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Beidseitiges Handelsgeschäft - Online-Autokauf über Autoauktionshaus

| 30.03.2012 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Ich habe einen PKW auf einer Online-Plattform für gewerbliche Käufer/Verkäufer erworben.
Der Verkäufer hat angegeben, dass das Fahrzeug hatte eine Vorschaden hatte.
Jetzt habe ich vom 1.-Besitzer erfahren, dass das Fahrzeug einen Totalschaden hatte und aufgebaut/repariert wurde.
Wenn ich dies gewußt hätte, hätte ich das Fahrzeug sicherlich nicht gekauft.

Der Verkäufer hat das Fahrzeug vorher im gleichen Auktionshaus gekauft und dann an mich verkauft bzw. vesteigert und behauptet, das Fahrzeug habe er nicht selber untersucht und er hat ja im Verkaufsformular angegeben, dass ein Vorschaden vorhanden ist.

Jetzt habe ich mit dem 1.-Besitzer gesprochen, und dieser sagt, dass das ein Mitarbeiter des Autohauses bei ihm angerufen und sich nach dem Schaden erkundigt hat - im Display war die Tel-Nr. des Autohauses zu sehen und den Mitarbeiter gibt es auch dort.
In einem Schreiben des Autohauses sagt die Gegenseite jetzt, das die Möglichkeit besteht, dass ein unbekannter Dritter angerufen hat.
Der Betrieb verfügt eine Cafeteria und die Nutzung des Telefonanschlusses ist ein Service für die Kunden - also kann jede andere Person oder ein Kaufinteressent sich gemeldet haben.

Das ist natürlich an den Haaren herbei gezogen, aber meine Problem ist, dass ich halt nachweisen muss, dass das Autohaus oder ein Mitarbeiter angerufen hat.

a) Wie ist hier die Rechtslage bzw. der Erfolg bei einer Klage auf Rückabwicklung wegen arglistiger Täuschung oder ggf. wegen einem Sachmangel?
b) Das Autohaus hat dieses Fahrzeug mit den gleichen Angaben wie ich im gleichen Auktionshaus gekauft und dann an mich weiter verkauft.
Bestand für das Autohaus, eine Untersuchungspflicht, da das Autohaus das Auto mit dem Hinweis "Vorschaden" beim gleichen Auktionshaus gekauft hat?
c) Muss ich damit leben, dass ich als gewerblicher Käufer bei der Auktion gesehen habe, dass es einen Vorschaden gibt und mir dies anrechnen lassen.
d) Lt. AGB des Auktionshauses, muss der Verkäufer detaillierte Angaben zu Unfall-/und Vorschäden geben.
Der Verkäufer hat aber nur den Hinweis "Vorschaden" angegeben und nichts zu den Details und Schadenhöhe.
Kann ich mich auf die ABG´s berufen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Vielen vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

Der Knackpunkt ist hier der Begriff des Vorschadens. Könnte der Verkäufer darlegen, dass dies ein Totalschaden war (und so auch besprochen), hätten Sie natürlich keine guten Karten.

1.
Den Kaufvertrag sollten Sie wegen arglistiger Täuschung vorsorglich anfechten. Dies setzt voraus, dass der angegeben "Vorschaden" eben kein Totalschaden war. Es müsste also irgendwie der Vorschaden und sein näherer Umfang besprochen worden sein.

2.
Bei einem Sachmangel (Fahrzeug ist nicht unfallfrei) können Sie gem. § 437 BGB vom Vertrag zurücktreten, sodass alles rückabgewickelt würde. Die Voraussetzungen dafür wären erfüllt.


Frage b:
Als professionelle Kfz-Händlerin hatte das Autohaus das Fahrzeug auf Unfallschäden zu untersuchen. Ansonsten hätten Sie – vor Abschluss des Kaufvertrags - ausdrücklich darauf hinweisen müssen, dass er das Kraftfahrzeug nicht auf Unfallschäden untersucht hat. Da ein entsprechender Hinweis hier nach Ihrer Schilderung unterblieben ist, durften Sie davon ausgehen, dass das Fahrzeug auf Unfallschäden hin überprüft wurde. Damit ist konkludent zugesichert anzusehen, dass das Fahrzeug kein Totalschaden ist/war..

Frage c:
Es kommt darauf an, ob dieser Vorschaden besprochen wurde und wenn nein, ob damit ein Totalschaden erfasst ist. Gehen Sie davon aus, dass das nicht der Fall ist.


Frage d:
Auf AGB können Sie sich immer berufen, wenn sie rechtsgültig vereinbart sind. Davon gehe ich hier aus.


Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl prüfen zu lassen.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, stehe ich Ihnen dazu selbstverständlich zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.


Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2012 | 21:41

Sehr geehrter Herr Zuern,
vielen Dank für die schnelle und umfassenden Antwort.


Gerne wurde ich nochmals kurz auf den Sachverhalt eingehen dürfen:
Das Fahrzeug habe ich ja Online ersteigert - es gab also keine Gespäche vorher - das zur Info.

a zu Ihrem Punkt 1: Im Einlieferungsformular wurde unter dem Punkt "Vorschaden" die Antwort "bekannt" angegeben. (zu Unfallschaden Nein, da ja auch kein aktueller Unfallschaden besteht).
Auf den Bildern sah man nichts von einem Unfall und es wurde rein gar nichts von einem Totalschaden geschrieben.
Übrigens sieht das Fahrzeug nach meiner laienhaften Kenntniss gut aus und fährt auch gut - ich habe das Fahrzeug ca. 500 km gefahren.

a zu Ihrem Punkt 2:
Da ich ja wußte dass das Fahrzeug einen reparierten Vorschaden hat und keinen aktuellen Schaden, kann ich doch keinen Sachmangel anbringen - oder? Ich wußte halt nur nicht das Ausmaß des Schaden...
Und wenn ja, gilt dies auch für ein beidseitiges Handelsgeschäft?

b) Es gab ja keinen bestehenden Unfallschaden (der wurde ja repariert) - der Händler hat halt nicht angegeben , dass der (reparierte) Vorschaden ein Totalschaden war.
Hätte der KfZ-Handler dass Fahrzeug auch bei einem beidseitigem Handelsgeschäft untersuchen müssen UND ausdrücklich auf den reparierten Totalschaden hinweisen müssen bzw. muss es sich die Nichtdurchführung der Untersuchung anrechnen lassen?
Oder muss ich mir meine Gutgläubigkeit als Gewerbetreibender anrechnenen lassen?

c) es wurde nichts besprochen, da es ja eine Online-Ersteigerung war. Das Fahrzeug habe ich im Einlieferungsformular mit allen Daten gesehen...die Bilder und Beschreibung waren OK und die einzigste negative Angabe war unter dem Punkt "Vorschaden bekannt" die Antwort "ja".
Ansonsten war kein Gutachten und kein zusätzlicher Hinweis auf den Totalschaden als Vorschaden angegeben.

d)Die AGB sind nach meinem Halbwissen für alle Beteiligte bindent - dort wurde nichts von der Schadenhöhe und Schadendetails angegebn.
Haftet der Einlieferer für fehlende Angaben oder kann dies in meinem Fall beim beidseitigen Handelsgeschäft zu meinen Ungunsten ausgelegt werden?

Eine kurze Fragen noch:
Die Erstbesitzer bestätigen ja, dass ein Mitarbeiter angerufen hat und die Tel-Nr. im Display zu sehen war.
Kann sich das Autohaus damit rausreden, dass eine dritte fremde Person von deren Anschluss in der Cafeteria angerufen haben soll?
Ich kann ja nicht das Gegenteil beweisen, obwohl es sehr sehr unwahrscheinlich ist - diese Antwort kann von Ihnen vermutlich nur auf Erfahrungswerte ausgelegt werden - da hier der Richter die glaubwürdigkeit beider Parteien beurteilt - aber eine Einschätzung von Ihnen würde mir helfen...


Vielen Dank für Ihre Mühe

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2012 | 21:48

Sehr geehrter Fragesteller,

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Ein Vorschaden dürfte in keinem Fall ein Totalschaden sein, sondern weniger. Also hätte der Verkäufer Sie darauf hinweisen müssen oder explizit erklären, dass er das Fahrzeug nicht untersucht habe.

Bei einem online-Kauf haben Sie ja nicht einmal die Möglichkeit der Überprüfung, insoweit gilt dies umso mehr.

Wegen des Anrufs aus dem Autohaus sehe ich Ihre Chancen gut. Angerufen wurden nicht Sie sondern ein unbeteiligter Dritter, also ein Zeuge. Die Gegenseite hat keinen Zeugen.
Ist ihr Zeuge einigermassen glaubwürdig, wird das Gericht Ihnen folgen.

Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können und würde mich über eine gute Bewertung freuen, andernfalls müssten Sie sich einfach nochmals melden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.03.2012 | 21:55

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"Sehr geehrter Herr Zuern,
die Antwort kam sehr schnell und ich habe das Gefühl, dass die
Antworten absolut kompetent und vor allen Dingen hilfreich für eine weitere Entscheidungsfindung sind.

Vielen vielen Dank"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 30.03.2012 5/5,0
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