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Beihilfe Betrug

30.06.2010 22:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


09:20
Ich muss etwas weiter ausholen, mein Ex (21 aus Hamburg) zog vor 2 Jahren zu mir (22 aus Essen), in den 2 Jahren lebte er nur auf meine kosten, ging nicht arbeiten geschweige denn meldete er sich beim Job-Center. Er schlug mich und war ein Mistkerl. Als ich dann nach fast 2 Jahren sagte, dass wenn er nicht bald Geld reinbringt ich ihn rauswerfen werde kam er auf die Idee endlich beim Job-Center vorzusprechen. Die sagten ihm, er dürfte sich eine Wohnung suchen. Er rief bei einer Vermieterin an, bei der wir unsere alte Wohnung hatten. Die sagte, die Wohnung würde noch renoviert werden und er solle in einem Monat nochmal anrufen. Ein Kollege bekam das mit und erzählte ihm wie er das mal gemacht hätte: Er sollte doch den Mietvertrag schonmal fälschen und zum Job-Center bringen und somit schonmal das Geld einkassieren und dann, wenn er in einem Monat die Wohnung kriegt einfach den Originalen Mietvertrag unterschreiben, ist ja die selbe Wohnung. Das tat er auch, er ging also los, kaufte einen Mietvertrag und trug die Daten der Wohnung darin ein ( wir wohnten ja schonmal darin und hatten den alten Mietvertrag) Jetzt kommt mein Problem...

Er bat mich den Mietvertrag auszufüllen, damit man seine Schrift nicht erkennt. Und eine Freundin bat er, den Antrag auf Ersteinrichtungsgeld auszufüllen.

Dies taten wir...

ausserdem bat er mich, meine Telefonnumer als die der Vermieterin nehmen zu dürfen, damit sie nicht versuchen die nummer der Vermieterin rauszukriegen.


Ein paar Wochen später klingelte mein Handy. Das Job-Center war dran und wollte mit Frau Ge** (Vermieterin) sprechen, ich war geschockt und tat so als hätte ich das Job-Center nicht verstanden. Durch Seitenhiebe meines Ex Freundes redete ich dann verunsichert weiter und sagte nicht dass ich nicht Frau G*** bin. Als sie nach der Kontonummer von ihr fragten, bat mein Ex mich, denen meine zu geben. Aus lauter Angst tat ich das dann auch.

Natürlich kam alles raus und er sowie ich bekamen eine Anzeige..

Ich schmiss ihn allerdings vorher raus und er zog zurück nach Hamburg, ohne Meldeadresse.

Bei der Polizei sagte ich nicht, dass ich den Mietvertrag ausfüllte, ich sagte gar nichts dazu, ich war zu nervös, sagte aber sonst die Wahrheit. Die fragten mich gar nicht erst wer den Mietvertrag ausfüllte.

Verfahren wurde von der Staatsanwalt eingestellt, zumindest gegen mich.

Nun, ein halbes Jahr später bekomme ich Post vom Gericht. Ich soll als Zeugin gegen meinen Ex aussagen. Natürlich werde ich vor Gericht nicht lügen und werde das mit dem ausfüllen sagen. Ich habe nur Angst das er mich mehr mit reinzieht. Wir haben uns im Streit getrennt.. Unterschrieben hat er den Mietvertrag, ich hab ja seinen Namen nicht gefälscht, trotzdem habe ich mich Schuldig gemacht.

Ausserdem dachte er, er bekommt die Wohnung- was ja nichts an dem Betrug ändert.

Was kann mir passieren? Ich bin 22, gehe zur Schule und bin nicht vorbestraft. Ich habe echt Angst jetzt alles zu verlieren.. Immerhin wusste ich davon und half ihm...
30.06.2010 | 22:54

Antwort

von


(140)
Saarlandstraße 62
44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
Web: http://www.rechtsanwalt-do.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

ob die Staatsanwaltschaft überhaupt die Ermittlungen wieder aufnehmen kann, hängt zunächst davon ab, auf welche Weise das Verfahren eingestellt wurde.
Ist eine Tat zum Beispiel gegen eine Geldbuße eingestellt worden, kann sie im Normalfall nicht mehr verfolgt werden.

Wichtig für Sie ist auch, dass Sie als Zeugin vor Gericht das Recht haben, auf einzelne Fragen zu schweigen, wenn Sie sich damit selbst belasten würden (§ 55 StPO). Darauf wird Sie der Richter vor der Vernehmung auch noch einmal aufmerksam machen. Dies darf und wird der Richter Ihnen auch nicht übel nehmen.
Wenn Sie also gefragt werden, wer den Mietvertrag ausgefüllt hat, brauchen Sie dies nicht zu sagen. Nur Lügen darf man nicht.

Sofern der Täter Sie mit Unwahrheiten belastet, ist es nicht wahrscheinlich, dass ihm geglaubt wird, da es sich um typisches Verhalten von Angeklagten handelt.

Ich halte es insgesamt für nicht besonders wahrscheinlich, dass die Staatsanwaltschaft überhaupt die Ermittlungen gegen Sie wieder aufnimmt. Sollte sie dies dennoch tun, ist nach Ihrer Schilderung davon auszugehen, dass die Tat gegen ein Bußgeld eingestellt oder Sie mit einer niedrigen Geldstrafe bestraft werden.

Sofern Sie sich einen genaueren Überblick verschaffen wollen, sollten Sie mit sämtlichen Unterlagen in einer Erstberatung bei einem Strafverteidiger vorsprechen, der anhand der Unterlagen genauere Auskünfte geben kann.

Abschließend bitte ich Sie, folgendes zu bedenken: Diese Plattform kann und will eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Zu einer umfassenden persönlichen Beratung gehört, dass Mandant und Rechtsanwalt gemeinsam alle relevanten Informationen erarbeiten. Das kann diese Plattform nicht leisten. Hier soll nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gegeben werden. Es kann sich sogar eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben, wenn Informationen hinzugefügt oder weggelassen werden.


Mit besten Grüßen
Sebastian Belgardt


Kanzleianschrift:
Großholthauser Str. 124
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Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 0231. 580 94 95
Fax: 0231. 580 94 96
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Nachfrage vom Fragesteller 01.07.2010 | 01:42

Hallo und danke für die Antwort.
Das Verfahren wurde leider gemäß § 170 Abs 2 eingestellt.
Bleiben Sie trotzdem bei Ihrer Meinung, dass es unwarscheinlich ist, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder aufnimmt?Immerhin bin ich eindeutig Mittäter. Auch wenn ich es nicht sage und von meinem Recht zu schweigen Gebrauch mache.Wäre es denn nicht einfacher für mich, von vorne herein die Wahrheit zu sagen, freiwillig? Sodass man nich für eine Kompetente ehrliche Zeugin hält und ich dadurch weniger Probleme bekomme, also sozusagen wirklich die Chance, dass mir nichts weiter passiert.

Danke im vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.07.2010 | 09:20

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Es ist wirklich schwer zu prognostizieren, wie sich der Angeklagte verhält und wie die Ermittlungsbehörden Ihnen gegenüber reagieren.

Auch ist es schwer, ohne genauen Einblick in die Akte und die Tat, eine optimale Strategie für Sie zu entwickeln.

Die Frage, ob Sie aussagen oder (zu einzelnen Fragen) schweigen wollen, kann ich Ihnen nicht abnehmen.

Sicherlich ist wirkt ehrliche Mitwirkung strafmildernd, sollte die Tat weiter denn verfolgt werden.

Auf der anderen Seite kann man sich mit einer Aussage belasten, die auf auf andere Weise vielleicht gar nicht nachweisbar wäre.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass entweder die Ermittlungen gar nicht erst wieder aufgenommen werden oder die Sache wiederum ggf. gegen ein Bußgeld eingestellt wird oder maximal eine Geldstrafe verhängt wird, die nicht ins polizeiliche Führungszeugnis eingetragen wird.

Strafmildernd wirkt bei Ihnen, dass der Tatbeitrag recht gering ist (Beihilfe), Sie nicht vorbestraft sind und ggf. dass Sie bei der Aufklärung mitgewirkt haben.
Bei einem bin ich mir ganz sicher: Sie werden nicht alles verlieren.

Übrigens: Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie gar nicht aussagen müssen. Wenn der Täter z.B. ein umfassendes Geständnis abgibt, kann darauf verzichtet werden.


Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Belgardt










Ergänzung vom Anwalt 01.07.2010 | 09:32

Im übrigen ist in Deutschland jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich. Niemand ist verpflichtet Straftaten zu begehen. Sie sollten sich also in Zukunft gegenüber kriminellen Partnern oder Bekannten durchsetzen, wenn Sie etwas eigentlich nicht tun wollen, um eine solche Situation zu vermeiden.

MfG RA Belgardt

ANTWORT VON

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