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Befristeter AV

15.06.2015 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Jochen Boehncke


Guten Tag, ich habe am 12.01.2015 bei einer Friseurkette angefangen, mit einem AV von drei Monaten. Ich habe dann in verschiedenen Salons gearbeitet (obwohl mein Vertrag nur für einen festen Salon war) und dann nach der Befristung in einem anderen Salon der Firma. Ich musste einen neuen Vertag mit Probezeit unterschreiben, da der Salon zu einer anderen Firmengruppe gehört. Wie schaut das nun mit den folgenden Befristungen aus? Waren das jetzt bereits zwei und wäre die nächste dann die dritte und letzte erlaubte Befristung? Oder war ich schon mal in der Firma beschäftigt und die Befristung ist sowieso ungültig?
Weiterhin würde ich gerne wissen wie lange ich eine falsche Lohnabrechnung reklamieren kann, bei der ersten Firmengruppe, im ersten Monat. Urlaub wird übrigens normal übernommen....von der anderen Firmengruppe, außerdem hieß es das ich für den Januar keinen Urlaubsanspruch habe, da ich erst am 12. angefangen habe!
Ich muss jeden Tag 1,5 Stunden Pause unterschreiben die ich allerdings nicht nehmen darf und kann, weil ich meistens allein im Salon bin.
Außerdem verlangt man von mir den Safeschlüssel vom Salon mit nach Hause zu nehmen, da ich sonst für eventuelle Einbrüche haftbar gemacht werde und noch so vieles mehr.......

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Wie ich Ihrer Frage entnehme, kennen Sie § 14 Abs. 2 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes. Dort ist geregelt, dass ohne Rechtsgrund eine Befristung bis zu maximal 2 Jahren möglich ist, wobei beim selben Arbeitgeber gilt:

"Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig. "

Für Ihre erste Frage ist daher entscheidend, dass Sie bei einem anderen Unternehmen einer Firmengruppe, also wohl einem anderen als dem bisherigen Arbeitgeber gegenüber einen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Wenn dem so ist, liegen keine 2 Befristungen vor, sondern sind die Arbeitsverträge streng voneinander getrennt zu betrachten. Bitte vergewissern Sie sich also, ob tatsächlich verschiedene Arbeitgeber in den Verträgen jeweils benannt sind.

2.
Leider gilt nach § 5 Abs. 1 b) Bundesurlaubsgesetz, dass nur für "jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses" ein Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubes besteht. Beginnt daher z.B. am 12.01.2015 das Beschäftigungsverhältnis und endet am 31.03.2015, dann besteht nur für die Monate Februar und März der Anspruch auf dann 2/12 des Jahresurlaubes.

In Ihrem aktuellen Beschäftigungsverhältnis dürfte sich gegenwärtig die entsprechende Berechnung nach § 5 Abs. 1 a) BUrlG bemessen. Rechnerisch ergibt sich aus a) und b) kein Unterschied. Stets gilt der "volle Monat der Beschäftigung" für einen Teilurlaubsanspruch.

3.
Es gibt keine starre Frist, binnen der Sie eine fehlerhafte Lohnabrechnung angreifen können oder müssen. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie reklamieren, desto besser; dies insbesondere auf den Zeitpunkt bezogen, zu dem Ihnen der Fehler erstmals auffiel.

Bitte achten Sie darauf, ob in Ihrem Arbeitsvertrag ggf. eine Frist, nämlich eine Verfallklausel (Ausschlussfrist) für Ansprüche des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber benannt ist. Diese ist dann zu beachten, sofern die Klausel eines Kontrolle als Allgemeine Geschäftsbedingung stand hält. Hier gilt zu wissen, dass kürzere Fristen als 3 Monate seit Fälligkeit des Anspruches des Arbeitnehmers unzulässig sind, weil sie die Rechte des Arbeitnehmers zu sehr einschränken.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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