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Befristeter Arbeitsvertrag mit Sachgrund obwohl Sachgrund weggefallen?

19.09.2013 19:16 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Zusammenfassung: Zur Zulässigkeit einer sachgrundlosen Befristung des Arbeitsverhältnisses.

Hallo,
sehr geehrte Anwältin mit Fachgebiet Arbeitsrecht,
sehr geehrter Anwalt mit Fachgebiet Arbeitsrecht,

ich habe Anfang des Jahres einen Arbeitsvertrag mit Sachgrund Krankheitsvertretung auf 450,00 € erhalten. Krankheitsvertretung war ich für Frau XY. Während der ersten Befristung kam Frau XY aus der Krankheit zurück u. man beschäftigte mich weiter. Dann bekam ich Verlängerung, da der befristete Vertrag aufgrund der Zeitbefristung auslief, die Erkrankte war ja schon längst wieder da. Auf diesem Blatt stand dann nur, dass man lediglich die Std. auf 70 % erhöhe, befristete den Vertrag bis August 2013 u. dass alle anderen Vertragsbedingungen sich nicht ändern würden (weiterhin als Krankheitsvertretung für Frau XY, obwohl diese bereits die Arbeit wieder aufgenommen hatte). Nachdem auch diese Zeitbefristung ausgelaufen war, verlängerte man diesen Vertrag wieder, diesmal bis zum 31.12.2013, erhöhte die Std. auf 100 %. Auch hier unterzeichnete ich nur ein Blatt auf dem stand, dass sie Vertragsbedingungen wie im ersten Vertrag bestehen blieben, man nur die Std.-Anzahl erhöhe und auf den 31.12.2013 befristete.
Meine Frage nun: War es zulässig den Vertrag mit mir als Krankheitsvertretung zu verlängern, obwohl die Erkrankte bereits wieder an den Arbeitsplatz zurückgekehrt war oder hätte oder habe ich bereits Anspruch auf einen festen Arbeitsvertrag ?
Ab wann m u ß der Arbeitgeber mir einen festen Arbeitsvertrag anbieten? Ich möchte unbedingt einen unbefristeten Arbeitsvertrag und weiterhin beim Unternehmen arbeiten. Ich bedanke mich jetzt schon für die Beantwortung meiner Frage durch eine/n Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die weitere Befristung Ihres Arbeitsverhältnisses war zulässig. Ein Sachgrund für die Befristung muss in den erstn 2 Jahren nicht einmal vorliegen. Daher ist es nicht von Bedeutung, ob die Vertretene an den Arbeitsplatz zurückgekehrt ist.

Eine Befristung bis 2 Jahren mit insgesamt höchstens 3 Verlängerungen ( innerhalb dieser 2 Jahre ) ist auch ohne Sachgrund zulässig, § 14 II TzBfG.

Erst nach Ablauf der 2 Jahre können sie in eine unbefristetes Arbeitverhältnis münden, sofern dann kein Sachgrund vorhanden ist

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Steidel, Rechtsanwalt

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