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Bei Rot angefahren, gestoppt, hinten einer aufgefahren

| 02.05.2010 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Hallo zusammen,

ich stand an einer roten Ampel. Ich dachte es sei grün geworden und fuhr los (Sonne stand tief). Auf einmal hupten mehrere Fahrzeuge und ich hielt sofort wieder an (bin ja nur im Schritt angefahren). Ich stand sodann 3-4 Meter hinter der Haltelinie. Nach 3 Sekunden fuhr mir jemand, der mich wohl anfahren gesehen hat und gar nicht auf die Ampel achtete, unvermittelt drauf.

Wie verhält es sich in Hinblick auf die Schuldfrage?
Ich stand ja schon ne Weile und der ist eindeutig, wie ich zwar zuvor auch, über die rote Ampel....


Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes wie folgt beantworten:

Bei einem Auffahrunfall spricht gegen den Auffahrenden grundsätzlich immer der so genannte Beweis des ersten Anscheins dahingehend, dass dieser entweder nicht genügend Sicherheitsabstand eingehalten oder infolge von Unaufmerksamkeit nicht rechtzeitig auf ein Hindernis oder das Fahrverhalten eines Vorausfahrenden reagiert hat. Dies gilt grundsätzlich auch unabhängig davon, ob sich der Auffahrunfall während einer Rotlichtphase ereignet hat. Es ist also immer zunächst von dem alleinigen Verschulden des auffahrenden Fahrzeugführers auszugehen.

Lediglich in Fällen, in denen es streitig bleibt, ob ein Auffahren des Nachfolgenden oder ein Rückwärtsfahren oder -rollen des davor Befindlichen vorliegt, findet dieser Anscheinsbeweis nach der Rechtsprechung keine Anwendung. Da ein solcher Umstand in Ihrem Fall aber offensichtlich nicht gegeben ist, ist weiterhin vom alleinigen Verschulden des Auffahrenden auszugehen.

Dieser vorbeschriebene Anscheinsbeweis könnte dann nur noch vom Auffahrenden durch bewiesene Tatsachen widerlegt werden,
d. h. es müssen Umstände bewiesen werden, aus denen sich ein mögliches Abweichen von der typisierenden Wertung ergibt, z. B. ein unbegründetes abruptes Abbremsen oder ein Fahrstreifenwechsel des Vorausfahrenden. Da auch solche Umstände hier nach Ihrer Schilderung nicht gegeben waren, Sie sogar schon eine Weile standen, wird es dem Auffahrenden in Ihrem Fall nicht gelingen, einen solchen Gegenbeweis zu führen.

Im Ergebnis ist daher auch in Ihrem Fall von der alleinigen Schuld und Haftung des auffahrenden Fahrzeugführers auszugehen. Sie können damit uneingeschränkten Schadensersatz beanspruchen.

Vorsorglich möchte ich Sie im Hinblick auf den von Ihnen geschilderten Unfallhergang noch auf eine beispielhafte Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 10.11.2003: (Urteil vom 10.11.2003 - I-1 U 28/02 ) hinweisen bzw. Ihnen diese „an die Hand geben“. Unter anderem in diesem Urteil, welches nur eins von zahlreichen entsprechenden Beispielen aus der Rechtsprechung darstellt, wird eindeutig darauf hingewiesen, dass für eine Erschütterung des Anscheinsbeweises bei einem Auffahrverschulden nicht einmal der Nachweis genügt, dass der Vorausfahrende seinen PKW in der Anfahrphase abgebremst hat.

Vor dem Hintergrund dieser einschlägigen Rechtsprechung haben Sie also so oder so nichts zu befürchten, den Auffahrenden wird in jedem Fall die volle Schuld und Haftung treffen, ohne das Ihnen in irgendeiner Form ein Mitverschulden angelastet werden könnte.

Abschließend hoffe ich, Ihnen weitergeholfen zu haben und würde mich über eine positive Bewertung durch Sie wirklich sehr freuen. Bei verbliebenen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.05.2010 | 00:21

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