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Befristeten Vertrag verlängern trotz Schwanderschaft

| 19.08.2019 11:44 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns


Ich bin Arbeitgeber und habe eine Angestellte, deren befristeter Vertrag ca. 4 Wochen vor Beginn des Mutterschutzes ausläuft. Wir sind ein kleiner Betrieb und können uns daher eine unbefristete Verlängerung aus "Goodwill" nicht leisten.

Allerdings wollen wir durchaus so fair sein wie möglich, und der Arbeitnehmerin so weit es geht entgegenkommen. Zudem fürchten wir, dass sie, wenn wir durchblicken lassen, dass "nichts mehr geht", sie sich sofort krankschreiben lassen würde. Daher zwei Szenarien, und die Frage, ob beides rechtlich unbedenklich ist:

1) Wir teilen ihr mit, dass wir den Vertrag zwar nicht verlängern, ihr aber, wenn sie bis zum letzten Tag der Arbeitsverhältnisses erscheint, aus Dankbarkeit ein Monatsgehalt als Prämie extra zahlen. Das überbrückt dann den einen Monat, wo sie sonst nur ALG beziehen könnte, und würde helfen, damit sie (falls es ihr bis dahin gesundheitlich gut geht, wovon sie auch selber ausgeht), auch wirklich bis zum letzten Tag arbeiten kommt.

2) Wir verlängern den Arbeitsvertrag befristet (wäre wohl möglich, da die die 1. Befristung auf 18 Monate war und keine ganzen zwei Jahre), bis einen Tag vor Beginn des Mutterschutzes. Das Problem wäre aber natürlich, dass sie sich, sobald sie die Verlängerung um einen Monat hat, trotzdem sofort krankschreiben lassen könnte, oder? (Das Verhältnis ist an sich gut und loyal, aber der Frust über die nicht gewährt unbefristete Verlängerung könnte natürlich dennoch dazu führen).

Sind grundsätzlich beide Optionen gangbar, und spricht irgendetwas gegen die erste (aus unserer Sicht, oder auch aus Sicht der AN, finanziell?) Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich halte beide Vorschläge für gangbar, wobei ich jedoch den ersten Vorschlag 1) mit einer auf das Arbeiten bis zum letzten Tag bedingten Prämie für risikoärmer halte.

Folge des ersten Vorschlags ist nämlich, dass Sie an dem Fristablauf nichts ändern. Der Vertrag läuft aus und wird nicht auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Folgen für die Mitarbeiterin, nämlich mindestens ein Monat ALG I-Bezug und damit nur reduzierte Bezüge ließen sich so abfedern. Das Prämienversprechen muss allerdings richtig formuliert sein, damit nicht die Prämie trotz medizinisch gerechtfertigter und dauerhafter Krankschreibung doch gezahlt werden muss. Das erscheint mir aber rechtssicher machbar. Die Bedingung würde auch zu dem von Ihnen gewünschten Ergebnis führen, dass Sie ausgewogen sozial und wirtschaftlich handeln.

Modell 2) würde Ihnen die Wiederbeschäftigung der Arbeitnehmerin auf Befristungsbasis zumindest erschweren. Denn die dritte Befristung, auch wenn die zweite nur einen Monat betrifft, wäre wohl grundlos nicht mehr möglich. Zudem stellen Sie richtig fest, dass Sie so eher einen Anreiz setzen, die gewährte kurze Weiterbefristung dahingehend auszunutzen, dass doch eine dauerhafte Krankschreibung erfolgt. Und dann können Sie die Befristung nicht mehr rückgängig machen.
Insgesamt sehe ich eine bessere Motivation der Mitarbeiterin und eine für Sie rechtssicher eher umzusetzende Lösung in Vorschlag 1).


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 21.08.2019 | 10:21

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