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Bekomme ich einen Plichtanteil?

01.10.2020 17:50 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Eltern hatten zusammen ein Haus auf dem aktuell noch Schulden bestehen.
Bisher haben meine Eltern zusammen mit meinem Bruder die Rate für das Haus bezahlt.
Nun ist aber mein Vater vor 1,5 Jahren verstorben und meine Mutter bekommt so wenig Rente,
das Sie sich nur noch ganz wenig an der Rate beteiligen kann.
Zudem hat meine Mutter ein Niesnutzrecht. Dadurch kann Sie eigentlich nichts von Statt
als Unterstützung für die Rate oder auch für Ihren Lebensunterhalt erhalten.
Das Haus ist ein 3 Familienhaus.
Die Rate beträgt ca. 1000 €
Mein Bruder bezahlte bisher 650€ und meine Eltern 350 €
Nun unterstütze ich meine Mutter monatlich mit 250 € damit Sie weiterhin die Rate bezahlen kann
bzw. die Nebenkosten und für Lebensunterhalt.

Das Haus hat ca. 450.000 € Wert und es sind aktuell noch ca. 200.000 € an Schulden drauf.
Mein Bruder und deren Frau wurde per Notar dadurch das er die Rate bezahlt schon vor dem Tod meines Vater als
Eigentümer eingetragen mit dem Niesnutzrecht für meine Eltern.

Mein Bruder als auch meine Mutter behaupten, ich würde später mal nichts Erben vom Haus,
weil mein Bruder ja die ganze Zeit die Rate mit bezahlt hat und man mir früher als ich
selbst Schulden hatte, hier mit Geld geholfen habe.

Mein Bruder deren Frau und 2 Kinder bewohnt dort aber schon seit 20 Jahren 2 Wohnungen und meine Eltern (jetzt nur noch meine Mutter) 1 Wohnung.

Hätte mein Bruder 20 Jahre Miete bezahlen müssen für 2 Wohnungen hätte er sicher im Durchschnitt 1000 €
monatlich bezahlen müssen, wenn nicht mehr. Dann wären das 240.000 € gewesen.
So hat er in 15 Jahren 117.000 € bezahlt bzw. in 20 Jahren 156.000 €

Die Frage die sich mir stellt ist folgende:

Wenn meine Mutter heute stirbt, bekomme ich dann meinen Plichtteil von 25 % vom Erbe/Haus?

Und wie wirkt sich das aus, wenn ich jetzt noch weiterhin für meine Mutter aufkommen soll/muss.
Mein Bruder möchten nämlich die Rate nicht reduzieren und soweit ich weiss, wurde die Kreditgeber Bank
nicht informiert, das mein Vater nicht mehr lebt.
Es besteht z.B. keine Pflegeversicherung und es gibt hier auch deswegen ständig Streitigkeiten.
Vielen Dank für Ihre Auskunft.

01.10.2020 | 18:28

Antwort

von


(276)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Nach Ihren Angaben werden Sie einen Pflichtteilsanspruch haben.

Wenn, wie hier, der Erblasser zu Lebzeiten Vermögen verschenkt, dann wird dieses gemäß § 2325 BGB: Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen fiktiv zum Nachlass hinzugerechnet. Den Anspruch, der sich daraus ergibt, nennt man Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Wenn die Eltern beide den Nießbrauch am gesamten Haus behalten haben, dann wird das Haus auch mit dem vollen Wert in den Nachlass gerechnet. Ohne Vorbehalt eines Nießbrauchs würde das Haus nur zu 100 % in den Nachlass gerechnet, soweit der Erblasser (also hier die Mutter) binnen eines Jahres nach der Schenkung verstirbt. Verstirbt sie binnen zwei Jahren nach der Schenkung, dann wird in dem Fall das Haus zu 90 % in den Nachlass gerechnet, bei drei Jahren zu 80 % usw.

Der Nießbrauch am gesamten Haus bewirkt aber, dass die Immobilie wirtschaftlich gesehen noch im Vermögen der Eltern war und diese Fristen nicht zu laufen beginnen. Von daher hätten Sie nach der Mutter einen Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Dasselbe ist übrigens nach dem Vater der Fall. Pflichtteilsansprüche verjähren binnen drei Jahren, Sie könnten also unter Umständen gegen den oder die Erben jetzt auch noch einen Pflichtteilsanspruch nach dem Vater geltend machen.

Zur Höhe des Anspruchs kann man aufgrund Ihrer Angaben keine Aussagen machen. Man müsste dazu wissen, wie hoch der Wert des Hauses zur Zeit der Schenkung war und wie hoch es damals verschuldet war. Für den Pflichtteilsergänzungsanspruch wird gemäß § 2325 BGB: Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen außerdem der niedrigere der beiden Werte zum Zeitpunkt der Schenkung und zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers herangezogen. In den meisten Fällen ist das der Wert zum Zeitpunkt der Schenkung.

Auch das Wohnen des Bruders in zwei der Wohnungen im Haus stellt in diesem Fall eine Schenkung der Eltern bzw. der Mutter an den Bruder dar. Auch diese wäre mit in die Rechnung einzubeziehen. Allerdings greift hier die oben genannte Regelung zur Abstufung beim Wert der anzurechnenden Schenkung.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

ANTWORT VON

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