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Befristeter Mietvertrag im Szeneviertel von Leipzig

28.08.2018 21:47 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


17:13
Im Oktober 2013 miete mein Sohn eine Wohnung in Leipzig. Der Mietvertrag wurde bis Ende 2014 geschlossen, da der Eigentümer umfassende Rückbau und Sanierungsarbeiten plante. 2014 wurde dann um ein weiteres Jahr verlängert, zusammen vier mal. 2017 wurde der Hinterhof radikal "entbaumt". In diesem Jahr kam kein weiteres Verlängerungsangebot, somit wäre das Mietverhältnis zum 31.12.2018 laut Vertrag beendet. In besagten Haus stehen inzwischen 3 Wohnungen leer, es gibt noch 9 Altmieter ( mit Verträgen zwischen 20 und 8 Jahren), 2 Parteien haben einen befristeten Vertrag wie mein Sohn.
Die Altmieter habe alle bisher nichts über Baumaßnahmen schriftlich erhalten. Sie sind auf einer relativ sicheren Seite und werden Abfindungen o.ä. erhalten.

Heute war mein Sohn bei einem Anwalt für Entmietungen, welcher ihm sagte, dass er nach 2 Verlängerungen um jeweils ein Jahr nicht ausziehen muss. DAS GLAUBE ICH NICHT, weil deutlich im Vertrag die Baumaßnahmen genannt werden. UND, weil ich glaube der Anwalt ist hinter Geld her, ich halte die Aussage für unseriös. Was meinen Sie? Kann er etwas tun damit er noch wohnen bleiben kann? Gibt es Möglichkeiten? Z.B. schriftlich um eine Verlängerung anfragen? MfG Vera Ahlbrecht

Im Anhang ein Schreiben meines Sohnes:
Nimmst du die Strapazen des Umzugs noch mal auf dich oder gehst du einfach in den Schnee und legst dich hin. Der Tot durch Erfrieren soll ein angenehmer sein.
Frau W., 77 Jahre, alleinstehend, seit über 20 Jahren Bewohnerin der Könneritzsstraße 31/Hinterhaus

Wiesbadener Immobilienmogul, nach außen hin ein Saubermann der sich mit seiner Milliarden-Immobilien-AG und deren Neubauten schmückt, besitzt über ein undurchschaubares Geflecht an UGs, GmbHs und GbRs unser vollvermietetes 18 Partien Haus mit bezahlbaren 2 und 3 Zimmerwohnungen im Hinterhof. Wir sind weitgehend berufstätige normale Menschen und zahlen pünktlich unsere Miete; Singles, Rentner, Alleinerziehende mit kleinen Kindern. Zusammen mit dem Vorderhaus bilden wir seit Jahren eine intergenerative Hausgemeinschaft, deren Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt mich nach wie vor erstaunt. Wir passen auf andere Kinder auf, Koordinieren uns per Whatsapp, veranstalten gemeinsam Grillabende, Feiern im Hof Kindergeburtstage. Ich repariere Computer, Eine näht kaputte Kleidung, Jemand trägt schwere Einkäufe nach oben und und und; jeder trägt das zu unserem Gemeinwohl bei was er kann. Es sind viele Freundschaften entstanden, es wurden Banden geknüpft, die Kinder wurden zu besten Freunden. Viele haben sich von Vorurteilen befreit und den Mehrwert solch eines bunten Kollektives erkannt. Wir haben die Ignoranz von Vermieter und Verwaltung akzeptiert und selber neue Lichtquellen installiert oder Teile des kleinen Spielplatzes im Innenhof repariert. Es ist eine Gemeinschaft entstanden die geradezu ein Archetyp des Zusammenwohnens darstellt.
Damit ist Schluss.
Die Mietverträge der Neumieter, immer weiter befristet auf ein Jahr, wurden nicht mehr verlängert. Seit einem Jahr werden freistehende Wohnungen hier nicht mehr neu vermietet. Laut Mietvertrag muss die Hälfte der Parteien am 31.12.2018 ausziehen. Warum? Es werde saniert und „Rückgebaut". Einstmals 2 große Wohnungen pro Etage wurden geteilt und zu ebenjenen gemacht in denen wir leben. Dieser Zustand solle wiederhergestellt werden. Was das bedeutet? Niemand hier wird jemals wieder hier wohnen können, und wenn man hier nach links und rechts sieht, dann werden hier wohl Wohnungen entstehen die sich nur Menschen mit weitaus mehr Einkommen leisten können als wir. Aus 18 Wohnungen werden 10 gemacht. Es wird Wohnraum zerstört und nicht geschaffen. Wir werden mit Informationen zurückgehalten, doch inzwischen ist auch den Menschen mit unbefristetem Mietvertrag klar: Wir sind die ersten, sie die nächsten. Zack! Wer jetzt sagt: „Das können die doch nicht einfach machen, dagegen muss man sich wehren!", der kennt nicht das allgemeine Vorgehen in diesem Geschäft und erinnere sich nochmal an das Zitat. Und das bewirbt man mit Buntes Schleußig?
Pointe?
Keine!
Wahrscheinlich kann ich unser Haus nicht retten, der Gedanke von all den Menschen isoliert zu sein erzeugt ein kaum beschreibbares Gefühl von Einsamkeit und Verzweiflung in mir. Ich leiste meinen Beitrag und hoffe darauf, dass manche Menschen verstehen werden, dass Recht und Gerechtigkeit nicht immer das gleiche sein müssen.
#RipKoe31hh
Kelvin Autenrieth
28.08.2018 | 22:35

Antwort

von


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Antwort:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihr Sohn kann ab 01.09.2018 vom Vermieter verlangen, ihm binnen eines Monats mitzuteilen, ob der Befristungsgrund noch fortbesteht (§ 575 Abs. 2 BGB). Tritt der Befristungsgrund erst später ein, kann er die weitere Verlängerung des Mietverhältnisses beantragen. Entfällt der Befristungsgrund, kann er ein Mietverhältnis auf unbestimmte Zeit verlangen. Äußert sich der Vermieter nicht, wird das Mietverhältnis ebenfalls auf unbestimmte Zeit fortgesetzt (§ 545 BGB).

Die Auffassung des Anwalts, nach 2 Verlängerungen müsse Ihr Sohn auf keinen Fall mehr ausziehen, geht fehl.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2018 | 02:55

zunächst Danke für die prompte Antwort.
Ich verstehe nicht ganz, meinen sie mit " ob der Befristungsgrund noch fortbesteht", ob dann am 01.01,2019 auch die Bauarbeiten beginnen, oder ist damit gemeint, dass sie irgendwann beginnen? Da sie schreiben "Tritt der Befristungsgrund erst später ein...", verstehe ich das so.
Aber Papier ist geduldig, und man will die Leute raus haben, dann wird geantwortet, dass der Befristungsgrund noch fortbesteht, auch wenn es nicht so ist..
Habe ich da eine Möglichkeit zur Absicherung, die können doch behaupten was sie wollen.
Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2018 | 17:13

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

die Bauarbeiten müßten zügig nach dem 01.01.2019 beginnen, sonst träte der Befristungsgrund erst später ein.

Der Vermieter muß beweisen, daß der Befristungsgrund noch fortbesteht.

Ich rate Ihrem Sohn, einen Anwalt mit seiner Interessenvertretung zu beauftragen. Gern stehe ich insoweit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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