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Beim überholtwerden beschleunigt... Nötigung?


08.04.2005 16:36 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



hallo,

zum sachverhalt: ich fahre sonntagnachmittag mit meiner freundin im auto mit 50-60kmh durch eine ortschaft und von hinten nähert sich mit schätzungsweise 20kmh mehr ein fahrzeug mit 2 insassen. da die ortschaft sehr lang ist und reger verkehr herrschte war der fahrer gezwungen hinter mir zu fahren. am ende der ortschaft begann dann meine dummheit, ich sah dass der fahrer zum überholen ansetzte und gab ebenfalls gas sodass er sich unter einem lichthupengewitter und verschwindend geringem abstand hinter mir einordnete. nach einer ampel und einer 70zone wiederholte sich dieses spiel und der fahrer fuhr erneut mit ca 5m abstand hinter mir her. in der nächsten ortschaft hatte ich keine lust mehr auf diese "spiel" und ließ ihn überholen wobei mir die beifahrerin die zunge ausstreckte und sich mit der ausgestreckten hand am hals entlangfuhr (zeichen für ich werde euch umbringen oder so). wir haben jedenfalls herzhaft gelacht. nun flatterte aber gestern eine vorladung ins haus wegen nötigung im strassenverkehr auf genau dieser strecke.

meine frage ist nun, was mir schlimmstenfalls droht und ob sich eine gegenanzeige wegen beleidigung und nötigung durch zu dichtes auffahren lohnt? oder sollte ich sogar alles abstreiten? denn ich habe ja ebenfalls einen zeugen. ich weiß selbst dass das nicht die feine englische art war aber gleich ne anzeige zu schreiben ist in meinen augen lächerlich.
ich habe bis jetzt ein sauberes punktekonto, habe ein polizeiliches führungszeugnis ohne eintragungen und benötige den führerschein dringend (1100km in der woche zur arbeit). wirkt sich das evtl auf das strafmaß aus? vielen dank im voraus für die antwort!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine Nötigung wird nur in Betracht kommen, wenn Sie den Drängler vorsätzlich am Überholen gehindert haben. Es wird dabei auch darauf ankommen, wie schnell Sie dort gefahren sind, ob Sie hätten schneller fahren dürfen bzw. können und ob die Fahrbahn außerhalb der geschlossenen Ortschaft möglicherweise zweispurig war.

Wenn Sie ihn, obwohl er überholen wollte, durch Beschleunigen davon abgehalten haben, haben Sie ihn widerrechtlich dazu bestimmt, den Überholvorgang abzubrechen und dadurch objektiv eine Nötigung begangen. Möglicherweise kann man aber argumentieren, daß er Sie dazu durch sein dichtes Auffahren und Drängler-Gehabe provoziert hat. In der Tat wäre eine Gegenanzeige bedenkenswert, denn dichtes Auffahren und das Betätigen der Lichthupe stellt ebenfalls eine Nötigung dar.

Den Führerschein werden Sie, selbst wenn Sie wegen Nötigung verurteilt werden, deshalb nicht direkt verlieren. Allerdings droht Ihnen eine Geldstrafe.

Äußern brauchen Sie sich zur Sache nicht, denn man muß Ihnen Ihre Schuld beweisen, und nicht Sie umgekehrt Ihre Unschuld.

Um sich gegen den Vorwurf der Nötigung verteidigen zu können, sollten Sie aber auf jeden Fall einen Anwalt einschalten, damit dieser für Sie Akteneinsicht nehmen kann. Denn ohne die Kenntnis, was die Zeugen konkret ausgesagt haben, werden Sie keine Verteidigungsstrategie entwickeln können.

Deshalb mein Rat: Beauftragen Sie einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung. Lassen Sie ihn Akteneinsicht nehmen und entscheiden Sie dann mit ihm gemeinsam, wie Sie dem Tatvorwurf begegnen wollen. Bis dahin sollten Sie sich nicht zur Sache einlassen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

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