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Beim Krankenversicherungswechsel, Krankentagegeld vergessen - was tun?

25.06.2013 12:59 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Zusammenfassung: Haftung bei unvollständig an Versicherer weitergeleitetem Antrag auf Krankentagegeldversicherung

Hallo, ich habe Ende 2012 einen Wechsel in die PKV vorgenommen. Dies erfolgte mit einem Versichungseigenen Versicherungsfachmann. In den Anforderungen haben wir aufgenommen, welche Bausteine ich benötige. Dazu auch das Krankentagegeld aber dem 43. Tag. Der Versicherungsbeginn war der 01.03.2013. Der Versicherungsfachmann hat die Unterlagen vorbereitet und ich bin kurz zur Unterschrift ins Büro des Fachmanns gefahren.

Ich Juni war ich wegen Schmerzen in der Hand beim Orthopäden. Dieser hat festgestellt dass ich operiert werden muss und voraussichtlich 6-8 Wochen einen Gips tragen muss. In diesem Zusammenhang habe ich mir dann nochmal die Versicherungsunterlagen angeschaut und festgestellt, dass das Krankentagegeld durch den Versicherungsfachmann nicht eingetragen wurde. Daraufhin habe ich den Berater angerufen und nachgefragt, was dort passiert sei. Seine Antwort war, dass er sich vertan hat und diesen Punkt nicht mit augewählt hat. Das Problem ist, dass der Berater inzwischen nicht mehr mit der Versicherung tätig ist.

Ich habe daraufhin bei der Versicherung angerufen und das Problem geschildert. Diese weigert sicht aber, das Krankentagegeld ohne ausgrenzen der anliegenden Operation nachzutragen.

Ich habe ein Terminprotokoll vom Berater vorliegen, auf dem wir die zu versichernden Bausteine definiert haben. Er würde auch bezeugen, dass er es bei Antragsstellung übersehen hat.

Beruflich habe ich eine Lohnfortzahlung von 8 Wochen und ich gehe davon aus, dass ich auch mit Gips nach 3-4 Wochen wieder arbeiten gehen kann (Bürotätigkeit, Abteilungsleiter). Jedoch kann immer etwas außerplanmäßiges passieren und möchte daher wir mit dem Berater festgehalten, abgesichert sein.

Was für Möglichkeiten gibt es und wie sind die Erfolgsaussichten?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Denkbar wäre hier zunächst eine Schadensersatzhaftung des Versicherers wegen einer falschen Policierung des Versicherungsvertrages.

Dabei wäre aber Voraussetzung, dass der Versicherungsfachmann hier als echter Versicherungsvertreter (§ 59 Abs. 2 VVG) tätig geworden ist und nicht als bloßer Versicherungsmakler (59 Abs. 3 VVG), der auch für andere Versicherer Verträge vermittelt.

Dabei ist maßgeblich der Zeitpunkt der Beratung und Antragstellung (Ende 2012).

Im letzteren Fall müsste sich der Versicherer ein Verschulden eines Maklers m.E. nicht zurechnen lassen (§ 278 BGB), da der Makler mit Übersendung von Versicherungsanträgen keine Pflicht des Versicherers wahrnimmt.

2. Handelt es sich dagegen um einen Versicherungsvertreter wäre der Versicherer verpflichtet, ein anlässlich der jetzt aufgetretenen Erkrankung an der Hand herrührende Deckungslücke beim Krankentagegeld im Wege des Schadensersatzes auszugleichen.

Denn der Versicherungsfachmann räumt sein Fehlverhalten selbst ein.

Dies würde sowohl einen jetzige Arbeitsunfähigkeit von mehr als 42 Tagen betroffen (wie beim Beratungsgespräch als Versicherungswunsch geäußert) als auch eine später daraus ursächlich resultierende erneute Arbeitsunfähigkeit.

3. Zudem dürfte der Versicherungsfachmann wegen seines Fehlverhaltens auch persönlich haften.

Da der Versicherungsfachmann, unabhängig davon, ob Versicherungsvertreter oder –makler, eine Berufshaftpflichtversicherung vorhalten muss, erscheint als praktikabelster Weg, dass er dort vorsorglich einen Schaden meldet.

Realisiert sich dann ein Schaden, indem auf Grund des fehlenden Krankentagegeld- Versicherungsschutzes eine finanzielle Einbuße eintritt, die bei ordnungsgemäßer Policierung nicht eingetreten wäre, kann dieser über die Berufshaftpflicht des Versicherungsfachmannes abgerechnet werden.

4. Nur der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass für künftige von der jetzt aufgetretenen Erkrankung unabhängige Schadenfälle im Bereich Krankentagegeld natürlich eine zusätzliche Police abgeschlossen werden sollte.

5. Angesichts des vom Versicherungsfachmannes eingeräumten Versehens sind die Erfolgsaussichten, vom Versicherer selbst (siehe unter 2) oder von der Berufshaftpflicht (siehe unter 3) Schadensersatz für den Ausfall der Krankentagegeldleistung zu erhalten, gut.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche
Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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