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Behandlungfehler nach Fehldiagnose mit Schweren Folgen

17. August 2022 10:16 |
Preis: 60,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


10:41

Ich stellte mich zum ersten Mal bei der Fachärztin Fr. Dr. V. in der Praxis für Nuklearmedizin und Innere Medizin am 21.02.2022 mit deutlichen Symptomen der Schluckbeschwerden und einer visuellen Halsschwellung rechts vor. Es wurden mir folgende Untersuchungen gemacht: Sonographie der Halsweichteile, Szintigraphie der Schilddrüse und Labordiagnostik der Schilddrüsenhormonen. In diesem histologischen Befund war kein Anhalt für Tumor. Aufgrund dessen verabschiedete sich Frau Dr. V. von mir fast für VIER Monate bis zum 15.06.2022. Dabei wurden mir keine weitere Diagnostik und keine Behandlung verschrieben. Als ich mich in der 17 KW im April wegen unerträglichen Schmerzen in der Kehle, massiven Schluckbeschwerden und sehr starken Stimmstörungen bei ihr erneut vorstellte, wurde mir nach der Sonographie eine falsche Diagnose gestellt, u.z. Verdacht auf Schilddrüsenkrebs. Aufgrund dieser falschen Diagnose wurde ich am 24.05.2022 im Krankenhaus unnötig operiert. Während der OP wurden mir die Stimmbändernerven verletzt, Infolgedessen kann ich nicht mehr sprechen, muss eine Tracheostoma tragen und bekam eine anerkannte Behinderung im Grad 100% . Wegen der starken Beeinträchtigung bin ich stets pflegebedürftig. Diese dramatischen Folgen konnten vermieden werden, falls Fr. Dr. V. rechtzeitig eine ausführliche und einheitliche Diagnostik ( z.B. CT) verordnet ggf. durchgeführt hätte und mir eine richtige Diagnose gestellt worden wäre. Mir droht die Behinderung in Form des Stimmverlustes und des Atemverlustes für das ganze Leben lang. Wegen der mangelhaften Diagnostik und der inkompetenten Handlungen der Frau Dr. V., die meine Krankheit (das Lymphom) so weit fortschreiten ließ, sodass ich mich jetzt im letzten 4. Krebsstadium befinde, sehen meine Überlebenschancen nicht gut aus.

Nun zu meinen Fragen:

1. Die Ärztin hat mich nicht rechtzeitig zum CT geschickt da Sie eine Fehldiagnose erstellte.
Ist Sie dafür belangbar ?

2. Da ihre Handlungen zu Behinderung und schwerem Krankheitsverlauf geführt haben, ist sie dafür schadenersatzpflichtig ? Falls ja in welcher Höhe ?

3. Wie gut sehen meine realen Chancen bei einem Prozess aus ?

Vielen Dank für Ihre Antwort !!

17. August 2022 | 11:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.

OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 22.12.2020 – 8 U 142/18:

Der Arzt hafte für die durch sein Fehlverhalten entstandenen Schäden, da er die Erhebung von medizinisch gebotenen Befunden unterlassen habe. Gemäß der Angaben eines Sachverständigen, hätte der Tumor bereits Ende Oktober erkannt werden können. Das hätte die Prognose der Patientin statistisch gesehen um 10–20% verbessert.

Diesen Grundsätzen entsprechend müssen Sie - mithilfe eines Sachverständigen - feststellen lassen, dass eine fehlerhafte Behandlung vorliegt.

Anhand der Sachverhaltsschilderung tendiere ich zu einer Fehlbehandlung.

2.

In diesem Fall ist angesichts des schweren Krankheitsverlaufes und des Stimmverlustes für das ganze Leben von einem hohen Schmwezensgeld auszugehen. Etwa 60.000 bis 80.000 €.
Berücksichtigt werden noch Faktoren wie Ihr Alter etc.

3.

Für den Fall, dass ein Sachverständiger bestätigt, dass die Behandlung des Arztes fehlerhaft war, stehen die Chancen gut, ein Schmerzensgeld durchzusetzen.

Gerne kann ich eine Anfrage bei einem Sachverständigen für Sie stellen, wenn dies gewünscht ist

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


Rückfrage vom Fragesteller 18. August 2022 | 07:35

Sehr geehrter Herr Richter,

Welche Chancen sehen Sie auf Schmerzensgeld (Höhe) wegen der stark verzögerten Behandlung des Krebses ? Die Ärztin hatte im Februar keine umfassende Diagnostik angewendet, in folge dessen ich eine unnötige OP mit schlimmen Folgen bekam und der Krebs nicht im 2. sondern 4. Stadium begonnen wurde zu behandeln.

Vielen Dank für Ihre Antwort !!!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 18. August 2022 | 10:41

Sehr geehrter Fragesteller,

meiner Meinung nach hätte die behandelnde Fachärztin alles tun müssen, um einen Tumor auszuschließen. Da sie dies nicht gemacht hat, konnte der Tumor sich erst ausbreiten. Demnach liegt ein Behandlungsfehler vor, der den Schmerzensgeldanspruch begründet.

Aber bevor man den Anspruch geltend macht, müsste ein Gutachter den Behandlungsfehler bestätigen.

Sollte das der Fall sein, sind die Chancen gut.

Beste Grüße
RA Richter

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