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Befreiter Vorerbe

11.08.2016 09:18 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mit einem heiklen Thema an Sie wenden. Meine Mutter (Adoptivmutter) wurde von ihrem verstorbenen Mann als befreite Vorerbin eingesetzt. Sie wohnt und verwaltet das gemeinsam gebaute Haus und hat auch hier alle Darlehn nach seinem Tod allein ab bezahlt. Es gibt noch eingetragene Nacherben, das sind die Geschwister ihres Mannes bzw deren Kinder.
Meine Frage, ich wurde adoptiert, nachdem ihr Mann gestorben ist, dh er wusste von meiner Existenz zu seinem Lebzeiten noch nichts. Darf mir meine Mutter unser Haus verkaufen, muss dann noch was von dem verkauften für die Nacherben zum Erben vorhanden sein?

Denn sie darf ja eigentlich als befreite Vorerbin den Nachlass veräußern und ausgeben. Wie sieht das aus, wenn Sie das Haus verkauft und nichts mehr von dem Geld da ist, wg Weltreise etc. Muss sie das nachweisen -oder ich?
Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Nach §§ 2136 f. BGB kann der Vorerbe von den gesetzlichen Verpflichtungen des Erhaltes des Nachlasses befreit werden, es ist sodann befreiter Vorerbe.

Das bedeutet er darf nach Belieben mit dem Vermögen des Nachlasses verfahren, solange er über den Nachlass oder einzelne Gegenstände oder wie in Ihrem Fall Grundstücke nicht unentgeltlich bzw. ohne Gegenleistung verfügt.

Einem Verkauf zum Verkehrswert der Immobilie steht also nichts im Wege. Gleiches gilt für den Erlös aus dem Verkauf. Er darf nicht verschenkt werden. Der eigene Verbrauch hingegen ist in jedem Falle unschädlich und nicht zweckgebunden.

Nachweisbelastet ist hier grundsätzlich der Nacherbe, dieser hat lediglich einen Auskunftsanspruch gegen den Vorerben hinsichtlich des Sondervermögens, des Nachlasses der Vorerbschaft.

Sie selbst sind in dieser Beziehung Dritte. Schenkungen an Sie aus dem mit der Nacherbschaft belasteten Sondervermögen, sind insoweit ersatzpflichtig und würden nicht als Eigenverbrauch der Vorerbin gelten.
Die Durchsetzung eines entsprechenden Auskunftsanspruches gegen Sie, wird sich nach meinem Dafürhalten aber recht schwierig gestalten lassen. Ein solcher wäre aber Grundlage eines Herausgabeverlangens der verbliebenen Nacherbschaft.

Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2016 | 11:53

Sehr geehrter Herr Wehle,
herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Aber dürfte ich als "Beziehung Dritte", das Haus kaufen, mit Vertrag und allem? Und müsste ich dann den Nacherben etwas davon "vermachen". Oder wäre das wie bei einem normalen fremden Käufer auch.

Herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2016 | 13:00

Sehr geehrte Ratsuchende,

auch sie dürfen das Haus käuflich erwerben, solange die Gegenleistung angemessen ist und der Kauf nicht teilweise eine Schenkung darstellt.
Als angemessen dürfte der übliche Verkehrswert angesehen werden.
Ihre Nähe zum Vorerben ist dabei unschädlich gegenüber dem Nacherben. Sie sind wie jeder Dritte angesehen werden.

Ich hoffe Ihre Frage beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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