Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bei Krankheit werden Stunden vom Zeitkonto abgezogen?


| 22.11.2017 10:04 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Im Krankheitsfall gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Der Arbeitgeber zahlt den Lohn zunächst fort. Das kann auch über ein Arbeitszeitkonto erfolgen, denn Stundengutschriften sind nur eine andere Art Lohn. Die Berechnungsmethode der Gutschrift richtet sich aber ggf. abweichend nach Tarifvertrag.


Sehr geehrte Damen und Herren, ich arbeite bei einem Autohersteller in Teilzeit. Nun war ich krank und während dieser Zeit wurden mir Stunden vom Zeitkonto abgezogen. Die Begründung vom AG: Ihre Arbeitszeit in der vorgezogenen 3. Schicht ist von 22:45 - 06:10 Uhr. Dies entspricht einer Anwesenheit von 7,42 Stunden. Abgezogen wird 0,25 Stunden unbezahlte Pause. Daher errechnet sich eine Arbeitszeit von 7,17 Stunden. Bei tatsächlicher Arbeitsleistung der Nachtschicht erhalten Sie zusätzlich einen Ausgleich von 1 Stunde. Lt. Ihrem Arbeitsvertag beträgt Ihre tägliche Arbeitszeit 8 Stunden. Daher errechnet sich ein Minus von 0,83 Stunden (7,17 Stunden - 8 Stunden).
Ich kann das nicht so ganz glauben, denn für Urlaubstage wird ja auch nichts abgezogen.
Wie ist das jetzt?
22.11.2017 | 10:52

Antwort

von


71 Bewertungen
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-0
Web: www.appelhadenfeldt.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie mit Ihrem Gedanken recht. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bedeutet vollen Lohn trotz Wegfall der Arbeitszeit. Das sieht das Entgeltfortzahlungsgesetz auch so vor (§ 4 Abs. 1 EFZG und § 3 Abs. 1 EFZG). Das ist auch bei Zeitkonten nichts anderes, da Gutschriften nur eine andere Art von Lohn sind. Der Lohn wird eben nicht stetig sondern nachträglich über das Zeitkonto abgerechnet.

ABER, wie so oft im Recht, es gibt eine tarifvertragliche Möglichkeit, von der vollen Entgeltfortzahlung nach Zeit abzuweichen. Nach § 4 Absatz 4 EFZG können Tarifvertragsparteien eine andere Regelung über die Berechnung treffen und diese kann auch zwischen nicht tarifgebundenen Parteien arbeitsvertraglich vereinbart werden.

Gilt demnach in Ihrem Betrieb oder individuell für Sie im Arbeitsvertrag ein Tarifvertrag der Autoindustrie mit solch einer Extraregelung sieht dieser wahrscheinlich eine Durchschnittszeitregelung vor. Dies fhrt dazu, dass Ihnen nicht die vollen 8 Stunden vertraglicher Arbeitszeit, die Sie hätten leisten sollen, gutgeschrieben werden, sondern nur die über die Schichtpläne ermittelte durchschnittliche Arbeitszeit. Daher kommt vermutlich die etwas seltsam anmutende Berechung Ihres Arbeitgebers mit 8,0 Sunden Vertragsarbeitszeit minus 7,42 Stunden Schichtarbeitszeit in der Nacht und minus 0,25 Stunden Pause = 7,17 Stunden Lohnfortzahlung statt 8,0 Stunden.

Da die Tarifparteien eine andere Berechnung aber nicht für Urlaub vornehmen können, ist ein Vergleich mit den Urlaubsstunden nicht möglich. Dort wird eben die Vertragsarbeitszeit pro Urlaubstag angesetzt.

Ob die Abrechung bei Ihnen tatsächlich zulässig ist, regelt sich nach Ihrem individuellen Arbeitsvertrag und dem für Sie eventuell gültigen Tarifvertrag. Gilt für Sie kein Tarifvertrag, so ist die Durchschnittsregelung unzulässig.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Bewertung des Fragestellers 22.11.2017 | 11:27


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"+++"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 22.11.2017
5/5.0

+++


ANTWORT VON

71 Bewertungen

Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-0
Web: www.appelhadenfeldt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Insolvenzrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Grundstücksrecht, Erbrecht, Kaufrecht