Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bei Nachlassinsolvenz Haftung auf Haus beschränken?

23.09.2009 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich, meine Mutter und meine Schwester bilden nach dem Tod meines Vaters eine Erbengemeinschaft. Das überschuldete Erbe wurde leider nicht rechtzeitig ausgeschlagen und der Erbschein von meiner Mutter leichtsinnig unterschrieben.

Da der Nachlass nur auf einer Darlehensschuld beruht und das Haus seit geraumer Zeit zum Verkauf steht und keinen Käufer gefunden hat, habe ich die Nachlassinsolvenz beantragt.
Der derzeitige Schuldwert beträgt 130.000 € und deckt sich ungefähr mit dem derzeitigen Verkehrswert des Hauses. Es gibt nur einen Gläubiger, die Bank. Die monatlichen Zahlungen für das Darlehen sind allerdings seit 12 Monaten gestundet.

Das Gericht hat mich jetzt angeschrieben, mit 3.000 € für das Verfahren der Nachlassinsolvenz in Vorlage zu treten. Ansonsten wird der Antrag mangels Masse abgewiesen.

Kann ich mit dem Beschluss des Gerichtes "mangels Masse" bei der Bank eine Haftungsbegrenzung aller Erben auf das Haus erzielen? ´Was macht die Bank dann?

Oder was passiert wenn das Nachlassinsolvenzverfahren nach meiner Zahlung eröffnet wird, habe ich dann eine Chance die Haftung auf das Haus zu beschränken?
Was passiert wenn das Haus zwangsversteigert wird und nicht die Darlehensschuld deckt?

Welches ist die bessere Variante?

Da ich erst 26 bin und keinerlei Vermögen besitze, würde ich ungern mit hohen Schulden aus der Sache rausgehen oder evtl. in die Privatinsolvenz müssen. Bitte helfen Sie mir.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte.

Eine Haftungsbegrenzung lässt sich durch eine mögliche Abweisung mangels Masse nicht automatisch erzielen, soweit sich Ihr Vater für das Darlehen der persönlichen Haftung unterworfen hat. Die Bank muss sich demnach nicht auf eine Haftungsbeschränkung einlassen und kann eine Haftungsbegrenzung ablehnen.

Mit dem Nachlassinsolvenzverfahren erreichen Sie, dass die Erben, soweit sich nicht bereits unbeschränkt haften, nicht mehr mit ihrem Gesamtvermögen (Nachlass plus Eigenvermögen) haften. Die Haftung beschränkt sich bei einem Nachlassinsolvenzverfahren auf den Nachlass. Insoweit ist ein solches Verfahren anzustreben, wenn zu erwarten ist, das der Nachlass die Verbindlichkeiten nicht decken wird. Den Gläubigern wird durch das Nachlassinsolvenzverfahren das Nachlassvermögen zum alleinigen Zugriff zur Verfügung gestellt.

Sicherlich können die Erben mit der Bank derart verhandeln, dass der Bank z.B. eine Verkaufsvollmacht ausgehändigt wird und die Bank im Gegenzug auf eine persönliche Inanspruchnahme der Erben verzichtet. Allerdings ist auch dies Verhandlungssache. Hierbei ist aber zu beachten, dass soweit weitere Nachlassverbindlichkeiten auftauchen, von denen die Erben zum jetzigen Zeitpunkt keine Kenntnis haben, Sie dann trotz einer Vereinbarung mit der Bank mit dem gesamten Vermögen haften können.

Aufgrund Ihrer Angaben empfiehlt es sich, dass das Nachlassverfahren eröffnet wird, damit die Haftung auf den Nachlass beschränkt bleibt, sollte eine Verwertung der Immobilie nicht zur Deckung der Darlehensverbindlichkeiten ausreichen. Soweit aber bereits eine Haftung der Erben auch mit dem Privatvermögen bereits besteht (§ 1974 Abs. 1, S. 2 BGB , Ablauf der Inventarfrist) wäre ein Nachlassinsolvenzverfahren nur bedingt zielführend.

Aufgrund der möglichen Haftung empfehle ich Ihnen einen Kollegen mit der Prüfung der bestehenden Haftung zu beauftragen, um dann entscheiden zu können, ob die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens sinnvoll ist.
Ich hoffe Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79040 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
sehr schnelle und hilfreiche Auskunft! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Dr. Hoffmeyer hat die Frage hervorragend beantwortet und ist auch auf umfangreiche Rückfragen eingegangen. Ich konnte meine Probleme mit seiner Hilfe alle lösen und bin sehr dankbar für die Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke ...
FRAGESTELLER