Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Behördenwillkür, Vorwurf Kindsgefährdung

02.08.2015 10:27 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung:

wann darf ich mein kind alleine zuhause lassen?

Ich bin seit 3 Jahren in der Schweiz,mit meinem jetzt 13 jährigen Sohn.Ich habe als Pflegefachfrau mit 80% im Schichtdienst gearbeitet.Mein Sohn hat ADHS und die neue Lehrerin hatte Probleme mit ihm.Zusätzlich klagte sie darüber,das mein Sohn in der Zeit meiner Spätdienste alleine sein würde und das nicht gut für ihn sei.Da ich zu der Zeit schon 2 Monate krankgeschrieben war,mein Sohn jeden Morgen seine Tabletten genommen hat und regelmässig in der Tagesschule war( Forderungen der Schule),konnte ich die Vorwürfe nicht verstehen.Die schule schaltete das Jugendamt ein,wegen kindesgefährdung.Ich sitze jetzt in einem Strudel von Behörden,Arbeitsamt,Sozialamt und Jugendamt.Ich möchte mit 60% arbeiten,muss mich ständig bewerben,darf aber ja keine Spät und Wochenenddienste machen,da mein Sohn wieder alleine wäre.Meine Frage ist,ob das Jugendamt wirklich das Recht hat,so in mein Leben einzugreifen,zumal es ja keinen wirklichen Grund für die Kindesgefährdung gibt und muss ich oder mein sohn wirklich allein zu diesen Gesprächen gehen?Ich bemerke,das die Dame vom Jugendamt oft die Sachen verdreht,die ich ihr sage und ich dagegen nichts sagen kann und ja auch keine Beweise habe.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Art. 301 ff . Schweizerisches Zivilgesetzbuches
http://www.gesetze.ch/sr/210/210_026.htm
(Link muss im Browser kopiert werden)
Bestimmt Rechte und Pflichten der Eltern gegenüber ihrem Kind (im Wesentlichen gleich wie im deutschen Recht) wie folgt:
„I. Im Allgemeinen
1 Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen.
…..
2 Das Kind schuldet den Eltern Gehorsam; die Eltern gewähren dem Kind die seiner Reife entsprechende Freiheit der Lebensgestaltung und nehmen in wichtigen Angelegenheiten, soweit tunlich, auf seine Meinung Rücksicht.
…..

III. Erziehung
1 Die Eltern haben das Kind ihren Verhältnissen entsprechend zu erziehen und seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung zu fördern und zu schützen.
…..
3 Zu diesem Zweck sollen sie in geeigneter Weise mit der Schule und, wo es die Umstände erfordern, mit der öffentlichen und gemeinnützigen Jugendhilfe zusammenarbeiten".

Die Aufsichtspflicht der Eltern dient dem Schutz vor möglichen Selbst – oder Fremdschäden, die durch Kinder verursacht werden könnten.
Es gibt keine Vorschrift, die Inhalt und Umfang der Aufsichtspflicht exakt regelt. Vielmehr ist hier das Augenmaß der Eltern gefragt: Sie müssen im Alltag den Spagat zwischen der Pflicht, Ihr Kind zu beaufsichtigen und dem Recht Ihres Kindes auf freie und altersgerechte Entfaltung seiner Persönlichkeit gemeinsam meistern.
Ab welchem Alter kann ich mein Kind allein zu Hause lassen?
In der Broschüre der LHS München „Elterliche Aufsichtspflicht" wird empfohlen:
„Ab dem Grundschulalter können Sie mit Ihrem Kind das „Allein-Sein" üben. Zu Beginn sollte es nur kurze Zeit allein gelassen werden, etwa wenn Sie Briefe zum Postkasten tragen. Wenn alles klappt, kann sich später die Dauer Ihrer Abwesenheit steigern. Treffen Sie in jedem Fall Sicherheitsvorkehrungen:
• Geben Sie Ihrem Kind eine konkrete Zeit an, wann Sie wieder zu Hause sind und halten Sie diese in jedem Fall ein!
• Sie sollen für Ihr Kind auch immer telefonisch erreichbar sein.
• Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es tun soll, wenn es Angst hat oder wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Idealerweise kann Ihr Kind zu einer Nachbarin gehen, die von Ihrer Abwesenheit weiß und zu der Sie und Ihr Kind Vertrauen haben.
• Ihr Kind muss wissen, dass es Fremden die Tür auf keinen Fall öffnen darf.
• Es sollte niemals allein den Herd oder andere Elektrogeräte (Bügeleisen, Föhn, Heizlüfter, Mixer, Schneidemaschinen etc.) benutzen oder mit heißem Wasser bzw. mit dem Wasserkocher hantieren.
• Sorgen Sie dafür, dass Streichhölzer und Feuerzeuge sicher weggeräumt sind. ! Ihr Kind darf sich nicht einschließen.
• Sperren auch Sie Ihr Kind nicht in der Wohnung ein. Wenn Gefahr droht, muss es die Wohnung rasch verlassen können

Zu Ihrem Fall:
Bei einem 13 jährigen Kind besteht m. E. kein Problem, es alleine zu Hause zu lassen, soweit oben genannten Vorkehrungen getroffen sind. Diese sollen Sie auf jeden Fall dem Jugendamt mitteilen. Problematisch ist hier die ADHS, die allerdings das alleine zuhause sein nicht automatisch ausschließt. Ich empfehle Ihnen, ein ärztliches Attest zum Thema einzuholen: wie wirkt ADHS auf die Problematik?
Zu Ihren Fragen:
1. Meine Frage ist,ob das Jugendamt wirklich das Recht hat,so in mein Leben einzugreifen,

ja, das Jugendamt hat gesetzliche Kontrollbefugnisse und muss der Anzeige nachgehen

zumal es ja keinen wirklichen Grund für die Kindesgefährdung gibt

das beurteilt dann das Jugendamt selbst, Sie tragen nur die Tatsachen vor, s.o.

und muss ich oder mein sohn wirklich allein zu diesen Gesprächen gehen?

Allein muss Ihr Sohn nicht gehen, da Sie und nicht das Jugendamt das Sorgerecht haben und bestimmen, wo Ihr Kind geht. Hier wäre aber doch zu überlegen, Ihr Sohn zum Gespräch allein gehen zu lassen. So kann er den Verdacht des Jugendamtes besser entkräften und zeigen, dass er reif genug ist, um allein zu Hause zu bleiben..
2. Ich bemerke,das die Dame vom Jugendamt oft die Sachen verdreht,die ich ihr sage und ich dagegen nichts sagen kann und ja auch keine Beweise habe.
Das kommt leider oft vor, liegt aber an der Persönlichkeit des jeweiligen Mitarbeiters. Hier kann ich Ihnen nicht weiter helfen. Mit dem ärztlichen Attest haben Sie aber auf jeden Fall bessere Chancen, Ihre Auffassung zu „beweisen".



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90223 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
danke ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage und Ergänzungsfrage wurden sachlich und verständlich beantwortet, gute Beratung, danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
- zügig bearbeitete Frage - kompetente Beratung - freundlich ...
FRAGESTELLER