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Behandlung einer gesamtschuldnerischen Haftung bei Insolvenz

| 16.06.2014 21:17 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Zusammenfassung: Im Falle der Privatinsolvenz eines Miteigentümers wird der Insolvenzverwalter regelmäig keine Veranlassung haben, eine gemeinsame Immobilie zu verwerten, wenn diese wertausschöpfend belastet ist.

Ein Ehepaar hat ein gemeinsames Haus, das mit einem Darlehen belastet ist. Jedem Ehepartner gehören 50% des Hauses. Beide Ehepartner haften gesamtschuldnerisch für das Darlehen. Der Wert des Hauses beträgt 125.000 EUR und ist mit 135.000 EUR belastet (Grundschuld für Bank A). Um das mangelnde Eigenkapital auszugleichen, haftet Ehepartner A mit einem weiteren Haus und Grundstück in seinem Eigentum (Grundschuld für Bank A sowie 2 weitere Banken für andere Darlehenssummen).

Unter der Annahme, dass Ehepartner B überschuldet ist und in die Privatinsolvenz müsste:-

Ist das gemeinsame Haus in der Gefahr durch eine Zwangsversteigerung oder durch andere Massnahmen der Privatinsolvenz veräussert zu werden, notfalls durch eine Zwangsversteigerung? Falls das Haus veräussert werden muss, wie kann Ehepartner A dies verhindern oder abwenden?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Falle der Privatinsolvenz von B wird der Verwalter keine Veranlassung haben, das gemeinsame Haus (ohnehin ginge dieses nur in Bezug auf den Miteigentumsanteil) verwerten, da dieses wertausschöpfend belastet ist und der Erlös quasi 1 zu 1 an die Bank auszukehren wäre. Im Normalfall würde mithin eine Freigabe des Miteigentumsanteils aus der Insolvenzmasse an den Schuldner B erfolgen. Eine Zwangsversteigerung würde wiederum allenfalls durch das Kreditinstitut erfolgen, wenn das Darlehen nicht weiter bedient wird, für das A ohnehin gesamtschuldnerisch mit B haftet. Insofern ist anzunehmen, dass Sie dieses weiter tilgen werden.

(Den umgekehrten Fall angenommen, das Haus wäre 135.000,- EUR wert und mit 125.000,- EUR belastet, würde der Insolvenzverwalter von B darauf hinwirken, die freie Spitze zu realisieren, d.h. in diesem Beispiel, dass ggf. ein Betrag von 5.000,- EUR von A in die Insolvenzmasse zu leisten wäre.)

Ich deute Ihre Frage dahingehend, dass Sie wissen möchten, wie es sich auswirkt, dass eine weitere Immobilie, die im Eigentum von A steht, offenbar auch für die Verbindlichkeiten der im Miteigentum von A und B stehenden Immobilie haftet. Dieses wäre in der vorgenannten Konstellation dann problematisch, wenn der Insolvenzverwalter die Möglichkeit hätte, darauf hinzuwirken, dass zunächst die im Alleineigentum des nichtinsolventen A stehende Immobilie verwertet werden könnte, um die Verbindlichkeiten zu Lasten der im Miteigentum stehenden Immobilie zu reduzieren, mit der Folge, dass die Belastung des schuldnerischen Miteigentumsanteils der Immobilie sinken würde. Dieses hätte wiederum zur Folge, dass letztlich durch eine Verwertung von Vermögen des A ein Übererlös zugunsten der Insolvenzmasse entstehen würde. Allerdings ist nicht erkennbar, aus welchem Rechtsgrund das Kreditinstitut A verpflichtet sein soll, die auch zu Lasten der anderen Immobilie stehenden Sicherheiten zu verwerten. Auch ein solches Recht des Insolvenzverwalters ist nicht erkennbar.

Festzuhalten bleibt mithin, dass vorliegend die Verwertung durch den Insolvenzverwalter aller Voraussicht nach nicht erfolgen wird; Sie aber zur Rückzahlung des Darlehens verpflichtet bleiben.


Ich hoffe, Ihre Frage damit verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können jederzeit gerne Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.06.2014 | 08:23

Vielen Dank für die Antwort.

Darf B aus seinem nicht pfändbaren Einkommen weiterhin seinen Teil zum Kapitaldienst (Zinsen und Abtrag) für das gemeinsame Haus bestreiten (ca. 400 EUR)? Wenn nicht, würde ich annehmen, dass die Bank A die Häuser verwertet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.06.2014 | 09:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

B darf mit seinem unpfändbaren Einkommen machen was er will, mithin auch das Darlehen weiter tilgen.

Sobald die Raten nicht mehr pünktlich zurückgezahlt werden, wird eine Verwertung seitens der Bank erfolgen. Daher kann es sinnvoll sein, dass A dann die Raten für B zahlt.

Ich wünsche Ihnen dennoch einen schönen Tag und verbleibe mit freundlichen Grüßen

U. Müller-Guntrum
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 17.06.2014 | 08:24

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