann er über die Vermittlung anrufen und da sieht man die Nummer dann nicht. Ich hatte mal einen ähnlichen Fall und der wurde von meinem damaligen Chef durch eine Unterlassungsanordnung (Besuchsverbot) schnell und unbürokratisch geregelt. Meine Bekannte hat sich nun an den Betriebsrat gewandt und der sagte, dass ihr Chef diesbezüglich nichts machen kann. Meine Bekannte ist Singel und weiss sich selbst nicht mehr zu helfen und Verbote Ihrerseits dass er nicht mehr zu Ihrem Arbeitsplatz kommen soll werden von Hr. Doktor einfach ignoriert. "Wer" kann denn nun "was" machen?

21.03.2011 | 07:31

Antwort

von


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Sehr geehrter/e Fragesteller/in,

hier bestehen folgende Möglichkeiten:

1.

Ihre Bekannte sollte sich nochmals an den Betriebsrat wenden und diesen darum bitten beim Arbeitgeber vorstellig zu werden, damit der Arbeitgeber dem Treiben des „Herrn Dr." (Stalking) entsprechend Einhalt gebietet und ggf. als schärfste Sanktion von seinem Hausrecht Gebrauch macht.

Ihre Bekannte sollte dabei konkret vortragen durch welche Anrufe, Begegnungen usw. (Datum, Uhrzeit) sie sich in welcher Form belästigt fühlt. Zu diesem Zweck ist es wichtig jedes Detail schriftlich zu dokumentieren und wenn möglich durch Zeugen mit Unterschrift bestätigen und ggf. um eigene Wahrnehmungen der Zeugen ergänzen zu lassen.

Ihre Bekannte sollte dabei gegenüber dem Betriebsrat darauf hinweisen, dass eine offizielle Beschwerde nach § 85 BetrVG beim Betriebsrat und/oder nach § 13 Abs. 1 AGG Auswirkungen auf ihr Arbeitsverhältnis haben könnte. Denn sind solche Verfahren erst einmal eingeleitet, kommt es mitunter zu erheblichen Verwerfungen des Abteilungsklimas, welche auch Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis Ihrer Bekannten haben können.

Ändert sich jedoch erneut nichts, dann sollte Ihre Bekannte schriftlich Beschwerde nach § 85 BetrVG beim Betriebsrat erheben.

Hierzu ist die angefertigte Dokumentation über Art und Weise sowie Zeitpunkt der Belästigung beim Betriebsrat mit vorzulegen.

2.

Führt auch dies zu keinem Ergebnis, ist die Beschwerde nach § 13 Abs. 1 AGG beim Arbeitgeber das richtige Mittel. Denn Stalking in der vorliegenden Form, bei welcher Täter und Opfer unterschiedlichen Geschlechts sind, wird das Motiv häufig das Geschlecht des Opfers sein.

Im Zuge der Beschwerde beim Arbeitgeber ist die angefertigte Dokumentation beizufügen.

Ergreift der Arbeitgeber daraufhin keine oder nur ungeeignete Maßnahmen, hat Ihre Bekannte das Recht die Arbeitsleistung unter Hinweis auf die Belästigungen und die erfolglose Beschwerde beim Arbeitgeber einzustellen (§ 14 AGG ), wenn dies zu Ihrem Schutz nötig ist. Hierbei droht Ihr kein Arbeitsplatzverlust. Allerdings sollte Sie sich davor nochmals ausführlich anwaltlich beraten lassen.

3.

Ist dem Treiben des Herrn Dr. dann immer noch kein Einhalt geboten oder erweitert dieser gar seine "Tätigkeiten" außerhalb des Betriebes, besteht die Möglichkeit einer Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft (§ 238 StGB ).

Dabei muss das Vorgehen des Herrn Dr. aber von einer gewissen Beharrlichkeit gekennzeichnet sein, was immer dann vorliegt, wenn die "Handlung aus bewusster Missachtung des entgegenstehenden Willens der betroffenen Person oder aus aus Gleichgültigkeit gegenüber ihren Wünschen und Belangen wiederholt vorgenommen wird und dass die Tathandlung selbst dies sowie die fortdauernde Bereitschaft zu einer solchen Missachtung erkennen lässt; dass sich in der Fortsetzung gegen erhebliche Widerstände oder Überwindung besonderer Hindernisse ein besonderes Verharrungsvermögen des Täters zeigt" (Tröndle/Fischer, StGB, 57. Auflage, § 238 Rn 18).

Ihre Bekannte sollte daher unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass sie keinerlei Kontakt mit „Herrn Dr." wünscht und zwar am besten sofort, höflich, bestimmt und schriftlich (Einschreiben Rückschein).


ANTWORT VON

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