Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Befristeter oder unbefristeter Arbeitsvertrag

14.06.2011 23:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Hallo,
ich habe eine Frage zu einem Arbeitsvertrag, der mir angeboten wurde. Mir ist nicht klar wie der Absatz bezüglich Probezeit und Befristung zu verstehen ist.
Im Vertrag ist dies so formuliert:
"Es wird eine Probezeit von 6 Monaten vereinbart. Bis zum Ablauf der Probezeit ist das Arbeitsverhältnis befristet und endet daher mit Ablauf der Probezeit. Während der Probezeit können die Vertragspartner das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Wird das Arbeitsverhältnis nicht innerhalb der Probezeit gekündigt sondern darüber hinaus fortgesetzt, gilt es als unbefristetes Arbeitsverhältnis."

Mir ist die Regelung bezüglich der Probezeit und der Fristen klar. Mein Problem ist, dass ich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis kündigen würde, aber nicht einen befristeten Vertrag annehmen möchte.

Vielen Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Als Arbeitgeber hat man zwei Möglichkeiten, mit dem Arbeitnehmer eine Probezeit zu vereinbaren:
Die häufigere Möglichkeit ist die Vereinbarung einer Probezeit in einem befristeten oder unbefristeten Arbeitsverhältnis.

Bei dem Ihnen angbebotenen Arbeitsvertrag liegt
die Variante des befristeten Probearbeitsvertrages vor, dessen Abschluss
zwingend schriftlich erfolgen muss (§ 14 Abs.4 TzBfG).

Dies bedeutet, dass Ihr Arbeitsverhältnis zunächst für sechs Monate abgeschlossen wird und
danach endet, ohne dass Sie oder Ihr Arbeitgeber eine Kündigung aussprechen müssen.

Das befristete Probearbeitsverhältnis wandelt sich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis um, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorher vereinbart oder das Arbeitsverhältnis einvernehmlich stillschweigend fortgesetzt wird. In Ihrem Fall ist eine Weiterführung nach erfolgreich 'bestandener' Probezeit vereinbart.

Im Grunde ist Ihr Vertrag mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag zu vergleichen, in Es ist bereits vereinbart, dass nach erfolgreicher Erprobung das Arbeitsverhältnis fortgeführt werden soll, so dass kein neuer Arbeitsvertrag geschlossen werden muss.
Auch in dieser Probezeit kann Sie Ihr Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von 14 Tagen kündigen.
Der Unterschied zwischen den Varianten besteht eigentlich darin, dass Ihnen beim befristeten Probearbeitsverhältnis nicht gekündigt werden muss, sondern der Vertrag nach Fristablauf beendet ist und es des Abschluss eines neuen Vertrages bedarf. In Ihrem Fall soll er aber, wenn keine Kündigung von einer der beiden Vertragsparteien ausgeprochen wird, fortgeführt werden.

Ein Risiko ist es immer, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufzugeben und sich beruflich neu zu orientieren. In meiner Praxis werden tatsächlich 90% der Neuverträge maximal - also 2 Jahre - befristet, zusätzlich zu einer 6-monatigen Probezeit. Ich finde daher das Ihnen vorliegende Angebot für die heutige Arbeitswelt als verhältnismäßig sicher. Wenn Sie sich gut anstellen, befinden Sie sich nach Ablauf der Probezeit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Natürlich besteht die 'Gefahr' einer Kündigung während der ersten sechs Monate, aber so ist das Risiko, wenn Sie sich in der Probezeit befinden.

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2011 | 10:29

Sehr geehrte Frau Domke,
jetzt muss ich nochmal kurz nachfragen. Muss mein Arbeitgeber, wenn ich diesen Vertrag jetzt unterschreiben würde dann nach Ablauf der 6 Monaten sich explizit für einen Vorlauf der Beschäftigung ausdrücken oder habe ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag, wenn ich am 1. Tag des siebten Monats im Büro erscheine?

Worin liegt eigentlich die Vorteil, wenn ein Arbeitgeber dies so formuliert?

In meiner Branche herrsch ständiger "Fachkräftemangel" und normal ist man mit unbefristeten Jobs nicht sehr zögerlich.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2011 | 13:13

Sehr geehrter Fragesteller,

ja Sie haben nach erfolgreich "bestandenen" sechs Monaten Probezeit ein unbefristetes Arbeitsverhätlnis. Der Vorteil besteht darin, dass man während des befristeten Probearbeitsvertrages nicht kündigen muss. Wenn zB die Auftragslage wesentlich schlechter wird, kann der Arbeitsgeber Ihnen sagen, dass er sie zwar gern behalten hätte, aber dies wegen äußerer - also nicht in Ihrer Person liegender Umstände - nicht kann. Ich schrieb ja, dass Sie im Grunde ein unbefristetes Arbeitsverhältnis eingegangen sind, Sie müssen eben nur die Probezeit "überstehen", aber das ist wohl in jedem Arbeitsvertrag so. Unbefristete Verträge sind heute sehr selten, so dass dies zu dem von Ihnen geschilderten Fachkräftemangel passt.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER