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Bei der Schwarzarbeit zu unrecht des Diebstahls bezichtigt, was soll ich tun?


26.09.2007 11:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler



Guten Tag
Ich habe bis gestern abend bei einer Firma als Putzfrau SCHWARZ gearbeitet. Gesetrn kam es zu folgender Situation:
Mein "Chef" km zu mir und hat mit vorgeworfen ich hätte Geld geklaut vorgestern 100,- und vor 3 wochen 700-800 ,-. Ich habe Ihm gesagt das es nicht stimmt, wodrauf er sagte er habe von den zuletzt geklauten scheinen kopien gemacht und die Scheine unter Zeugen in einen Briefumschlag gelegt. Nun kann er nachweisen welche scheine fehlen. Er würde wenn ich es nicht zugeben würde Strafanzeige gegen mich stellen und zum beweis den briefumschlag zwecks fingerabdrücke vorlegen. Ich weiss nicht ob ich den Briefumschlag berührt habe, da ich ja nunmal da putze schiebe ich öfter irgendwelche akten von links nach rechts. Er hat gesagt ich soll das ganze Geld zurückzahlen oder er geht zur Polizei. Ich bin mir wirklich keiner Schuld bewusst, habe nur angst wenn jetzt wirklich meine Fingerabdrücke drauf sind ( erhat den Umschlag gestern abend in der Hand gehabt genau wie seine Frau) das ich deswegen Ärger bekomme. Desweiteren habe ich ja dort schwrz gearbeitet, wenn er Anzeige gegen mich erstattet fällt das doch auch auf, oder?
Mein Verdienst lag dort bei ca 70 € p.M. Was soll ich jetzt machen ich bin mir echt total unsicher.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sofern Ihr Chef von Ihnen Zahlung der geforderten 700 bis 800 € verlangt, ist dieser beweispflichtig für die Tatsache, dass Sie das Geld an sich genommen haben.

Da Sie vorgeben das Geld nicht genommen zu haben, können in einem Zivilprozess als Beweis für die Entwendung des Geldes lediglich Indizien angeführt werden.
Um Sie anhand von Indizien zu überführen, genügt es jedoch keinesfalls, dass Ihr Chef unter Zeugen Kopien von den fehlenden Scheinen gemacht hat.
Um Ihnen einen Diebstahl nachzuweisen hätte man die Scheine dann auch bei ihnen auffinden müssen.
Eventuell vorhandene Fingerabdrücke reichen als Indiz hierfür ebenso wenig aus, sofern solche überhaupt feststellbar sind. Dies gelingt durch kriminaltechnische Untersuchungen nicht immer.
Selbst wenn sich Abdrücke auf dem Umschlag feststellen ließen, kann dieser auch im Rahmen von Putzarbeiten durch Sie berührt worden sein. Sofern darüber hinaus auch noch andere Personen Zugang zu dem Raum mit dem Briefumschlag hatten, ließe sich eine Täterschaft anderer Personen auch nicht ausschließen.

Natürlich bleibt es Ihrem ehemaligen Arbeitgeber vorbehalten, gegen Sie ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls anzustrengen. In diesem Fall würden Sie durch die zuständige Polizei bzw. Staatsanwaltschaft die Möglichkeit zu einer Stellungnahme erhalten. Eine solche empfiehlt sich jedoch regelmäßig zusammen mit einem Rechtsanwalt abzugeben, da dieser zuvor die Ermittlungsakten einsehen und eine Einlassung in Bezug auf die Aktenlage abgeben kann.

Ansonsten gilt zu beachten, dass für eine strafrechtliche Verfolgung ein Diebstahl durch Ihre Person hinreichend festgestellt werden muss. Anhand Ihrer Tatsachenschilderung wird dies den ermittelnden Polizeibeamten bzw. der Staatsanwaltschaft jedoch kaum gelingen, sofern nicht noch weitere belastende Umstände hinzutreten.

Ihr ehemaliger Chef würde sich darüber hinaus der Gefahr aussetzen, bei Erstattung einer Strafanzeige sich selbst Verdächtigungen hinsichtlich Steuerhinterziehung, Betrug, sowie Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen auszusetzen.
In einem Verfahren gegen Sie käme höchstwahrscheinlich unweigerlich zur Sprache, dass kein Arbeitsvertrag existiert und sie dort einer Schwarzarbeit nachgegangen sind.
Bereits aus diesem Grund wird eine Anzeige durch Ihren Chef von meiner Seite aus eher als fernliegend betrachtet.

Sofern Sie keinerlei Sozialleistungen beziehen, stellt die Nichtmeldung Ihrer nachgegangenen Tätigkeit für Sie darüber hinaus lediglich eine Ordnungswidrigkeit dar. Ihrem Chef droht dagegen wegen vermutlicher Verletzung von oben aufgeführten Straftatbeständen eine empfindlichere Strafe.

Sagen Sie ihrem ehemaligen Chef,dass Sie sich keiner Schuld hinsichtlich eines Diebstahls bewusst sind und eine Strafanzeige nicht befürchten. Sofern keine weiteren belastenden Umstände vorliegen, wird es vermutlich bei einer Drohung Ihres ehemaligen Chefs verbleiben.

Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt
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