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Befristeter Arbeitsvertrag bei Schwangerschaft

18.09.2006 15:40 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Eine Mitarbeiterin (Vollzeit) hat termingerecht am 31.08.2006 zum 30.09.2006 gekündigt, da sie mit ihrem Mann nach Süddeutschland zieht. Es wurde vereinbart, dass sie gegebenenfalls noch 2-3 Wochen weiterhin beschäftigt wird, wenn die betrieblichen Belange (z.B. Einarbeitung, Auftragslage) dies erforderlich machen. Ich habe bereits zwei TZ-Kräfte als Nachfolgerinnen eingestellt.

Am 13.09.2006 teilt mir die Mitarbeiterin mit, dass sie unerwartet/ungeplant schwanger ist.

Kann ich mit der Mitarbeiterin im Anschluß an das von ihr gekündigte unbefristete Arbeitsverhältnis einen befristeten Arbeitsvertrag schließen, der dann auch termingerecht beendet werden kann? Mir ist wichtig zu erfahren, welche Auswirkungen die Schwangerschaft hat und ob das befristete Arbeitsverhältnis nicht eventuell automatisch zu einem unbefristeten wird.

Sehr geehrter Ratsuchender,


von dem Abschluss eines befristeten Arbeitsverhältnis kann ich nach der derzeitigen Sachverhaltsdarstellung nur abraten.

Nach Ihrer Schilderung hat vorab ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit der Arbeitnehmerin bestanden.

Nach § 14 II TzBfG (nachzulesen über unsere Homepage) ist eine Befristung ohne sachlichen Grund (und diesen stellt die Schwangerschaft NICHT da) dann nicht möglich, so dass dann ein UNbefristetest Arbeitsverhältnis mit allen Konsequenzen (einschließlich Mutterschutz) bestehen würde.

Auch die Einarbeitung ist Befristungsgrund nicht unproblematisch.

Denn hier müsste der betriebliche Bedarf die Arbeitsleistung nur vorübergehend berechtigt erscheinen lassen, wass dann, wenn Sie schon zwei Teilzeitkräfte eingestellt haben, deshalb schwierig werden kann, da dann ja bis zum 30.09.2006 schon die angegebene Einarbeitungshilfe geleistet werden konnte.

Auch wenn dann bei wirksamer Befristung der besondere Kündigungsschutz nach § 9 MuSchG entfällt, könnte es hier bei der Frage der Wirksamkeit der Befristung dann zu Problemen kommen. Und diese Probleme sehe ich darin, dass schon die Teilzeitkräfte eingestellt worden sind.


Da aber sicherlich noch auch zum Sachverhalt ein Klärungsbedarf besteht, rufen Sie mich bitte einmal an.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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