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Begleitstoffanalyse

| 21.10.2014 22:39 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

es handelt sich um eine Anklage wg. vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Sachschaden).

Zum Zeitpunkt der Fahr nicht alkoholisiert, nach der Fahrt erfolgte ein Nachtrunk (0.7l Korn auf ex) - Kurzschlussreaktion - die Blutentnahme erfolgte etwa 2h später.

Um die Nachtrunkbehauptung zu überprüfen wurden diverse Gutachten beauftragt.

Ein erstes Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass der angegebene Nachtrunk die Blutalkoholkonzentration erklären könne.
Auf Basis der im Anschluss in Auftrag gegebenen Begleitstoffanalyse wird die Nachtrunkbehauptung allerdings abgelehnt.

Welches Gutachten zählt vor Gericht, sind diese anfechtbar und in wie fern beeinflussen das Alter der dafür verwendeten Blutprobe (> 6 Monate) und die Einnahme diverser Medikamente (u. a. Blutverdünner) das Ergebnis.

Letztlich kann auf Basis der Gutachten m. E. keine eindeutige Aussage darüber getroffen werden ob der Beklagte zum Zeitpunkt der Fahrt alkoholisiert war oder nicht, zudem widersprechen sich die Gutachten im Ergebnis. Daher sollte doch ein Freispruch bzgl. vorsätzlicher Trunkenheit mangels Beweise denkbar sein (Im Zweifel für den Angeklagten) oder?

22.10.2014 | 18:30

Antwort

von


(75)
Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Das Gericht muss sich anhand der Gutachten eine Überzeugung bilden.
Dabei werden beide Gutachten berücksichtigt.
Ohne den genauen Inhalt der beiden Gutachten zu kennen ist es schwierig hier eine Prognose abzugeben.
Ihr Argument "im Zweifel für den Angeklagten" ist hierbei aber sicherlich zutreffend.

Sollte das Gericht auf Grund der durchgeführten Begleitstoffanalyse zu dem Ergebnis kommen, dass die Nachtrunkbehauptung widerlegt ist, können Sie einen Beweisantrag stellen, dass auf Grund des Alters der Blutprobe und der Medikamente das Ergebnis verfälscht wurde.
Diesen Beweisantrag können Sie vor oder in der Hauptverhandlung stellen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2014 | 14:54

Guten Tag,

anbei noch ein paar mehr Infos zu dem Sachverhalt, ggf. lässt sich Ihre Antwort somit noch ein wenig präzisieren.

August 2013 erfolge die Blutentnahme ca. 18 Uhr, der
Unfall geschah ca. 16.00 Uhr.

1. Rechtsmedizinisches Gutachten vom April 2014 und Ergänzungsgutachten vom Juni 2014:

Beide Gutachten bestätigen die Nachtrunkbehauptung (rechnerisch).

2. In Ergänzung zu den Gutachten des Inst. für Rechtsmedizin
wurde die Durchführung einer Begleitstoffanalyse der asservierten Blutprobe vom Amtsgericht in Auftrag gegeben (August 2014):

Der in der Blutprobe erhobene Methanolbefund ist im Zusammenhang mit der ermittelten Blutalkoholkonzentration sowie Summe aus Aceton- und Isopropanolkonzentration als deutlicher Hinweis auf eine länger anhaltene Alkoholisierungsphase sowie auf ein problematisches, möglicherweise pathologisches Trinkverhalten anzusehen. Daher wird die Nachtrunkbehauptung abgelehnt.

Die Verhandlung ist Ende Oktober 2014, ein Sachverständiger zu diesen Gutachten ist als Zeuge geladen.

Die Gutachten kommen somit zu gegensätzlichen Ergebnissen, zudem kann auf Basis der Begleitstoffanalyse m. E. nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt der fahrt alkoholisiert gewesen ist. Des weitern ist offen inwiefern das Alter der verwendeten Blutprobe und die Einnahme diverser Medikamente das Ergebnis derartiger Gutachten beeinflussen.

Leberwert und Blutwerte des Angeklagten sind unauffällig und bis dato liegt kein Verstoß im Straßenverkehr vor.

Hat Ihre Antwort auf Basis dieser Ergänzung bestand bzw. können Sie etwas Ergänzen? Wie schätzen Sie die Chancen eines Freispruches mangels Beweise ein?

Danke

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.10.2014 | 22:51

Im Ergebnis bleibe ich bei meiner bisherigen Einschätzung.
Da ich kein Rechtsmediziner bin, kann ich leider nichts dazu ausführen, ob der Medikamentenkonsum bzw. das Alter der Blutprobe hier das Ergebnis verfälscht haben könnten. Ich halte dies jedoch zumindest nicht für ausgeschlossen.

Daher halte ich es nach wie vor für möglich, hier eine Freispruchverteidigung zu führen. Sie sollten daher Ihre Nachtrunkbehauptung aufrecht erhalten. Schließlich wird diese immerhin anhand des ersten Gutachtens gestützt.
Entscheidend wird sein, was der medizinische Sachverständige im Rahmen der Hauptverhandlung angeben wird. Dessen Aussage wird maßgeblichen Einfluss auf die Urteilsbildung des Gerichts haben.

Fragen Sie bzw. Ihr Verteidiger daher den Sachverständigen, ob er sicher ausschließen kann, dass Nachtrunk stattgefunden hat. Diese Frage wird er wohl vermutlich mit "Nein" beantworten müssen. In diesem Fall greift dann "in dubio pro reo".

Ich wünsche Ihnen für das bevorstehende Verfahren viel Erfolg. Gerne können Sie mich über den Ausgang informieren.

Bewertung des Fragestellers 26.10.2014 | 23:14

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